Ein erneuter Abgesang auf XING (Reloaded)

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LinkedIn Official LogoMit der Überschrift lehne ich mich heute an einen vielbeachteten Artikel von Jürgen Vielmeier aus 2013 auf netzwertig.com an. Auslöser für die aktuelle Debatte waren die Mitteilungen, dass LinkedIn erst 300 Millionen Mitglieder weltweit erreicht hatte, und kurz darauf wurden im Anschluss bekannt, dass die 5 Millionen Mitgliedermarke im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Schweiz und Österreich) überschritten hatte. Damit fand sich viel Aufmerksamkeit für den rein deutschen Kampf XING vs. LinkedIn.

Der Vergleich

LinkedIn wuchs am Anfang im Vergleich zu XING eher behäbig. Die Oberfläche von LinkedIn gibt es allerdings schon seit 2009 auf deutsch. Zu diesem Zeitpunkt sah es besser für den deutschen Pendanten noch besser aus. Die fehlende Internationalität spiegelte sich aber damals schon in der Penetration bei den großen Konzernen (DAX) damals wieder. Die Entwicklung seitdem:

Angemeldete Mitglieder LinkedIn und XING bis 2014 in DACH

Abgesänge, die Chronologie

Am Anfang stand die Pressemitteilung von LinkedIn. Abgesänge auf XING gabe es aber früher schon. Der erste, der für Diskussionen sorgte, war die Prophezeiung von Joel Kaczmarek auf Gründerszene, dass XING 2015 nicht mehr geben wird. Und tatsächlich sehen die Zeichen danach aus, dass LinkedIn im deutschsprachigen Raum an Fahrt gewinnen wird. Am 05. Mai nahm sich Heise dem Thema an. Dabei vergleicht der Artikel 839.000 Neumitglieder von XING mit der 1.000.000 Wachstum von LinkedIn seit September letzten Jahres. Was dabei keine Beachtung fand: XING hatte 839.000 neue Mitglieder (also nicht abgezogen: Abgänge), während Linkedin netto um 1.000.000 wuchs (also Abgänge mit eingerechnet). Der Unterschied ist also noch mal höher.

Was neu war: Die Nachricht wurde an vielen Stellen mit aufgegriffen. Tobias Gillen von BasicThinking nutzte die Überschrift, dass LinkedIn Gas macht, Onlinemarketing.de wähnt XING auf dem Abstellgleis, W & V fragt nach dem Feuer unterm DACH, in der Huffington Post wird von Aufholjagd gesprochen und die Berliner Morgenpost stellt nüchtern fest, dass LinkedIn schneller wächst als XING. Neu war das mediale Interesse, dass vorher so in der Form nicht festzustellen war.

Extro

Der Zweikampf LinkedIn vs. XING ist zäher, als wir es von den VZ Netzwerken oder dem aktuellen Abgesang von Wer-Kennt-Wen gewöhnt sind. Der Grund ist banal: Business Netzwerke sind langweilig und können als Adressbuch immer gute Dienste leisten. Ein privates Netzwerk ohne Interaktion hingegen hat keine weitere Existenzberechtigung. So versucht XING mit kostenlosen Kaffee am Mittwoch für Premiummitglieder und 2,7 Millionen Euro für 50.000 zusätzliche Mitglieder im letzten Quartal den Anschluss nicht zu verlieren. Dabei kamen die unterschiedlichen Shitstorms wegen Preiserhöhungen in der Schweiz, den Gruppenumbau und der Reduktion des Leistungsangebotes bei den Unternehmensprofilen höchst ungelegen. Wenn das Wachstum so weiter geht, diskutieren wir das in sechs Monaten wieder – wenn die 6 Millionen in DACH von LinkedIn erreicht sind.

Stephan Koß/Google+
Autor: Stephan Koß;

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