LinkedIn kauft Xing? Fünf Argumente dagegen

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LinkedIn Official LogoWie zyklisch immer wieder kehrend kommen Gerüchte auf, dass LinkedIn Interesse am deutschen Netzwerk Xing hätte. Bereits Januar 2011 hatte ich dazu gebloggt. Die wesentlichen Argumente haben sich seitdem nicht geändert. Diese Gerüchte Logo Xingverhalfen der deutschen TecDax Aktie zu einem Allzeithoch. Wer welche in seinem Portfolio hat, sollte jetzt verkaufen. Warum erläutere ich im folgenden Artikel.

Argumente

Gestreut wurde die Gerüchte zuerst über das deutsche Wall Street Journal. Diese wurden von etlichen aufgenommen, wie Kress oder auch N-TV. Die Ideen entstammen vorrangig Charts- und Trendanalysen. Wenn man sich fundamental mit dem Thema beschäftigt, gibt es einige Argumente die dafür sprechen könnten, XING zu kaufen. Aber betriebswirtschaftlich sprechend viele Gründe dagegen.

Zu teuer

Bei der jetzigen Marktkapitalisierung müssten 208 Millionen € für den 50% Anteil von XING gezahlt werden. Dieses müsste LinkedIn teuer finanzieren, da die Mittel dazu nicht ausreichen sollten.

Zielgruppen unterscheiden sich

Völlig identisch sind die Zielgruppen von XING und LinkedIn nicht. Während LinkedIn eher auf Unternehmen und Konzerne abzielt, hat XING seine Stärken im Freelancer und Freiberuflerbereich. Dieser Bereich ist bei LinkedIn nicht so stark ausgeprägt und es gibt keine weiteren Anzeichen, sich dort zu verstärken. Bei Mitarbeitern von Konzernen widerum ist LinkedIn in Deutschland besser aufgestellt und braucht keine Akquise.

Wohin mit den Daten und Personal?

Die Frage wäre: Was würde LinkedIn wollen? Es gebe zwei Wege: Zum einen die Übernahme in die LinkedIn GUI: Dieses würde aber wahrscheinlich viele, die sich bewusst gegen LinkedIn entschieden haben, vertreiben, und die anderen sind eh schon da. Ein autarkes Weiterlaufen lassen der XING Oberfläche wäre auf Dauer zu teuer in der Pflege.

Soziale Netzwerke lassen sich schwer migrieren

XING hat selber Erfahrungen sammeln dürfen in der Migration akquirierter Netzwerke. Sowohl das Ankaufen des spanischen eConozco als auch des türkischen Cember.net hat XING nicht geholfen, in den beiden Märkten Fuß zu fassen. Genau aus diesem Grund wird vertikal eingekauft und Technik erworben, wie Pulse oder der Erwerb von Slideshare.

Deutsche Markt erschließt sich bereits

Ein Argument ist auch immer wieder, LinkedIn würde im deutschen Markt hinterherhängen. Es gibt im deutschsprachigen Raum aber drei Treiber, die das Wachstum von LinkedIn begründen:

  1. Die Schweiz: Hier hat LinkedIn mit ca. 1 Million Mitglieder die doppelte Anzahl wie XING.
  2. Die Konzerne: Auch hier hat LinkedIn die Nase vorn
  3. Die Stellenanzeigen: Auch wenn der Trend im Recruiting zur aktiven Ansprache von Interessenten geht, so kann man die Stellenanzeigen als messbaren Indikator der Unternehmensaktivitäten nutzen. Und hier hat LinkedIn gegenüber XING aufgeholt, in einem Sektor, der einen Viertel des Umsatzes darstellt:

Stellenanzeigen Summe und Praktika Ende August 2013Hier hat XING einen Abschwung hingelegt:  -40% in sechs Monaten. Ob Kununu da hilft? Bis jetzt sieht es nicht so aus.

extro

Summa Summarum sieht es nicht so aus, als ob eine Akquise von XING durch LinkedIn sinnvoll wäre. Nicht zu guter Letzt hat das Senior Management von LinkedIn immer wieder betont, organisch wachsen zu wollen. Ich wäre auf jeden Fall überrascht.

Stephan Koß/Google+
Autor: Stephan Koß;

2 Kommentare

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