Die Tage stolperte ich über einen Tweet von Alf Frommer:

Die Antwort ist eigentlich einfach: LinkedIn hat eine PayWall, also nicht alle Funktionen sind für alle Mitglieder zugänglich. Einige Funktionen sind recht interessant, für manche sind die Funktionen, die Geld kosten essentiell.

Vorab: Ist LinkedIn kostenfrei?

Es gibt bei LinkedIn eine kostenfreie Variante („Freemium“ genannt). Damit kann man schon allerhand anfangen: Mit Kontakten kommunizieren, Unternehmensprofil erstellen (auch oder besser gerade für Freiberufler und Freelancer interessant), Gruppen besuchen und man hat schon eine brauchbare Suche.

Zentrale Vorteile für einen Premium Account sind:

  • Mehr Suchfilter (gerade für Recruiter interessant)
  • InMails, also die Möglichkeit, „Nicht Kontakte“ anzuschreiben
  • LinkedIn Learning: Die Lernplattform für LinkedIn
  • Sales Funktionen, für kleine Unternehmen, die kein eigenes CRM haben

Hier ist also eine PayWall: Für mehr Funktionen muss man also bezahlen, um diese nutzen zu können. LinkedIn selber lebt von drei Säulen: Premiummitgliedschaften, Stellenmarkt und Werbung.

LinkedIn Premium: Wer und Warum!

Interessant sind die Premiummitgliedschaften, wenn die erweiterten Funktionen benötigt werden. Wenn man da an die Grenze stößt, merkt man es auch selber schnell. Spannend für

  • Recruiter
  • Leute, die die Lernplattform nutzen wollen
  • Freiberufler, die kein eigenes CRM kaufen mögen

…also analog oben.

Wichtig ist noch: Nicht alle Premiummitgliedschaften sind so teuer. Es fängt bei ca. 10 € im Monat an (sog. Essential Mitgliedschaft – Achtung, Link geht nur für Basisnutzer).

Zum „Wer“ fallen mir auch noch zwei Dinge ein:

Für viele ist die LinkedIn steuerlich absetzbar und wer zudem noch vorsteuerabzugsfähig ist, bezahlt also nicht mal die Hälfte. Oftmals werden die Premium Accounts auch vom Arbeitgeber bezahlt, vor allem dort, wo die Funktionen sinnig sind (also: Recruiter, HR, Sales, Marketing etc.). Unternehmungen ab einer bestimmten, kritischen Masse können auch Firmenaccounts haben, wo eine bestimmte Anzahl oder sogar alle eine Premiummitgliedschaft inkludiert haben.

LinkedIn hatte ja schon früher Umfragen. Die wurden (ich glaube 2013 oder so) eingestellt. Nach vielen Nutzerfragen kamen diese allerdings wieder. Fluch oder Segen? Gefühlt ist meine Timeline zur Hälfte mit Umfragen gefüllt. Also Zeit lt ist meine Timeline zur Hälfte mit Umfragen gefüllt. Also Zeit, es mal selber auszuprobieren. Also mal eine Primitumfrage gemacht und schauen, was passiert:

Reaktion: 82 teilgenommene Stimmen, 4.668 Views. Für eine eher sarkastisch gehaltenen Minimalumfrage schon eine richtige Ansage (wobei sich der Effekt wahrscheinlich sehr schnell abnutzt).

Wie erstelle ich eine Umfrage auf LinkedIn?

Eine Umfrage zu erstellen geht recht einfach.

1. EInfach auf den grauen Bereich auf der Startseite klicken, wo man einen Beitrag schreiben kann

2. Unten sieht man ein paar Balken: Darauf klicken

3. Dann kommt die Umfrage mit dem Fragetext, mindestens zwei Optionen und die Dauer der Umfrage

Wenn die Umfrage durchgeführt wird, kann der Ersteller der Umfrage mit Klick auf „xy Stimmen“ übrigens detailliert sehen, wer teilgenommen und wie gestimmt hat. Diese sieht aber nur der Ersteller.

Wenn Sie die Umfrage zum Beispiel in Gruppen teilen möchten, dann können Sie den Link übrigens kopieren, wenn Sie auf die drei grauen Punkte oben rechts in der Umfrag anklicken: Dort können Sie den Link kopieren, aber auch die Umfrage löschen, schließen, unsichtbar machen und, für aktivere Teilnehmer auf LinkedIn, oben an Ihr Profil anheften.

Sollte ich Umfragen auf LinkedIn nutzen?

Auch hier traue ich mir keine digitale Antwort zu. Aber ein einfaches Ja oder Nein muss man mit der Zielsetzung Ihres LinkedIn Profils korrespondieren.

Wenn Sie auf Aufmerksamkeit angewiesen sind (zum Beispiel Freiberufler oder Selbstständige) würde ich es empfehlen. Sinn ergibt es zusätzlich, sich in der eigenen Profession eine Umfrage zu starten (Bei mir denke ich an Projektmanagment an „Sind Zertifizierungen sinnvoll“). Dabei sollte man Fragen nehmen, die polarisieren und eventuell auch als Option n zu nehmen („Anderes, siehe Kommentar“): Dadurch werden die Betrachter motiviert, etwas in die Kommentare zu schreiben, was widerum die Sichtbarkeit der Umfrage verbessert. Der LinkedIn Algorithmus belohnt Aktivität.

Zur Sichtbarkeit der Antworten für den Ersteller: Ich habe jetzt zweimal erlebt, dass auf eine Antwort von mir mit Akquiese reagiert wird („Sie haben mit nein gestimmt: Darf ich Sie unverbindlich mal anrufen, warum?“ – NEIN!). Solche tendenziel kalten ANfragen finde ich nicht sinnvoll.


Unternehmensseiten bietet LinkedIn eigentlich seit Anbeginn an. Produktseiten wiederum gab es schon, und wurden leider 2014 sang- und klanglos entfernt. Jetzt kann man wieder welche Anlegen.

Wie lege ich ein Produkt auf LinkedIn an?

Grundlage eines Produktes ist ein Unternehmensprofil. Ohne dieses können Sie keine Produktseite anlegen. Wenn Sie bereits eine Unternehmensseite (oder LinkedIn Unternehmensprofil) besitzen, so fehlt der Reiter Produkte noch. In der Adminansicht (also: Wenn Sie Administrator des Unternehmensprofiles sind), sehen Sie den Reiter Produkte und können hier Ihr erstes Produkt anlegen:

Produkt anlegen auf LinkedIn

Wenn Sie auf den Button klicken, müssen Sie zuerst einen Namen für Ihr Produkt wählen:

Namen des Produktes auf der Unternehmensseite von LinkedIn anlegen

Danach müssen Sie sich durch verschiedene Pflichtbereiche in den Details klicken:

Produkt auf der Unternehmensseite von LinkedIn konfigurieren

Wichtig ist dabei, dass ein „CTA“ = „Call to Action“ mit angeboten werden muss (Oben rechts). Sie können (und sollten) auch weitere Medien einbetten, wie zum Beispiel Videos oder auch Dokumente. Schwierig ist die Porduktkategorie: Diese sind zur Zeit nur auf Englisch und es fehlen aus meiner Sicht „Oberkategorien“ wie zum Beispiel „Beratung“ („Consulting“) oder auch einfach Social Media. In meinem Beispiel habe ich mich dann für „Social Media Management Software“ entschieden, was aber meinen Tätigkeitsbereich eigentlich nur schrammt, aber nicht stimmig ist.

Danach muss Ihr Produkt zur Überprüfung eingereicht werden:

Produkt auf der Unternehmensseite von LinkedIn zur Überprüfung einreichen

Die Überprüfung soll laut LinkedIn dann um die zwei Wochen in Anspruch nehmen. Mal sehen, ob meine eher rudimentäre Produktseite das Review durch LinkedIn übersteht. Ich befürchte mal nein, aber wir werden es sehen. Ich habe auf jeden Fall mal „LinkedIn Beratung“ (wie oben in den ersten Screenshots zu sehen) mal durch etwas unverfänglicheres getauscht, da LinkedIn in der Benutzung Ihres Namens manchmal sehr eigen ist.

Ich verfolge seit nunmehr 10 Jahren (ist das lange her), wie sich die beiden Busienss Plattformen LinkedIn und Xing in Deutschland entwickeln. Dadurch ergeben sich interessante Zeitreihen. Da gerade regelmäßig die bedien Plattformen verglichen werden, dachte ich mir, es wäre Zeit für ein kleines Update und die Zahlen erneut mal anzupassen. Dabei musste ich auch den DAX anpassen, da mittlerweile Wirecard durch Delivery Hero ersetzt wurde.

Wie immer betrachte ich zum einen die Mitarbeiterm, aber auch die Follower der DAX 30 Konzerne. Diese Konzentration hat den Hintergrund, da gerade da zum einen am ehesten Jobs und Recruiting passieren, aber auch, interessant für Freelancer und Freiberufler, am meisten Projekte ausgeschrieben werden.

Betrachtung in Summe – Mitarbeiter

Wie immer gehe ich über die Unternehmensprofile und schaue, wie viele Mitarbeiter ein Konzern hat. Diese summiere ich für die DAX Konzerne. Die Entwicklung seit 2010 sieht dabei wie folgt aus:

Bei LinkedIn erkennt man einen Einbruch 2019. Aber seit der letzten Messung im April 2020 sind es wieder erheblich mehr geworden. Auch Xing, schafft es, die Anzahl konstant zu halten (auch wenn es bei einzelnen Unternehmen zu Abwanderungen kommt).

Hier eine Übersicht aller DAX Konzerne.

Vergleich der Follower

Mittlerweile gar nicht mehr spannend, da erwartbare Ergebnisse, die Follower der DAX 30 Konzerne.

Absoluter Spitzenreiter ist dabei (wie die Jahre davor) Siemens mit über 4 Millionen Follower bei LinkedIn. Bei Xing spielen die Follower selbst bei großen Konzernen nur eine untergeordnete Rolle, die Lufthansa zum Beispiel hat die Möglichkeit, dem Unternehmen zu folgen bei XING sogar abgeschaltet, während bei LinkedIn nahezu auf eine halbe Million Follower kommt. Wie sagt Petra von Strombeck, CEO bei Xing: „Wir bieten keine Bühne für den lautesten„. Genau genommen scheint, zumindest bei Konzernen, Xing gar keine Bühne zu bieten. Hier die Entwicklung seit 2010 im Vergleich in Summe:

Auf die Konzerne verteilt sieht es dann so aus:

Zum Vergleich: Während bei XING ins Summe 740.000 Menschen einem Unternehmensprofil der DAX Konzerne folgen, gibt es auf LinkedIn insgesamt 7, die allein über 1 Million Follower kommen.

In letzter Zeit steigt die Nutzung von LinkedIn scheinbar stark an. Mit der Nutzung kommen aber auch die „Reichweitenjäger“. Andere sind von Anfragen von Gesundheits-, Glücks- und Erfolgscoaches eher genervt und brauchen auch keine Unterstützung auf Powerpointebene, um endlich mehr Leads zu generieren.

Heute las ich einen spannenden Artikel von Sonja Berger genau zu dem Thema der steigenden Nutzung von LinkedIn. Genau genommen verweist sie auf einen Artikel von Urs Prantl, der die geänderte Nutzung von LinkedIn kritisiert. Im Kommentar bei Sonja konnte ich mir allerdings nicht den Klugscheißmodus verkneifen, dass LinkedIn in der Schweiz bereits seit 2010 größer ist, als XING.

LinkedIn befindet sich im Wandel: Zum einen wird die Oberfläche verjüngt und Mainstreamfeatures wie „Stories“ publiziert. Kann man mögen oder nicht – sich einen Trend zu wiedersetzen geht nicht. Da kommt das alte „Love it – or leave it“ zum Tragen.

Auf der anderen Seite steigt mit der Nutzung auch die Anfragen und InMails. Ein Kommentar in Sonjas Artikel traf es:

….dass diese plumpen Nachrichten nicht von „bedürftigen“ Coaches und Beratern kommen, sondern von illegalen codierten Chatbots.

Ich wollte mal wissen: Wie schwierig ist es eigentlich, an solche ominöse Bots zu kommen? Muss ich da im Darknet mit geklauter Kreditkartennummer im Grenzbereich der Legalität agieren?

Eine Suche bei Google hilft: Hier werden sofort Anzeigen für Bots einem in die Suchergebnisse gebracht. Ein (englischsprachiges) Video demonstriert ausführlich, wie Kontaktanfragen automatisiert werden:

Wem das zu lang erscheint: Ja, auch auf deutsch findet man auf Anhieb Unterstützung:

Also: Die Bots sind im Handumdrehen zu Erwerben und automatisieren Dein ganzes Marketing. Der Traum vom „passiven Einkommen“.

Allerdings kann so ein Bot auch zügig erkannt werden. Ich würde mich freuen, wenn da LinkedIn helfen würde und solchen Bots das Handwerk erschweren würde.

Bis dahin hilft es nur, sich etwas zu schützen (Folgen und Vernetzen Buttons tauschen zum Beispiel, wenn es zu schlimm wird, kann man auch dazu auffordern in den Einstellungen, dass Kontaktanfragen die Eingabe der Mailadresse erfordern). Und wenn dann doch eigentümliche Anfragen kommen, die Anfrage abzulehnen und ausdrücklich mit „ich kenne abc nicht“ bestätigen. Das führt irgendwann dazu, dass LinkedIn Kontaktanfragen dieser Personen sperrt. Das klappt aber nur, wenn viele mitmachen.

LinkedIn hat aktuell seine Oberfläche (GUI – Graphical User Interface) etwas modernisiert. Aktuell sieht es damit so aus:

Es wirkt jetzt moderner, nicht mehr so auffällig. Viele Änderungen betreffen außerdem die mobile Anwendung (ein Artikel zum Redesign findet sich bei LinkedIn hier). So wedren zum Beispiel auf dem Handy jetzt die gleichen Suchfilter angezeigt, wie auf der Desktopoberfläche.

Insgesamt etwas dezenter, das „blau“ ist, vom Logo abgesehen, stärker in den Hintergrund getreten.

Ansonsten Ist es recht ähnlich geblieben, mit Schnellblöcken für die Unternehmensseiten, Zugriff auf beliebte Diskussionen und in der Mitte nach wie vor die Timeline, wie wir sie kennen. Auch der Zugriff auf die beliebtesten Kurse sind geblieben (wobei ich jetzt nicht weiß, ob es sich dabei um ein Premiumfeature handelt, oder es generell zur Verfügung steht).

Es handelt sich also (zumindest in der Desktopvariante) eher um Kosmetik, als um inhaltliche Anpassung.

LinkedIn in Deutschland

Insgesamt scheint die Nutzung von LinkedIn massiv in Deutschland anzuziehen. Dieses leite ich aus meiner persönlichen Wahrnehmung, zum Beispiel bei den Foren ab: Mittlerweile habe ich in meinen Foren rund um Projektmanagement wesentlich mehr Traffic auf LinkedIn, als zum Beispiel auf Xing.

Allerdings hat die höhere Nutzung von LinkedIn auch ihre Schattenseiten: Verstärkt kommen Anfragen von Ernährungs- oder Gesundheitscoaches oder in der Timeline versuchen Personen mittels Funnelmarketing einen auf deren Seite für Webinare zu ziehen.

Es empfiehlt sich auf jeden Fall für Leute, die etwas eigentümliche Kontaktanfragen erhalten oder nach eine bestätigten Kontaktanfrage gleich zugemüllt werden mit Nachrichten wie

„Möchtest Du schnell Reich werden? Ich habe einen Weg gefunden, am Tag 7.233, 34 € zu verdienen – GARANTIERT

den „Vernetzen“ gegen den „Folgen Button zu tauschen (Anleitung hier). Die Kontaktanfragen kommen häufig von Bots, die mit der getauschten Variante nicht umgehen können. Man kann das Ergebnis gut beobachten, dass plötzlich immer mehr Folgen, die Vernetzungsanfragen aber drastisch zurückgehen.

Ich werde demnächst mal wieder mal die DAX Konzerne vergleichen: Daran kann man viel erkennen. So hat Siemens bald die 4 Millionen Follower auf LinkedIn erreicht und damit Facebook (und Xing sowieso) als reichweitenstärkstes Medium in den Schatten gestellt.

intro

Jetzt ist es so weit: Mein „Drittes“ Buch für Social Media ist erschienen. „Drittes“ habe ich in Anführungszeichen gesetzt: Das Buch ist eine Co Produktion mit Constanze Wolff.

Kossi mit neuem Buch LinkedIn und XING für Dummies

LinkedIn und XING für Dummies

Meine beiden letzten Bücher sind schon etwas länger her (zumindest im Horizont aus Sicht aus der Social Media Zeit): Das erste Buch (Social Media für Kleinunternehmer und Freiberufler) ist aus dem Sommer 2013. Damals (lang ist es her) habe ich einen großen Teil zum Beispiel Google+ gewidmet, um den Wert in der Suche und die Integration im Android (also vor allem Maps) hervorzuheben. Und auch So.Cl …. das fand ich auch Klasse. Gibt es aber auch nicht mehr (mein Buch durchaus schon).

Daraufhin folgte 2014 „LinkedIn für Dummies„, was nur LinkedIn allein gewidmet war. Da ich Ende 2013 meine Firma gegründet hatte, folgte erst mal wenig.

Jetzt kam der Wiley Verlag auf die Idee, die Themen XING und LinkedIn in einem Buch zu bündeln: So entstand die Idee für Netzwerken mit XING und LinkedIn für Dummies, was ich jetzt in meinen Händen halte. Die Idee war es, verschiedene Funktionen auf Metaebene zu erörtern (Was ist Content, was sind Unternehmensprofile, wie lege ich ein Profil an, was ist am wichtigsten, wie stelle ich eine Kontaktanfrage, wie suche ich Mitarbeiter und was einem noch so alles einfällt). Dabei haben Constanze Wolff und ich uns aufgeteilt und die Themen geclustert. Zuerst wurden die Bereiche generisch beschrieben und dann jeweils auf XING und LinkedIn in einem spezifischen Bereich weiter ausgearbeitet, bis hin zu einer genauen Arbeitsanweisung.

Erstaunlich war dabei für mich, wie sich die Details seit meinem ersten reinen LinkedIn Buch in 2014 schon wieder geändert haben. Und die Mitgliederzahlen haben sich weltweit seitdem verdoppelt, in Deutschland sogar tendenziell verdreifacht. Wenn man sich meine ersten Blogbeiträge von LinkedIn anschaut, ist es um so erstaunlicher, wie sich die Plattform entwickelt hat.

Über Feedback würde ich mich freuen und vor allem, wenn es Euch gefällt, wenn ihr es Amazon oder anderen Plattformen erzählt.

Mein besonderer Dank geht an Constanze Wolff, die sich stark engagiert hat, an den Viley Verlag im Allgemeinen und vor allem an Marcel Ferner und Kai Zöllig

Intro

Im Moment scheint LinkedIn in Deutschland einen eindeutigen Trend nach oben (im Sinne der Nutzung) zu spüren. Das bringt naturgemäß auch mit sich, dass „Social Media Berater“ (der „Expertenstatus“ ist hier ja in keiner Weise geschützt) in die Timeline drängeln.

Leadautomation und Funnelmarketing

In letzter Zeit drängeln sich einige Butzen in die Timeline, die in kleinen Videos anpreisen, endlich Ihr B2B Marketing zu automatisieren. Die Geschäftsidee ist dabei immer dieselbe: Eigentlich sollen Ihnen Onlinekurse oder ähnliches verkauft werden. Dabei setzt diese auf eine vollständige Automation. Werbung wird ausgebracht, der Kunde dazu gebracht zu klicken und alles geht wunderbar und automatisch. Dabei werden gerne Begriffe wie „Touchpoint“ und „Leads“ verwendet. Und zum Schluss kommen immer „Sales“ oder „$$$“ dabei heraus.

Es fängt damit an, dass diese Experten selten Ahnung von LinkedIn, geschweige von B2B Sales haben: Bei Verkäufen im fünf-, sechs- oder gar siebenstelligen Bereich ist die Herangehensweise halt eine andere, als für Küchenmesser oder Nahrungsergänzungsmittel. Allein, dass die Werbung in der Timeline ist, stellt eine Verletzung der LinkedIn Bedingungen dar: Werbung muss in den gekennzeichneten Bereichen dargestellt werden, die Timeline ist eigentlich Inhalten („Content“) vorbehalten. Allerdings macht die ja auch von Agenturen betreute Audi AG auch gern falsch.

Dabei werden die Mechanismen von Facebook und Instagram übertragen, ohne Rücksicht auf die Besonderheiten von LinkedIn einzugehen. Was oft noch gelernt werden muss:

Uninteressant Anzeige melden bei LinkedIn

Wenn Werbung in der Timeline zu häufig als Spam deklariert wird, steigt der Preis für die zu schaltende Anzeige. Kommen die Meldungen zu häufig, so wird im ersten Schritt der Account des Betreibers eingeschränkt, danach gesperrt. Im Gegensatz zu Facebook und Instagram kann man aber nicht so schnell ein neues Unternehmensprofil eröffnen.

Generell sollte man sich mit den LinkedIn Bedingungen im Vorfeld auseinandersetzen, bevor man einen Funnel und automatisiertes Marketing versucht, zu etablieren. Und Kontaktbots etc. sind sowieso nicht zugelassen. Wenn man zu viele Anfragen von Ernährungsberatern oder ähnliches erhält, sollte man den „Vernetzen“ gegen den „Folgen“ Button tauschen.

Intro

Heute sah ich einen Tweet, den ich interessant fand:

Tweet Job LinkedIn

Mein persönliches Highlight war mal eine Jobanzeige, wo ich mich auf ein Praktikum in der Analchirurgie bewerben sollte: War das schon wieder Humor eines Algorithmus?

Hier ein paar Tipps, wie solche Anzeigen und die Timeline besser werden.

LinkedIn effizienter nutzen

Man muss sich vor Augen führen, dass LinkedIn stark von Algorithmen getrieben ist. Das ist nicht unähnlich wie bei Google, Apple oder auch Microsoft. Hier mal drei Stellen, an denen man das für die Qualität seiner Timeline nutzen kann

Jobangebote sichten

Wenn man „komische“ Jobangebote sieht, sollte man sich die Jobangebote anschauen und mal diejenigen markieren, die man auf jeden Fall uninteressant findet:

Uninteressantes Jobangebot auf LinkedIn

Da sieht man ein Zeichen auf der rechten Seite: Klickt man darauf, so wird die Jobanzeige ausgeblendet. Hier kann LinkedIn lernen.

Unliebsame Werbungen ausblenden

Zur Zeit mehren sich die gesponserten Anzeigen in der Timeline. Was viele nicht wissen, ist, dass man den Beitrag auch melden kann, um auf die Nervigkeit hinzuweisen.

Uninteressant Anzeige melden bei LinkedIn

 

Wenn man auf „melden“ geht, wird nach dem Grund gefragt:

Uninteressant Anzeige melden bei LinkedIn

Hier sind die Gründe angegeben. Wenn man das nutzt, hilft man allen: Dazu muss man wissen, dass Anzeigen mit vielen Meldungen „Uninteressant“ oder „Lästig“ von LinkedIn verteuert werden. Damit werden die Automatisierungsexperten bestraft, einfach mit der Gießkanne die Werbungen in ihrem „Funnel“ auszuschütten. Eigentlich sollte man die Anzeige danach auch nicht mehr zu Gesicht bekommen. Das klappt aber nur bedingt, da oftmals die gleiche Anzeige in x Varianten geschaltet wurde und nur dir Variante ausgeblendet wird, die man gemeldet hat.

Unsinnige Kontaktanfragen „ignorieren“

Auch werden immer stärker die Kontaktanfragen, die oft auch über Tools automatisiert ausgegeben werden. Oder auch so spannende wie „Ich habe gesehen, dass Du auch Geschäftsführer bist“.. ja, da will man sich doch gleich vernetzen? Da hilft es die Buttons Vernetzen mit Folgen zu tauschen, da die Bots ins Leere laufen. Kommt dann doch eine an, unbedingt die Anfrage ablehnen:

Kontaktanfrage bei LinkedIn ablehnen

Auch hier lernt der Algorithmus von LinkedIn: Jemand, der lauter Ablehnungen erhält, wird im ersten Schritt dazu aufgefordert, die Mailadresse des Kontaktempfänger anzugeben und im zweiten Schritt für Kontaktanfragen erst ausgesetzt und irgendwann gesperrt.

Intro

Ein wichtiges Kriterium bei der Nutzung von Business Netzwerken ist, wer wo zu finden ist. Es geht gerade im B2B Kontext ja um relevante Reichweite und nicht um Absolute. Daher schaue ich mir mittlerweile seit 10 Jahren die Reichweite von XING und LinkedIn bei den DAX Konzernen an. Diese sind daher von Interesse, da viel Budget, Jobs oder Projekte von diesen gesteuert werden.

Die Zahlen

Die Konstanz der letzten Jahren ermöglicht es, interessante Zeitreihen aufzustellen. Die Logik ist seit 2010 dieselbe: Ich entnehme den Unternehmensprofilen auf LinkedIn und XING jeweils die Anzahl der Follower und der Mitarbeiter.

Die Entwicklung

Zu Beginn erst einmal die angekündigten Zeitreihen. Diese habe ich wie immer in Mitarbeiter und Follower aufgeteilt.

Entwicklung Mitarbeiter DAX LinkedIn XING 2010 2020

wobei spannend ist, dass die Anzahl der Mitarbeiter bei DAX Konzernen abgenommen hat. Dieses hat zum einen mit der neuen Zusammensetzung des DAX zu tun (Vonovia und Wirecard zum Beispiel als neue DAX Mitglieder haben nicht ansatzweise so viele Mitarbeiter, wie die entschwundenen Konzerne). Allerdings scheinen die Netzwerke auch hin und wieder die Datenbanken aufzuräumen.

Bei den Followern hat sich der Trend der letzten Jahre weiter fortgeführt: So ist bei manchen DAX Konzernen die Reichweite bei LinkedIn sogar höher, als bei Facebook oder Instagram. Für XING gilt, dass die Followingfunktion scheinbar recht unbekannt ist.

Entwicklung Follower DAX LinkedIn XING 2010 2020

Die Mitarbeiter

Jetzt erst mal der Blick auf die Mitarbeiter, die ein Profil bei XING oder LinkedIn haben. Die meisten Mitarbeiter haben folgende Unternehmen:

Meiste Mitarbeiter DAX LinkedIn XING 2020

Die Follower

Bei den Followern ergeben sich als „TOP 5“ folgende Zahlen. Auch hier hat Siemens die Nase ganz weit vorn:

Meiste Follower DAX LinkedIn XING 2020

Ich denke, den Vergleich bei Followern werde ich irgendwann die nächsten Male einfach aufgeben: Die Followingfunktion bei XING wird einfach nicht genutzt.

Alle Unternehmen auf einen Blick

Um einen Überblick über alle Mitarbeiter und Follower in einer Grafik. Hier kann man alle 30 DAX Unternehmen betrachten. Bitte auf die Grafik klicken, um eine bessere Darstellung zu erhalten. Gerne kann ich die Zahlen und Grafiken auch direkt zur Verfügung stellen.

Die Mitarbeiter:

Mitarbeiter DAX LinkedIn XING 2020

Die Follower

Follower DAX LinkedIn XING 2020