„95% nicht zu gebrauchen“ – wie vollständig muss ein Online Profil sein?

intro

Heute las ich eine Zahl in der Frankfurter Rundschau (war die nicht eh pleite?), die ich erstaunlich fand:

Von 100 Profilen sind etwa 95 praktisch nicht zu gebrauchen

behauptete die Karriereexpertin Svenja Hofert. Eine Zahl, ähnlich wie, dass sich 51% aller Menschen auf Facebook über Marken unterhalten wollen. Zum einen würde mich eine empirische Herleitung interessieren, zum anderen frage ich mich, wie statistisch daneben mein (persönliches) Netzwerk liegt.

Wie vollständig muss ein Online Profil sein?

Kommen wir zu der obigen Aussage zurück: Wäre geschrieben worden mit der Ergänzung „für den nächsten Karriereschritt“ oder ähnliches, bräuchte ich den Artikel nicht zu schreiben. Wer aber die Horden von blonden Kostümchen kennt, die unter den Label des „Recruiting“ einen mit irgendwelchen Angeboten kalt torpedieren, weiß, dass ein rudimentäres Profil auch Charme besitzt. Im Zentrum eines Online Profils steht das eigene Netzwerk, dass es zu pflegen gilt.

Was wollen Sie erreichen?

Die generelle Frage ist, was wollen Sie erreichen. Schielen Sie auf den nächsten Job oder suchen Aufträge, insbesondere als neuer Freelancer oder Freiberufler, ist ein gut strukturiertes und vor allem vollständiges Online Profil ein Muss. Jedoch sind das nicht alle Nutzer. Der Mehrwert kann (und wird) auch aus dem Netzwerk generiert. Umso besser man bereits vernetzt ist, desto unwichtiger wird die Darstellung im Online Profil.

Netzwerk aufbauen

Das Netzwerk aufzubauen geht nicht schnell. Gerade bei den B Kontakten (also Personen, die man fast oder schon aus den Augen verloren hat) können Netzwerke wie Xing oder LinkedIn gute Dienste leisten. Das benötigt Zeit, viel Zeit. Hier sollte man immer wieder in den Kontakten der Kontakte surfen oder nach alten Namen oder Arbeitgeber fahnden: Oft melden sich die Personen erst später an. Das Netzwerk kann einem aber auch so helfen: Die Personen wissen ja hoffentlich, mit wem sie sich vernetzt haben.

Das Online Profil pflegen

Das Online Profile zu pflegen, ist gerade für Neulinge und / oder Freiberufler ein Muss: Wollen diese ja auf sich aufmerksam machen. Für alle anderen gilt: Die Pflege ist gut und sinnvoll, aber kein Muss. Was gar nicht geht, gerade auf Xing oder LinkedIn, sind Spaßfotos oder irgendwelcher Murks bis hin zu Falschangaben. Aber Vollständigkeit ist nicht das a und o.

extro

Ich kann die 95% nicht bestätigen. Es gibt viele, die LinkedIn oder Xing als selbstaktualisierendes Adressbuch benutzen. Und das ist auch gut so und nicht zu beanstanden. Ohne die Fragestellung des Benutzers zu kennen, kann ich keine Aussage zu der Sinnhaftigkeit eines Online Profils machen. Für Freiberufler sind Referenzen und ein Unternehmensprofil sehr sinnvoll.

Stephan Koß/Google+
Autor: Stephan Koß;

6 Kommentare
  1. Schmitti sagte:

    Die FR bietet hier nicht allzu viel Originelles – weder von der Aussage noch vom Stil her. Ein paar kleine Änderungen hier und da und der Artikel könnte unter der Überschrift „Was ich bei meiner schriftlichen Bewerbung beachten sollte“ in der nächsten ‚Bäckerblume‘ erscheinen. Hat man alles so oder so ähnlich schon viel zu oft irgendwo gelesen.
    Und die Aussage? Onlineauftritte müssen gepflegt werden; das gilt vor allem für die eigene Website. Ich ärgere mich immer maßlos, wenn ich unter ‚Aktuelles‘ bestenfalls News von 2011 finde.
    Aber trifft das auch auf Netzwerkprofile zu? Wie Du selbst angemerkt hast, ist die individuelle Zielsetzung entscheidend. Und wer z.B. neue Mitarbeiter sucht, dürfte froh darüber sein; dem geübten Auge sollte es nicht schwer fallen den Schwan zwischen den Enten zu entdecken. Wer Interesse wecken will, neigt wohl dazu etwas Arbeit in sein Profil zu investieren. Gut für Headhunter, Personaler und Co. Denn die wollen doch sicher auch nicht jeden, oder?!

  2. Hmmm, bei Kommentaren gibt es gar kein like – schade eigentlich. Dank Dir für den Kommentar. Dein letzer Satz ist entscheidend: Auch nicht jeder will Personaler, Recruiter und ähnliches zu Besuch haben. Es gibt halt Leute, die sind 2013 mit Ihrer Arbeit zufrieden. Und teilweise haben die Recruiter sich das auch selber zuzuschreiben: Wenn man dumpf 1.000 Personen anschreibt und schaut, wer reagiert, verlieren diese Ihr Interesse.

    lG aus Hameln
    Stephan

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