Wozu brauch ich denn LinkedIn, wenn ich schon Xing nie nutze?


Gestern las ich einen Tweet, der mir einige Gedanken bereitete:

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Ich versuche mal ein paar Gegenthesen aufzustellen:

  1. Ich werde meinen Job bis zur Rente behalten
  2. Meine Unternehmung wird es garantiert in 10 Jahren noch geben
  3. Wir brauchen keine neuen Kunden
  4. Unsere Referenzen sind so gut, dass sich keine Neukunden über uns informieren brauchen

Können alle Fragen mit “Ja” beantwortet werden, dann braucht hier nicht weitergelesen werden. Dann sind B2B Netzwerke wirklich unnötig. Falls ein einziges “Nein” dabei ist, sollte man sich vielleicht meine Argumente mal anschauen.

Mir ist bewusst, dass Phrasen wie “Sie müssen Ihr Business neu überdenken” in einer sachlichen Diskussion nichts zu suchen haben. Hierauf will ich gar nicht hinaus. Aber Schaden wird ein Profil bei LinkedIn auch kaum.

Fange lieber jetzt an…

 Ich hatte oben (zugegeben etwas karikierend) ein paar Thesen aufgelistet. Worum es mir im Kern ging: Wer weiß mit absoluter Sichereheit, was in 10, 20 oder auch nur in 2 Jahren ist.

Hintergrund ist: Man kann nie wissen, ob man seine “alten” Kontakte mal wieder braucht, neuer Job, neues Produkt, neue Idee….und wenn man in diese Situation kommt, was ich niemanden wünsche, braucht man dann sein Netzwerk. Wobei wir bei Argument 2 sind:

Pflege Dein “B Netzwerk”

Wie viel Kollegen wechseln den Arbeitgeber, man hat nur in einem Projekt zusammengearbeitet? Und viele davon waren gut, sympathisch, aber man hat keine Zeit und Lust, diese Kontakte zu pflegen.

Gerade aber diese Kontakte kann man mit Hilfsmitteln wie LinkedIn im Orbit halten, ohne ein mal im Jahr Essen zu gehen oder ähnliche Pflegeinstrumente. Das eigentliche “A Netzwerk” hat man auch so im Griff, die anderen können aber auch irgendwann man hilfreich sein.

Noch nicht die Richtigen getroffen?

Vielleicht liegt eine eher rudimentär ausgestaltete Nutzung an den Personen, die angemeldet sind. Wenn man im intensiven B2B Bereich arbeitet, kommt man um LinkedIn nicht herum. Gerade bezogen auf die DAX 30 ist LinkedIn das führende Netzwerk. Ich hatte im Oktober schon gezeigt, dass hier mehr Fach- und Führungskräfte zu finden sind. Dieses Bild hat sich mittlerweile verstärkt.

DAX Unternehmen Mai 2011

DAX Unternehmen Mai 2011

Okay, etwas unübersichtlich. Hier sind die Follower und Anzahl der Profile der Mitarbeiter von DAX 30 Unternehmen per Mai 2011 aufgeführt. Die Summen sind vielleicht überschaubarer:

Vergleich Mitarbeiter und Follower von DAX 30 Oktober 2010 zu Mai 2011

Vergleich Mitarbeiter und Follower von DAX 30 Oktober 2010 zu Mai 2011

 

Hier kann man erkennen, dass 22 % mehr Mitarbeiter von DAX 30 Unternehmen im Mai 2011 ein LinkedIn Profil haben.

Und hier setzt der Herdentrieb ein: Gerade im DAX Bereich werden viel Budgets bereit gestellt, Mitarbeiter gesucht und gefunden. Also kommt der Tross an Recruitern, Key Accountants etc. hinterher, was wieder zur Steigerung des Netzwerkes beiträgt.

Freemium reicht – kostet ja nix

Bei LinkedIn hat man den Vorteil, dass man mit der Freemium Variante ausreichend weit kommt. Die Suche ist voll funktional, ich kann Gruppenkollegen anschreiben und sehen, wer mein Profil besucht hat. Die (zugegebenermermaßen teure) Premiumvariante ist eher was für Poweruser.

Ansonsten: Einigeln!

LinkedIn bietet die Möglichkeit, zum Beispiel, dass das Profilphoto nur dem eigenen Netzwerk angezeigt wird oder dass Kontaktanfragen nur von Leuten gestellt werden können, die Ihre Mailadresse kennen.

Darüber, dass “kalt” nachrichten nur gegen 10 $ versendet werden können, bleibt man in einem hohen Maße geschützt vor “Reif trifft jung” und anderen Gedöns.

Also: Warum LinkedIn nicht nutzen?

Schaden wird es wohl kaum!

8 Kommentare
  1. Interessanter Beitrag und eine provokante These. Am überzeugensten finde ich die Gegenthese, der Nutzung von LinkedIn durch die Mitarbeiter der deutschen Top-DAX-Konzerne. Gerade auf der Management-Ebene ist LinkedIn der global hero – eine meines Erachtens sehr wichtige Tatsache, die man nicht vernachlässigen sollte.

  2. Kuddel sagte:

    Guter Artikel. Ich persönlich habe zwar einen Account bei Linkedin, aber ich nutze diesen so gut wie nie. Mir war es einfach wichtig, auch dort preäsent zu sein, denn wie du richtig sagst, es schadet wohl kaum! ;) Außerdem will ich zu meinem Namen gefunden werden und nicht irgendein Namensvetter.
    Xing nutze ich hingegen sehr häufig und pflege auch meine Kontakte. Für mich ist Linkedin eher international und Xing für nationale Kontakte…zumindest mein Netzwerk ist so strukturiert.

  3. rene sagte:

    Nun habe ich mich doch überzeugen lassen. Noch ein weiteres Netzwerk…Xing schläft ein…LinkedIn ist vielleicht eine Alternative. Ich werde es ja erfahren – in den kommenden Monaten.

    Die Überschrift passt auch zu meiner Wahrnehmung bei den Marketinginstrumenten. Der mobile Ansatz ist im deutschsprachigen Raum kaum zu finden. Man hat ja sein Marketingbudget und die altbewährten Maßnahmen, oder?

    Beste Grüße
    Rene

  4. Pingback: Wenn Ich Schon

  5. Thomas sagte:

    Ich habe LinkedIn zwei Mal probiert, Facebook ist schon komplex, Xing is noch komplexer und bei LinkedIN habe ich selten genau das gefunden, was ich gesucht habe. Und ich meine bloß die Einstellungen. Alles sehr versteckt und Benachrichtigungen konnte ich auch nicht abschalten.

    Ich persönlich hoffe, dass solche Netzwerke bald verschwinden werden. Auch bei Xing sehe ich zurzeit, selbst für meine Jobsuche, keinen Mehrwert.

    Den einzigen Kontaktversuch den ich bisher über Xing hatte, war jemand der mir erzählen wollte, dass das mit Fukushima alles gar nicht so schlimm gewesen ist.

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