Unternehmen können Social Media nicht nicht nutzen


Immer wieder trifft man einen Satz, der zeigt das im Bereich Social Media noch Aufklärungsbedarf besteht. Der Satz lautet “Wir nutzen Social Media nicht”. Aktuell wieder gefunden im Focus:

Social Media ist noch nicht bei allen Dax-Konzernen angekommen. Adidas oder BMW nutzen die sozialen Medien virtuos, Heidelcement oder K+S gar nicht.

Das könnte man doch hinterfragen: DAX Konzerne, die Social Media gar nicht benutzen? Die Verwunderung rührte daher, dass bei der Übersicht aller DAX Konzerne im Herbst 2011 alle mit einem Unternehmensprofil bei LinkedIn vertreten waren.

Insbesondere HeidelbergCement hat bei LinkedIn allein über 1.700 Follower und der Auftritt wirkt sehr gepflegt. Auf Rückfrage beim Autor Holger Schmidt auf Google+ kam die Erkenntnis, dass die zitierte Aussage von der Pressesprecherin stammt.


Ein Blick in die sozialen Netzwerke zeigte, dass sehr wohl einiges von HeidelbergCement existiert:

HeidelbergCement

Sensibilisierung

Wie man sieht, sind die Auftritte auf Twitter und Facebook von Niederlassungen. Die Konzernkommunikation sollte hier aber ein Auge darauf haben. Generell ist gegen Alleingänge nichts zu sagen: Ausländische Töchter wissen im Regelfall besser als die Konzernmutter, wie mit der spezifischen Klientel umgegangen werden sollte. Als besonders gutes Beispiel dient Volkswagen India, die mit ihrem LinkedIn Unternehmensprofil ihre gesamte Fahrzeugpalette verbreiten.

Jedoch sollte die zentrale Kommunikation immer über diese Aktivitäten immer informiert sein.

Wir nutzen es garantiert nicht

Diese Aussage kann zwar für sich allein betrachtet vielleicht stimmen, ob der Unternehmensname nicht dennoch verwendet wird, steht auf einen anderen Blatt. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Aktivitäten von Mitarbeitern, Fans oder Enttäuschten

So können Gruppen gegründet werden von verschiedenen Klientel. So wachsen Alumnis, Fans verfolgen Produkte. Die andere Seite der Medaille sind zum Beispiel ehemalige Mitarbeiter, die sich enttäuscht zusammenraufen, wie es der AWD zum Beispiel erfahren musste.

Auch Wikipedia ist hier zu nennen (wo sowohl HeidelbergCement, als auch K + S vertreten sind).

Auch wenn diese Gruppen oftmals harmlos sind, so tragen diese zum Gesamtbild der Marke oder des Unternehmens bei.

Die Fakes

Eine andere Gattung sind die Fakes, also Profile, die vorgaukeln, Eigentum des Konzerns zu sein. Eine eher amüsante Variante sind hier die nachgemachten Accounts auf Twitter. Eine kleine Stilblüte gab es vor kurzem mit der EVAG.

Trotzdem sollte gerade hier die Unternehmenskommunikation einschreiten, wenn es sein muss, mit rechtlichen Mitteln.

Automationen

Genau wie im Privatumfeld mit Yasni oder 12people gibt es auch im Unternehmensumfeld. Zum einen sind da massenhaft Branchenbuchseiten, die man aber meistens vernachlässigen kann.

Aber auch der deutsche Social Networkbetreiber Xing aggregiert automatisiert aus Mitarbeiterprofilen Unternehmensseiten. Und diese wirken schon, als wären diese mit der Legitimation des Unternehmens entstanden. Auch HeidelbergCement ist hier vertreten.

Unternehmen können nicht nicht im Social Media verteten sein

Wie man sieht, gibt es kaum Möglichkeiten, sich dagegen zu wehren, im Social Media Umfeld vertreten zu sein. Zwar kann man gegen sein Xing Unternehmensprofil vorgehen (Was der Personaldienstleister Tintschl gerichtlich erstritten hat), aber dann gibt es noch die Foren und Gruppen, Alumnis….

Social Experts

Was tun?

Einfach sich damit auseinandersetzen und hin- und wieder die gängigen Plattformen screenen. Das beste Mittel: Google. Einfach seinen Unternehmensnamen bei Google eingeben und auf site:www.facebook.com (oder Linkedin, oder twitter oder, oder, oder) suchen. So kann man wenigstens die “eigenen Aktvitäten” erfahren.

Es gibt eine Gruppe oder ein Alumni? Prima! Spendieren Sie dem Mitarbeiter, der sich die Mühe macht, etwas Arbeitszeit und ein paar Seminare. Dieses wird sicherlich positiv aufgenommen werden.

Fakes? Bekämpfen! Hier besteht die größte Gefahr. Setzen Sie sich mit den Betreibern auseinander, diese sind im Regelfall auch nicht an solchen Fakes interessiert.

Auf jeden Fall nichts tun, wie es in der Din Spec 91253 als Option für KMU enthalten ist, kann man im Jahre 2012 nicht gelten lassen. Auch wenn die Kanäle nicht aktiv genutz werden, Social Media ist ein Teil der Unternehmenskommunikation, ob man will oder nicht.

3 Kommentare
  1. Absolut richtig. Und es geht noch weiter: Nichts tun (oder auch wenig) lässt ein Vakuum entstehen. Füllt das Unternehmen dieses nicht, werden es andere tun. Das ist wie digitales Brand Management einfach nicht betreiben. Andere werden mit der Marke spielen.
    Die oder die. So oder so.

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