LinkedIn vs. XING: Der Stellenmarkt Ende 2013


Intro

Bereits zu Beginn des Jahres hatte ich die auf XING und LinkedIn öffentlich zugänglichen Stellenanzeigen gesammelt und verglichen. Zwar werden die Businessnetzwerke eher dazu genutzt, passive Kandidaten zu identifizieren und anzusprechen, aber diese Vorgehensweise ist schlecht messbar. Stellenanzeigen hingegen kann man direkt vergleichen. Kritik hatte ich im Frühjahr dafür einstecken müssen, dass ich Praktika nicht direkt ausgewiesen hatte. Daher ist in der Gesamtentwicklung die Summe ohne Praktika ausgewiesen und in den Ländervergleichen die Gesamtsumme und Praktika einzeln. Damit kann jeder die Zahlen selber beurteilen.

Die Zahlen

Insgesamt folgen nun sieben Grafiken, die das Duell der Businessnetzwerke auf Grundlage der aktuell angebotenen Stellenanzeigen quantifizieren.

Entwicklung (DACH Gesamt)

Sicherlich am interessantesten ist auf Metaebene die Gesamtentwicklung. Diese habe ich seit Januar immer wieder gemessen:

Stellenanzeigen Entwicklung in der DACH Region bis November 2013Hier konnte LinkedIn im Frühjahr und Sommer einen Vorsprung von nahezu 2.000 Stellen ohne Praktika aufbauen und seitdem relativ konstant halten.

Stellen aktuell in Deutschland

Im Folgenden das Angebot nur in Deutschland:

Stellenanzeigen Deutschland November 2013

Stellen aktuell in Österreich

Im Folgenden das Angebot nur in Österreich:

Stellenanzeigen Österreich November 2013

Hier kommt XING dem amerikanischen Konkurrenten am nächsten.

Stellen aktuell in der Schweiz

Im Folgenden das Angebot nur in Schweiz:

Stellenanzeigen Schweiz November 2013

Größten Branchen im Vergleich

Interessant dürfte für einige Leser sein, ob es Unterschiede bei den Branchen gibt. Diese Auswertung ist allerdings mit Vorsicht zu genießen, da die Branchen bei XING und LinkedIn nicht identisch sind. Wer in der Automobilbranche oder im Maschinenbau etwas sucht, hat bei LinkedIn eine größere Auswahl:

Größten Branchen nach Stellenanzeigen in DE November 2013

Die größten Anbieter im Vergleich

Wer sind die größten Anbieter von Stellenanzeigen auf XING und LinkedIn?

Größte Anbieter nach Stellenanzeigen in DE November 2013

Regionale Unterschiede

Die Unterschiede hatte ich im Frühjahr bereits ausgearbeitet: Während Hamburg und Berlin xinglastig sind, sind alle anderen Städte eher auf LinkedIn vertreten. Hier die Übersicht der wichtigsten Regionen:

Stellenanzeigen Regionen Deutschland November 2013

Extro

Auch bei den Stellenanzeigen zeigt sich, dass LinkedIn eher bei Konzernen dominant ist. XING will seinen Umsatz bis 2016 verdoppeln. Bei den Stellenanzeigen sehe ich das jedoch nicht kommen.

Stephan Koß/Google+
Autor: Stephan Koß;

3 Kommentare
  1. mareike sagte:

    Hat dies auf brotgelehrte rebloggt und kommentierte:
    Eine sehr interessante und hilfreiche Auswertung zu social networks als Karriereportale. Für uns GeisteswissenschaftlerInnen fällt auf, dass wir für LinkedIn und XING nicht zur Zielgruppe zählen; sehr hoch ist der Anteil von IT/Internet. Es gilt wie stets, Nischen zu suchen und zu finden, denn natürlich bietet „Internet“ ebenso welche wie „Dienstleistungen“.
    Ich persönlich war richtig erleichtert, diesen Artikel zu lesen. Seit Wochen frage ich mich, was ich falsch mache: Regelmäßig bin ich in den Portalen, aktualisiere, poste, suche „Kontakte“, aber eigentlich dokumentieren meine Netzwerke einen Ist-Zustand und erlauben keine Entwicklung neuer Geschäftsbeziehungen. Nun ahne ich: Sie sind in ihrer sozialen Grundausstattung aus zwei Richtungen nicht passgenau: Weder tummeln sich dort die Leute, die Spezialisten wie mich suchen, noch hat sich die professionelle Kultur, aus der ich stamme, dort etabliert. Fazit: Diese Netzwerke eignen sich gut, um mit Kollegen in Kontakt zu bleiben, Informationen auszutauschen und vereinzelt neue Verbindungen aufzubauen, wo räumliche Distanz ein persönliches Kennenlernen erschwert. Zum Berufseinstieg in unseren Kernbereichen eignen sich diese Netzwerke kaum. Sie sind eher eine erweiterte Visitenkarte.

  2. Hallo Mareike und danke für den ausführlichen Kommentar.

    Ich gebe Dir Recht, die Portale haben sich in Deutschland noch nicht richtig etabliert (so ist die Penetration auf die Bevölkerung bezogen in Dänemark oder Holland beispielsweise viermal so hoch wie hier). Auch sind einzelne Ströme besonders aktiv (Hier sind gerade die BWLer zu nennen).

    Trotzdem kann der Aufbau des Netzwerkes gerade in jungen Jahren attraktiv sein: Man weiß nie, was aus Kommiltonen etc. wird. Ich nenne das „B Kontakte“: Leute, mit denen man gut ausgekommen sind, aber einfach in der Versenkung verschwinden (Stichwort: Dunbar Zahl), da man nicht alle im Orbit halten kann.

    liebe Grüße aus Hameln
    Stephan

  3. Breitenmoser sagte:

    Hallo aus der Schweiz
    Sehr gute Auswertung! Die Zahlen entsprechen meinen Erwartungen – XING/LinkedIn sind Portale, wo man Kandidaten sucht und nicht Portale wo Kandidaten Stellen finden…
    Spannend wäre zu wissen, wie gross der Anteil der Stellenausschreibungen direkt von Arbeitgebern ist… Vermutlich haben die Personalvermittler mehr Jobs.

    Herzlichst, Stephan Breitenmoser

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