Advertisements

LinkedIn ist nicht Xing!

Intro

Im Rahmen der Reduktion der persönlichen Nachrichten bei Xing gab es in den letzten Tagen viele Diskussionen. Was mir immer wieder dabei auffällt, ist, dass Leute versuchen, ihr Geschäftsmodell 1:1 zu übertragen und sich über den mangelnden Erfolg beklagen.

Kontakte jagen mit Hindernissen

Es gibt Xing Kunden, die die Anzahl der Kontakte als Qualitätsmerkmal erachten. Wenn nun dieses auf LinkedIn versucht wird, passiert folgendes: Wenn mehrere Personen den Kontakt abweisen mit den Begründungen „Kenne ich nicht“ oder gar „Spam“, so wird diese Person für offene Kontaktanfragen gesperrt: Man kann nur noch eine Kontaktanfrage stellen, wenn man die Mailadresse der entsprechenden Person kennt. Ein simpler (oder gar automatisierter) Netzwerkaufbau ist damit nicht möglich – und ich persönlich finde das auch gut so.

Mit Nachrichten verhält es sich genauso: Das kalt anschreiben gilt auf LinkedIn als verpöhnt und wird mit einem Strafzoll belegt (die sog. InMail).

Vertrauen im Mittelpunkt

Bei LinkedIn steht das Netzwerk im Mittelpunkt. Dieses bedeutet, im Mittelpunkt sollte das reale Netzwerk stehen, Personen, denen ich vertraue. Wenn ich nun einen Kontaktwunsch habe, so stellt LinkedIn sich das vorrangig über Empfehlungen vor: Ich wende mich an jemanden, der die entsprechende Person kennt und lasse mich einführen.

Das ist wie auf einer Party: Wenn ein guter Bekannter mich vorstellt, wird relativ schnell ein Gespräch in Gang kommen. Wenn ich auf der gleichen Party zu einem Unbekannten gehe und sage „Hey, ich bin Stephan und übrigens ein ganz toller Typ“, ist die Wahrscheinlichkeit geringer. Und um so höher ich jemanden in einer Hierarchie anspreche, um so besser ist ein Avis – wie im echten Leben.

Das jemand so viel kalt anschreiben kann, wie er will, gibt es bei keinem anderen Netzwerk, außer bei Xing. Und davon sollte man sich verabschieden, wenn man bei LinkedIn aktiv sein möchte.

Hier gilt es, ein vertrauenswertes Netzwerk aufzubauen. So kann man auf Dauer mehr erreichen. Eine Diskussion isoliert, wie viele Kaltnachrichten man versenden darf zu welchem Preis ist daher auch nicht sinnvoll.

Beim Anschreiben fremder Leute hatte Xing ein Alleinstellungsmerkmal, dass nun auf 1/30 el gesenkt worden ist. Meines Erachtens ist das auch noch zu viel, aber das ist meine persönliche Meinung.

Wege zum Vertrauen

Wer bei LinkedIn gefunden werden möchte, sollte zu allererst sein Profil pflegen. Dann sind Empfehlungen (und das am Besten von Kunden) ein guter Weg, sein Profil besser zu positionieren (Tatsächlich gehen die Kundenempfehlungen auch in den Suchalgorithmus mit ein). Auch gute Gruppen, die fachlich gute Inhalte haben, sind ein sinnvoller Weg sich zu positionieren. Aber nur mit dem kalten „Hey Ich bin`s“ wird man auf LinkedIn nicht weit kommen.

Advertisements
5 Kommentare
  1. Schmitti sagte:

    Verfolgt man Deinen Blog so merkt man, dass sich der Grundtenor „Linkedln vs. Xing“ wie ein roter Faden durch Deine Beiträge zieht; sprich Du wendest Dich diesem Vergleich immer wieder zu. Offenbar durchaus zu recht!
    Hier gilt das Gleiche wie in jedem anderen Bereich unseres modernen Lebens: Die Leute lesen sich die Gebrauchsanweisung nicht durch.
    Durchaus erstaunlich. Denn wer von Xing zu Linkedln wechselt oder Letzteres zusätzlich nutzen will, tut dies doch normalerweise aus einer zielgerichteten Erwartung heraus. Wenn ich von Linkedln das Gleiche erwarten dürfte wie von Xing, wozu dann wechseln?

    Andererseits habe ich als User sicher gewisse Vorstellungen, was ein Onlinenetzwerk bieten muss. Wahrscheinlich WILL ich eine Vielzahl von ausgewiesenen Kontakten. Facebook und seiner unsäglichen Freundeliste sei dank.
    Ich persönlich bin kein Linkedln-User, da ich z.Z. die Möglichkeiten nicht nutzen kann. Aber das Angebot finde ich spannend. Denn während andere (nicht alle) Netzwerke uns suggerieren, das reale Leben abzubilden und / oder unser reales Leben in die virtuelle Welt zu transportieren, begreift sich Linkedln eher als Werkzeug um auf virtueller Basis reale Kontakte herzustellen.
    Vielleicht liege ich aber auch komplett falsch, korrigier mich ruhig!

    P.s.: In diesem Kontext gehört der „Gefällt mir“- Button abgeschafft. Zumindest, solange nicht die demokratische Alternative in form eines „Mag ich nicht“- Buttons angeboten wird!

  2. Hallo Markus,

    dank Dir für Deinen Kommentar. Selten solche substantiellen Beiträge unter den Kommentaren gesehen. Der Hinweis mit der Gebrauchsanleitung finde ich gut: Die Leute nutzen ihre alten Gewohnheiten und wundern sich, dass es nicht funktioniert. Worauf ich auch immer hinweise: LinkedIn ist langweilig…. wie Business allgemein auch. Das kann man auch mit „Chaka“ nicht wegbekommen.

    Beim „Like“ gebe ich Dir halb recht. Es gibt einen die Möglichkeit, sich mitzuteilen, ohne selber mit großem Aufwand einen Blog zu schreiben oder so. Die demokratische Alternative, die Du (zu Recht) einforderst, hat ja SchiuelerVZ versucht, mit dem Ergebnis, als Mobbingzentrale zu fungieren. Das trifft wohl nicht den Nerv alá „wir leben in einer tollen, bunten Welt“.

    liebe Grüße (vor allem an Claudi und den Rest)
    Stephan

    • Schmitti sagte:

      Dein Lob macht mich ganz verlegen… Ich kann nur hoffen, dass der gemeine Linkedld – User weniger zum Mobbing neigt als die Rotznasen, die unser modernes Bildungssystem auswürgt. Allerdings ist wirklich fraglich, ob die Ergebnisse mit zwei Buttons verlässlicher wären. Unterm Strich sagt der Satz „XXX Usern gefällt dies“ meist nicht viel aus. Hängt aber sicherlich stark von der Plattform ab.

      Grüß Karen und die Kinder, falls die mich noch kennen!

      Schmitti

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: