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Spam in Gruppen – was Xing von LinkedIn lernen kann

intro

LinkedIn Official LogoXing legt immer großen Wert darauf, dass es kein Klon von LinkedIn ist. Ich denke, im Bereich der Gruppen legt LinkedIn darauf auch großen Wert. Waren die Gruppen zu OpenBC Zeiten das Argument für das deutsche soziale Netzwerk, ist das Produkt kaum Logo Xingmerkbar gepflegt und die Moderatoren ohne technische Unterstützung allein gelassen worden. Hinzu kommt die Problematik, dass Xing verlangt, dass Moderatoren Mitglieder verwarnen, aber nicht die Möglichkeit zulassen, dass alle Ihre Gruppenmitglieder anschreiben können.

Ausgangslage

spam xing 2Heute Morgen sah es in meinem Forum mal wieder so aus, wie rechts abgebildet. Wie schon gesagt, nur in meiner Gruppe. Ich habe den irrealen Namen mal verpixelt, da sonst die nächste Abmahnung seitens Xing ansteht. Auch andere Mitglieder beschweren sich über den immer noch zunehmenden Spam. Hinzu kommt das Problem, dass man auf der Startseite nicht mehr erkennt, in welchem Forum der Artikel steht. Hier ist dumpfe Fleißarbeit angesagt, die kaum einen Mod Freude bringt.

Ich habe mal bei LinkedIn geschaut. Das Gruppenprodukt von Xing ist in die Jahre gekommen und Bedarf dringend Erneuerung. Hier sollte die Chance ergriffen werden, den Mods zeitgemäße Hilfe an die Hand zu geben, damit die Moderation der Gruppe nicht in administrative Fleißarbeit ausartet. Innerhalb der Geschäftszeiten von Xing kann man auf Hilfe hoffen, am Wochenende oder abends ist diese nicht zu erwarten. Aber mit etwas technischer Unterstützung könnte bräuchte man diese auch nicht.

Was kann man tun

Hier ein paar Anregungen von LinkedIn (allerdings sind sogar die neuen Google+ Communities besser ausgestattet als die Gruppen von Xing)

1. Mods können Ihre Mitglieder immer anschreiben

Nachricht an MitgliederMods können bei LinkedIn Ihre Mitglieder über die Gruppenverwaltung immer anschreiben. Dieses geht auch dann, wenn das Mitglied keine Nachrichten zulässt. Und das ist auch gut so, dass eine Kommunikation immer möglich ist. Auch muss der Mod keine Premiummitgliedschaft haben.

2. Einzelne Mitglieder moderieren

Moderation erforderlich Auch möchte man nicht unbedingt immer zur Keule greifen und ein Mitglied der Gruppe verweisen. Hier gibt es die Möglichkeit, einzelne Gruppenmitglieder auf „Moderation“ zu schalten: In diesem Fall wird ein neuer Beitrag eines Mitgliedes erst nur für den Mod sichtbar geschaltet. Wenn dieser den Beitrag freigibt, wird dieser im Forum für alle Gruppenmitglieder sichtbar. Ein guter Mittelweg, um jemanden zu zügeln, der etwas zu viel Werbung betreibt.

3. Flaggen

Tester 2 neuEine der wichtigsten Funktionen in der Gruppe ist das Flaggen. Hier kann ein Mitglied einen Beitrag als

  • Unangemessen
  • Werbung
  • Stellenanzeige

Melden. Der Mod bekommt dann einen Hinweis und kann reagieren. Wichtig: Durch die Meldung allein passiert noch nichts, sofern man es nicht anders eingestellt hat. Dieses wäre die zentrale Forderung für ein zeitgemäßes Gruppenprodukt.

4. Reiter für Werbung und Stellenanzeigen

Spam Prävention bei LinkedIn: Karten für Stellenanzeigen und Werbung aktivieren

Spam Prävention bei LinkedIn: Karten für Stellenanzeigen und Werbung aktivieren

Man kann in den LinkedIn Gruppen eigene Reiter für Werbung und für den Stellenmarkt aktivieren. Dieses hilft ungemein, um die Diskussionsforen sortenrein zu halten, ohne Mitglieder vergraulen zu müssen. Ich halte das für einen netten Zwischenweg. Neuerdings kann man sogar Stellenanzeigen von LinkedIn automatisch der Karte zuordnen lassen. Dieses funktioniert in Teilen auch ganz gut (zum Beispiel, wenn Recruiter ihre Stellenanzeigen im Stream teilen). Eine, wie ich finde, nette Ergänzung.

5. Crowdsourcing

Crowd SourcingDas Flaggen der Artikel kann man auch anderweitig nutzen. Der Fachbegriff lautet Crowdsourcing: Man kann als Moderator definieren, dass, wenn x Personen einen Beitrag als unangemessen melden, dieser automatisch gelöscht wird. Die Methode ist umstritten (wenn die Gruppenmitglieder wissen, wie viele man braucht, könnten diese sich gegen einen zusammenrotten), aber, die Bedenken sind typisch deutsch. Ich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht und es funktioniert. Hier ist die Mitarbeit der Gruppenmitglieder gefragt, aber diese kommt mit der Zeit auch. Bis jetzt wurden auch nur wirkliche Spamfälle gemeldet.

6. Mitglied und Beiträge löschen

Blockieren und löschen 2Beim Entfernen von Mitgliedern gibt es drei Stufen:

1. Entfernen
2. Entfernen und Blockieren
3. Entfernen, Blockieren und löschen

Bei der dritten Möglichkeit werden alle Beiträge des Mitgliedes gelöscht, was im obigen Beispiel ein Traum wäre. Mir ist die Kritik an dieser Vorgehensweise bekannt, so dass man mit so einer Funktion vorsichtig umgehen sollte.

7. Blockieren

Blockieren und löschenBei LinkedIn kann man auch ehemalige Mitglieder blockieren: Es kommt immer wieder vor, dass Spammer sich Zutritt verschaffen, ihren Werbemüll abladen und dann wieder aus der Gruppe austreten. Hier kann man alle LinkedIn Mitglieder blockieren, die mindestens einen Beitrag im Forum hatten.

8. Anzeige von neuen Mitgliedern

Tester 1 neuWenn sich jemand in einem Forum anmeldet, so wird angezeigt, wenn dieser keine Kontakte hat oder neues Mitglied bei LinkedIn. Darüber kann man viele Spammer erkennen.

9. Moderation von Mitgliedern

Mitglieder neu in GruppeMan kann auch definieren, dass Mitglieder die entweder neu bei LinkedIn oder neu in der Gruppe sind, moderiert werden. Die Beiträge von diesen werden nicht direkt nach Erstellung im Forum angezeigt, sondern müssen von einem Moderator freigeschaltet werden. Hierbei kann man definieren, für wie viele Tage ein Mitglied als neu gilt. Hier kann man einen Tag eingeben: Durch die Begrenzung der Anzahl der Gruppen eines Mitglieds sind die Spammer oft darauf angewiesen, sofort Ihre Werbung abzukippen. Gelingt das nicht per sofort, sind diese schon wieder weg.

ModerationskonzeptWeiterhin kann man bei LinkedIn kann auch definieren, was die Mitglieder dürfen. Dass fängt frei an bei „Jeder darf alles posten“ und endet bei „Alles muss moderiert werden„. Hierbei gibt es verschiedene Abstufungen. So kann man nur Stellenanzeigen moderieren lassen, nur Werbung oder neue Diskussionsstränge. Der Moderator hat hier die freie Wahl, wie er in seinem Forum umgehen möchte. Allerdings: Wirklich harte Einschnitte stelle ich mir nur für riesige Gruppen als sinnvoll vor, ich selber habe davon keinen Gebrauch gemacht. Aber man könnte ja.

10. Gruppenregeln prominent darstellen

Gruppenregeln

Gruppenregeln

Ein CoC (Code of Conduct) kann sinnvoll sein. Sinnvoll ist es aber auch, dass die Gruppenmitglieder die Regeln erkennen. Bei LinkedIn kann man diese Regeln definieren. Hat man dieses getan, so wird zentral an obiger Stelle der entsprechende Link dauerhaft angezeigt. Die Gruppenregeln sind damit den Nutzern immer präsent und schnell erreichbar. Der beste CoC nutzt nichts, wenn er versteckt ist in irgendwelchen Unterforen, und nur gefunden wird, wenn man explizit danach sucht.

extro

Nach meiner persönlichen Wahrnehmung wird es höchste Zeit, dass etwas passiert. Die Gruppen sind in vielen Fällen schon extrem Werbe- und Recruiterlastig, inhaltliche Diskussionen werden immer seltener. Den Moderatoren könnte man durch ein zeitgemäßes Gruppensystem sehr helfen. In vielen Fällen ist aber auch schon Resignation zu spüren, was ich schade finde, da vor einigen Jahren die Gruppen einen klaren Mehrwert boten.

Stephan Koß/Google+
Autor: Stephan Koß

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7 Kommentare
  1. Hand auf’s Herz Stephan, dieser Spammer war ein derweil seltenes Exemplar. Unkontrollierte Gruppen wie http://www.linkedin.com/groups/Xing-Germany-1919289 saufen trotz der Technik in Spamtiraden ab.

    Zweifelsohne sind die XING Gruppen dennoch extrem überholungsbedürftig. Streng genommen sind die Gruppen von LinkedIn, was Struktur und Wiederfindbarkeit von Inhalten angeht auch mehr als überfällig. XING-seits war’s ja des neuen CEO’s erste Amtshandlung dies anzukündigen. Seit den G+ Gruppen sind XINGedIN Gruppen sehr mühsam in der Bedienung.

    • Leider nicht, so was habe ich in letzter Zeit öfters. Könnte aber auch an der Gruppengröße liegen. Aber „Flaggen“ zum Beispiel….. das konnte BB schon vor über 10 Jahren. Ich kann mich bei Xing nur über Mail an das Communitymanagement wenden, aber nicht an den Mod. Und genau das machen die meisten nicht ;-(

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