Advertisements

Xing ist kein LinkedIn Klon – und?


Alle Jahre wieder wird darüber diskutiert, was zuerst da war, Henne oder Ei, Xing oder LinkedIn. Lars Hinrichs, damaliger Gründer von OpenBC, beteuerte immer wieder, dass dieses kein Copy Cat sei.

Aktuell teilte sich Michael Otto, ehemaliger CTO von Xing auf Google+ mit: Hier erzählt er aus seiner Sicht, wie OpenBC damals aufgebaut wurde. Hier setzt auch Basicthinking auf.

Unter anderem berichtet er:

Lars erzählte, er hätte eine grandiose Idee für eine Business-Community. Lars war monatelang mit dieser Idee „schwanger“ gewesen, davor hatte er mit Plaxo herumgespielt, aber irgendwie war Plaxo nicht das gewesen, was Lars wirklich haben wollte. Also beschrieb er uns, wie das Netzwerk funktionieren sollte. Lars schwebte von Anfang an eine Community vor, was XING – im Gegensatz zu Linkedin – auch bis heute ist.

Ich stimme Michael Otto zu, dass so kein Clone erstellt wird. Aber um die Historie zu vergleichen, hier ein paar Stammdaten:

Synopse Business Netzwerke

Wobei dazu zu sagen ist, dass LinkedIn erst gegen Ende 2002 erreichbar war und am Anfang nur über Einladungen genutzt werden konnte (allerdings ein Umstand, der nach ungefähr 1.300 Mitglieder geändert wurde).

LinkedIn setzte damals auf ryze auf, einem Businessnetzwerk in den USA. Aus diesem Umstand macht auch einer der Mitgründer von LinkedIn, Konstantin Guericke, auch keinen Hehl. Lars Hinrichs war auch 2003 dort in den Foren aktiv unterwegs.

Innovation?

Aber waren alle soziale Netzwerke wirklich solche starke Innovationen? Wurde die Wirtschaft in so strukturellem Maße verändert, dass diese nicht mehr funktionieren würde? Ich glaube nicht. Dieses stellt aber eine wirtschaftliche Innovation im Sinne Schumpeters nach der Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung dar.

So beeinflusst eine Innovation

  • Produktion eines neuen Gutes oder einer neuen Qualität eines Gutes,
  • Einführung einer neuen Produktionsmethode,
  • Erschließung eines neuen Absatzmarktes,
  • Eroberung neuer Bezugsquellen von Rohstoffen oder Halbfabrikaten,
  • Neuorganisation der Marktposition, z.B. Schaffung oder Durchbrechung eines Monopols.

Weder durch Xing, noch durch LinkedIn oder ryze wird etwas neu produziert. Es vereinfacht den Zugriff auf den Arbeitsmarkt und ermöglicht, seine durch die Dunbarzahl begrenzte Möglichkeiten des sozialen Umfeldes synthetisch zu erweitern. Dass taten vor 10 Jahren Filofaxes auch. Die sozialen Netzwerke sind damit entweder wahlweise ein Werkzeug oder ein neuer Kanal.

Differenzierung nicht durch Innovation

Der Markt für soziale Netzwerke ist mittlerweile tendenziell gesättigt. Unterschieden wird nicht über Alleinstellungsmerkmale, sondern durch Differenzierungsstrategien bezüglich Zielgruppen, Preisgestaltung und, am Rande, Features.

Und hier belebt Konkurrenz das Geschäft, ob durch zufällige Parallelentwicklungen oder durch Copy Cats ist letztendlich egal. Und Copy Cats sind per se nichts schlechtes.

Advertisements
11 Kommentare
  1. jvatbt sagte:

    Na ja, sagen wir mal: Es ist gut möglich, dass sich Hinrichs von Ryze hat inspirieren lassen. Vielleicht war er nicht zuerst da, aber man sieht ganz deutlich, auch schon an frühen Versionen von OpenBC, das man sich da eine Menge Gedanken gemacht hat, um Ryze um Längen zu übertreffen. Solche Kopien nehme ich gerne.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: