Poachee und die Kunst des anonymen Recruiting

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logo poacheeAktuell bin ich auf einen Artikel in der FAZ gestoßen, der das Berliner StartUp Poachee beschreibt. Die Idee dahinter ist simpel: Personen können sich dort anonym registrieren und abwerben lassen. Daher auch der Name Poachee: Dieses soll ein Kunstwort darstellen und bezieht sich auf das englische to poach, abwerben lassen. Wie sieht es aus?

Wie funktioniert Poachee?

poachee AnmeldungDie Anmeldung erfolgt anonym mit „irgendeiner“ Mailadresse. Man benötigt keine Verbindung zu einem Netzwerk wie zum Beispiel Facebook. Über eine Bestätigungsmail ist man bereits angemeldet.

Die Angaben, die man machen muss, sind eher rudimentär und beschränken sich auf Berufserfahrung, aktuelles Gehalt, Skills, bevorzugte Branchen.

Danach kommt man in eine große Datenbank und ein Algorithmus sorgt dafür, dass man mit den richtigen Recruitern in Verbindung gebracht wird. Poachee selber spricht von „Stealth Profilen“. Der Ansatz ist die Steigerung des im letzten Jahr online gegangenen Silp aus der Schweiz. Der Grundgedanke dabei ist recht ähnlich: Ich trete im Netz nicht als Jobsuchender auf, was besonders Führungskräften und Senior Management entgegen kommen sollte. Im Moment ist die Unternehmung des Berliners Florian Röllig eigenfinanziert. Das Geld soll später von Recruitern kommen, die im „All you can eat“ Angebot 112 € im Monat zahlen sollen. Das ist 1/4 wie eine Stellenanzeige beim Hamburger Netzwerk Xing kostet.

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Das der Bewerber gegenüber dem Recruitern nicht in Erscheinung tritt und anonym bleibt, bis er selber in Erscheinung tritt, ist ähnlich wie bei Silp. Dass die Anmeldung selber auch Personen mit Business Profil in Deutschlandanonym ist, stellt den entscheidenden Unterschied zu Silp dar. Gerade in Deutschland hat die Idee Reiz. Viele sprechen vom Siegeszug der Businessnetzwerke. Stellt man die Anzahl der arbeitenden Bevölkerung in Verbindung zu den vorhandenen LinkedIn und Xing Profilen sich vor, ergibt sich ein anderes Bild. Die Grafik ist sogar zugunsten der Businessnetzwerke ausgefallen, da ich keine Überschneidung der beiden Netzwerke unterstellt habe. tatsächlich wird es eine geben und die Quote der Abstinenzler noch höher sein. Ein Großteil davon wird schlichtweg kein Interesse haben. Aber ein gewisser Anteil wird sich nicht öffentlich darstellen wollen und für diese ist die Vorgehensweise eine Alternative.

Nachteil ist, dass wieder nur Personen erreicht werden, die nach Alternativen suchen. Schläfer erreicht man darüber nicht.

Stephan Koß/Google+
Autor: Stephan Koß

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