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Zur Facebook Diskussion – kann ein Unternehmen böse sein?

intro

Facebook LogoZur Zeit ist Facebook wieder im Mittelpunkt der Diskussionen. Die Diskussionen scheinen zyklisch immer wieder zu kommen, und haben den gleichen Kern, mit dem sich Google vor ein paar Jahren konfrontiert sah: Ein Unternehmen, dass zu viel Aufmerksamkeit auf sich zieht, ist vielen nicht geheuer. Dass war vor ein paar Jahren Microsoft, später Google, heute Facebook. Aber wie wird diese Diskussion zur Zeit geführt? Ein paar Betrachtungen zum aktuellen Stand der Diskussion.

Facebook ist nicht gut und nicht böse – es ist gewinnorientiert

Die Diskussion wird zur Zeit sehr emotional geführt. Auf der einen Seite Kommentare wie von Falk Hedemann auf t3n, der mit dem Artikel Facebook, es reicht! [Kommentar] die aktuellen Geschehnisse um Promoted Stories oder der Tierschutzorganisation Tasso, oder auf der Gegenseite der Konterkommentar von Thomas Hutter, der mindestens genauso emotional auf den Artikel von Falk Hedemann mit seiner Gegenposition „Facebook: es reicht! [Kommentar] – eine Frage der Sichtweise“ entgegentritt. Ich hätte mir hierzu mehr Informationen gewünscht, aber leider konnten einige der „handwerklichen Fehler“ von Falk Hedemann nicht entkräftet werden.

Beide Positionen haben Ihre für und wider, aber eins muss man bei jeder Diskussion betrachten: Facebook ist in erster Linie ein betriebswirtschaftliches Unternehmen, dass sich selber und seinen Unternehmenszielen unterliegt. Damit ist es per se weder böse noch gut. Das trifft aber auch auf Sandoz und Shell zu.

Politik der Trippelschritte

Eins kann ich nachvollziehen: Facebook betreibt eine Politik der Trippelschritte. Neue Feautures werden testweise gelaunched und die Schmerzgrenze der Nutzer angetestet. Ist die öffentliche Wahrnehmung so, dass man denkt, Grenzen überschritten zu haben, wird wieder ein Stück zurückzurudern. Und was, gerade im redaktionellen Bereich, wirklich anstrengend ist, dass man so regelrecht zu kritischer Berichterstattung gezwungen wird, da sonst neue Features ohne öffentliche Diskussion sozusagen durch Konkludenz akzeptiert werden. Und das hilft auf Dauer nicht weiter.

Meldet Euch doch ab?

Was ich viel anstrengender finde, sind die ewigen: „Wenn es Euch nicht passt, meldet Euch doch ab“ Kommentare. Die Personen die so etwas proklamieren, werden dieses so lange tun….. bis es wirklich passiert. Tatsächlich sind die Nutzerzahlen von Facebook in den USA, dem Kernmarkt, erstmalig zurückgegangen. Mag der marginale Rückgang vielen unwichtig erscheinen, bedeutet dieses für Facebook einen Paradigmenwechsel: Mehr Geld kommt ab dann nicht durch mehr Nutzer, sondern müssen aus der bestehenden Nutzerbasis generiert werden. Und das wiederum beseutet, es müssen neue, in Geld umwandelbare Innovationen generiert werden.

Ist die Diskussion sinnlos?

Immer wieder werden neue Features eingeführt, die grenzwertig sind. Den Gesetzgebern sind dort die Hände gebunden, da die neuen Features nicht massiv gegen den Datenschutz verstoßen (zum Beispiel aktiver Verkauf der Daten), sondern schrittweise die Grenze verschieben. Und hier hat niemand Erfahrung. Um so mehr ist die Wahrnehmung im öffentlichen Bereich wie Blogs oder News wichtiger, da dieses die einzige Kontrollfunktion ist. Von den Aktionären kann man dieses nicht erwarten. Aber eins ist auch klar: „Facebook verdrängt die Konkurrenz“ (wie PwC in einer „Studie“ aus 2012 schreibt) ist seit einem Jahr vorbei. Und deswegen ist Facebook auf neue Einnahmequellen angewiesen. Ein Regulatorium daher ist sehr wünschenswert – und deswegen die anstrengenden Diskussionen darüber auch! Umgekehrt ausgedrückt: Wenn Medien wie t3n oder Heise nicht mehr kontrovers diskutieren, ist Facebook an einen Punkt angelangt, den sich Aktionäre nicht wünschen können.
Stephan Koß

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