Huffington Post und der Untergang des Abendlandes?

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Im Moment findet man überall Artikel zum Start der Huffington Post am 10. Oktober in Deutschland. Was mich erstaunt, ist die teilweise emotionale Intensität, die in diesen Diskussionen zu finden ist.

Meine 2 Cents

Ich verfolge die Diskussion schon länger, und auch Stefanie Bamberg stellt fest, dass manche Blogger das Ende des Abendlandes in dem Start der Online Zeitung sehen. Eine Übersicht von Meinungen hat t3n publiziert.

Ein Artikel, der dazu beigetragen hat, ist „Kostenlose Schreibkräfte gesucht – Deutsche Huffington Post, gib Geld!“ von Kai Petermann. Dieser Artikel ist einer der größten PR Kampagnen für die Huffington Post. Der Mitarbeiter, dessen Kontaktdaten bei der Huffington Post veröffentlicht wurde, wird gerade von Anfragen überschüttet. Im Kern, findet Kai, werden Blogger durch die Erstverwertung seitens der Huffington Post, ausgebeutet. Ist dem wirklich so?

Huffington Füller LinkedInsidersEs gibt in Deutschland tausende von Bloggern, die ihre Nische bedienen. Diese leben nicht von ihren Blog und erheben gar keinen Anspruch, Journalist zu sein (Ich zähle mich auch dazu). Wenn diese Personen hin- und wieder auf einer anderen Plattform, als ihrer Eigenen, bloggen, was verlieren sie dadurch? Im schlimmsten Fall 2 – 3 h Arbeitszeit. Sie werden aber sicherlich keinen Reputationsschaden erleiden.

Interessant ist im Vergleich, wie Journalisten darüber denken. Hier sei der Artikel Angriff auf den Journalismus 1.0“ einer Caroline von Eichhorn empfohlen: In dem unreflektierten Erzeugnis beißt die Dame um sich wie der Apothekenverband bei der Etablierung von Doc Morris. Solche Artikel tragen sicherlich zu der emotional aufgeladenen Stimmung bei.

Allerdings eines ist ungewiss: Zahlt die Huffington wirklich mit Reichweite? Das Medium muss sich erst etablieren und zu Beginn werden die Blogger der Huffington helfen, nicht umgekehrt. Woher Sascha Pallenberg die Gewissheit nimmt, dass diese „ordentlich Reichweite“ generiert, kann ich noch nicht nachvollziehen. Zu unberechenbar ist der eigentümliche, deutsche Markt.

Aber warum nicht versuchen? Die Blogger sind unorganisiert, jeder schreibt leise (oder laut) vor sich hin. Ein zentrales Medium hat zumindest einen Versuch verdient. Und Reichweite können einige Blogger gut vertragen. Da stimme ich mit Sascha Pallenberg überein: Ich freue mich und warte erst mal ab. Auf jeden Fall wünsche ich Sebastian Matthes als neuer Chefredakteur alles Gute zum Start!
Stephan Koß/Google+

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