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So.Cl ist ein soziales Netz – aber anders als Du denkst!


Wie bereits am Wochenende gebloggt, kann man seit letzter Woche mittels Einladung zu So.Cl stoßen, der akademischen Facebook Erweiterung von Microsoft. Der Artikel ist eine Homage an Jennifer Van Groves von mashable, die in dem Artikel „Microsoft launches its social network — but it’s not what you think“ genau die Problematik des Missverständnisses, was So.Cl ist, hervorragend aufbereitet hat.

Warum dieses Definitionsungetüm, das ich genutzt habe? Als soziales Netzwerk kann Microsofts So.Cl nicht gelten – und Logo SoClerhebt hierauf auch keinen Anspruch. Und genau hier stehen viele vor einem Rätsel: Was soll den So.cl nun sein?

Viele haben eine vorgefertigte Meinung eines sozialen Netzwerkes, Ansprüche was es können muss und was nicht.

In den meisten sozialen Netzwerken steht man selber im Mittelpunkt, sein Profil, sein ich. Dieses ich, die Selbstpräsentation, ist per definitionem die zentrale Existenzberechtigung des Netzwerkes. Diese dient sich zu profilieren, zu erinnern, oder auch zu verkaufen.

Der Ansatz von So.Cl ist ein anderer: Im Mittelpunkt steht die Suche. Man kann Suchen speichern und vor allem: Sie anderen Personen zugänglich machen. Microsoft spricht hier für ein Tool für Studierende. Wenn man sich die Funktionen anschaut, erscheint das logisch:

Im realen, normalen Leben, will man eine konkrete (wenn es geht digitale) Antwort. Wenn man nach einem Handy sucht, will man alles Mögliche Wissen: Display, OS, Akkulaufzeit und vor allem: wie teuer. Hier gibt Google oder spezielle Suchen (ob auf Facebook oder, wenn es um den Preis geht, zum Beispiel idealo).

Wenn man in der Forschung oder Lehre steht, ist die Suche nicht ganz so einfach. Oftmals weiß man sogar gar nicht, was man genau sucht, sondern versucht über einen iterativen Prozess Informationen zu beschaffen. Dieser Prozess wird durch die Veröffentlichung der Suche, der Verschlagwortung und Kategorisierung vereinfacht.

Die „Gleichgesinnten“ hierbei haben auch nur ein temporäres Interesse: Dieses ist nur so weit vorhanden, in wie weit man den Prozess der Informationsbeschaffung teilt. Danach ist die Bindung hinfällig. Daher ist das „Followerprinzip“ auf So.Cl auch nachrangig.

Bestes Beispiel: Wer mir hier folgt, wird Informationen zur Ausgestaltung der Eigenkapitaladäquanzrichtlinie oder „Gesetz zur verbesserten Einbeziehung der selbstgenutzten Wohnimmobilie in die geförderte Altersvorsorge (EigRentG)“. Wer sich dafür interssiert ist genau richtig, aber für alle anderen könnte es langweilig werden.

Oder ein anderes Beispiel: Für die akademische Suche gibt es (schon seit den 80ern) OPAC. Wenn ich einen aktuellen Krimi oder Thriller suche, ist Amazon zur Informationsbeschaffung die bessere Wahl.

Daher meine anfängliche Wortwahl, dass es sich bei So.Cl um eine akademischen Facebook Erweiterung handelt. Und so wie ich etliche Kommentare zu So.Cl gelesen habe („Microsoft Du bist zu spät“, „Google+ Klone“) muss Microsoft entweder noch viel an der Basis arbeiten – oder die Suche für Konsumgüter optimieren.

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16 Kommentare
  1. Heiko sagte:

    … in wissensbasierten Unternehmen könnte ein solches Suchnetzwerk allerdings einen gewissen Mehrwert schaffen …

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