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Sind wir Übernetzwerkt? Eine Ode an die Simplifikation

Intro

Heute mal ein für mich eher atypischer Blogartikel von mir. Es geht um die Frage, wie viele soziale Netwzerke sogar Power User vertragen können. Aufgefallen war diese Frage erneut, als ich mich diese Woche bei Google+ angemeldet hatte und durchaus Gefallen an der Plattform fand – insbesondere unter der Perspektive, da es sich im Beta befindet und da noch einiges nachkommen mag.

Was Hermann Gossen mit Social Networks zu tun hat

Hermann Gossen hat unter dem Erstes Gossensches Gesetz die Gestzmässigkeit des abnehmenden Grenznutzen formuliert. Was hat dieses mit Social Networks zu tun?

Setzen wir uns in die Jahre 2005 / 2006 zurück. Im Umfeld der Social Networks gab es im deutschsprachigen Bereich klare Grenzen. Wer ein Netzwerk beruflich nutzen wollte, war auf OpenBC angewiesen, eventuell schaute man noch mal bei LinkedIn vorbei, um internationale Kontakte zu pflegen.

Nur fünf Jahre später hat man einen Account bei facebook, bei Xing, bei LinkedIn, Twitter, aktuell neu eventuell Google+, hinzu kommen VZs, Wer-kennt-Wen, Lokalisten, ein sterbendes Myspace.

Die meisten Aktive haben mehrere aktive Konten. Der Aufwand, diese zu pflegen, ist gestiegen. Der Informationsgehalt ist jedoch nicht linear gestiegen. Zwar ist, gerade wegen Facebook, die Anzahl aller Nutzer in Summe gestiegen.

Jedoch hat man mehrere Probleme:

  1. Rüstzeiten –> Man muss immer wieder umdenken und andere Oberflächen nutzen
  2. Redudanzen –> Viele Informationen bekommt man über verschiedene Kanäle. Aber dieses muss man erst verarbeiten, bevor man dieses erkennt und aussortieren kann
  3. Parallelwelten –> Obwohl man die verschiedenen Netzwerke  für unterschiedliche Zwecke nutzt, muss man häufig erkennen, dass man doch wieder auf dieselbe Sozialisation trifft. Der Launch um Google+ war aktuell ein Beispiel, dass das gut veranschaut hat.

Man muss also wesentlich mehr Zeit aufwenden, um die gleiche Anzahl von Informationen zu erhalten, als vor ein paar Jahren.

Mangelnde Skalierbarkeit des Faktors Zeit

Eine der eingrenzenden Faktoren ist der Faktor Zeit: Man hat diese, ganz persönliche Resource nur begrenzt zur Verfügung. Und diese kann man nur begrenzt einsetzen und nicht linear der Anzahl Sozialen Netzwerke skalieren kann. Dieses hat zur Folge, dass die Anzahl der Zeit pro Soziales Netzwerk proportional zu der Anzahl dieser gesunken ist.

Man kann es selber beobachten, wenn man die Aktivitäten in „Gruppen“ betrachtet. Noch vor ein paar Jahren hat die meiste Aktivität in Gruppen stattgefunden. Jetzt konzentriert sich die Aktivität immer mehr auf verschiedene Timelines. Da jedoch keine Zeit gefunden wird, alles auf einmal zu bedienen, sinkt die Aktivität in den Gruppen erheblich.

Grenznutzen: Das Ende der Virtualität

Die sozialen Netzwerke bilden eigentlich vorrangig das echte Leben in der Internetsphäre ab. Jedoch kann man die echte Sozialisation nicht ausblenden. Dieses hat zur Folge, dass nur das soziale Netwzerk so abgebidlet werden kann, wei man das echte Leben nicht vernachlässigt. Ohne das echte Leben würde kein oder kaum Stoff existieren, auf einer virtuellen Plattform sinnvoll die Zeit zu verbringen.

Auch kann die Virtualität nicht überall nutzen: Zwar kann man Ingenieure oder Fachkräfte suchen, aber zum Beispiel ein Auto über Crowdsourcing zu entwickeln wäre zwangsweise zum Scheitern verurteilt.

Die Entwicklung der sozialen Netzwerke

Wohin geht die Reise? Die sozialen Netzwerke scheinen Ihre Zenite erreicht zu haben und selbst der vorher als grenzenlos angesehene Wachstum von Facebook scheint ins Stocken zu geraten.

Die Zukunft der sozialen Netzwerke könnte zwei Szenarien beinhalten:

  1. Diversifikation: Die sozialen Netzwerke versuchen gar nicht mehr, die eierlegende Wollmilchsau darzustellen, sondern die Anbieter suchen sich ihre Nischen. Dieses würde bedeuten, dass trennscharf ein Netzwerk für ein bestimmten Zweck genutzt wird
  2. Aggregation: Ein soziales Netzwerk setzt sich auf den Markt durch und würde alle Aspekte des Lebens abbilden. In diese Richtung scheint Google zu denken, da die Abgrenzung scheinbar ein zentraler Bestandteil des Konzeptes Google+ zu sein.

Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass die Vielfalt der heutigen sozialen Netzwerke mit dem Funktionsumfang so weiter existieren können.

Ich könnte mir vorstellen, dass soziale Netzwerke stattdessen Einzug zum Beispiel in ein Betriebssystem (wie Windows oder MacOS) finden und so neue Märkte erschließen.

Eine redudante Pflege von eienr beliebigen Anzahl von Netzwerken kann auf jeden Fall nicht die Zukunft in ein paar Jahren darstellen. Und neue Kreise zu erschließen wird mit immer komplexeren Funktionen nicht funktionieren, sind heute eine Vielzahl von Usern jetzt schon überfordert bzw. nicht bereit, sich lange mit einem Sozialen Netzwerk auseinanderzusetzen. Eine Simplifikation könnte dort einen neuen Sprung an Nutzern bringen.

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