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LinkedIn vs. facebook – 7 Gründe, warum facebook LinkedIn nicht verdrängen wird

Bis vor kurzen schienen die beiden großen amerikanischen sozialen Netzwerke – facebook und LinkedIn einen Nichtangriffspakt zu haben.

Neuere technische Entwicklungen, die jeweils beim anderen ihren Ursprung zu haben, lassen die Grenze zwischen den beiden verschwimmen. Bei LinkedIn wurde ein „Like“ Button implementiert und die Unternehmensseite wurde um Produkte bereichert, Facebook fing an, Arbeitgeber auf den Profilseiten hinzufügen lassen zu können und ermöglichte, geschlossene Gruppen zu etablieren.

Dieses wird von verschiedenen Blogs begleitet, es wird vom beginnenden Kampf gesprochen und im deutschen Sprachraum wird sogar von trister Langeweile gesprochen.

Ich glaube nicht, dass die „Krake“ facebook LinkedIn kurzfristig den gar ausmachen werden wird. Die Gründe hierzu erläuter ich im Folgenden:

1. Abgegrenzter Markt

Der größte Vorteil von LinkedIn ist gleichzeitig auch der größte Nachteil. Die Funktionalitäten sind so abgestimmt, dass sie dem Zweck der Geschäftsanbahnung und der Jobsuche dienen. Kaum mehr und nicht weniger.

Dieses macht LinkedIn für weite Kreise uninteressant. Aber die klare Definition lässt einfach ableiten, was und wen mich erwartet.

2. Technischer Vorsprung von LinkedIn

Die Überschrift möchte ich gleich in so weit relativieren, dass ich mich auf die Funktionalitäten zur Jobsuche und Geschäftsanbahnung beziehe. Und hier hat LinkedIn ganz klar die besseren Karten.

Wem das nicht bewusst ist, der sollte mal bei facebook versuchen, SAP Spezialisten für den Bank Analyzer zu suchen, die spanisch können und in der Nähe von Frankfurt wohnen / leben.

Und hier wird auch wieder die Focussierung deutlich. Gerade die Erweiterte Suche bei LinkedIn zeigt dieses deutlich. Auch gibt es hier ein weiteres Feld an Features. Insbesondere bietet LinkedIn eine Collaborative Lösung für Recruiter (Teams), die dann interessant wird, wenn keine eigene Datenbank aufgebaut werden soll oder kann.

3. Simplifizierung vs. Komplexheit

Facebook ist auf möglichst schnelles und einfaches Teilen ausgelegt. Der „Like“ Button ist das beste Beispiel (und zugegeben, den LinkedIn auch kopiert hat). Jedoch sind derartig digitale Informationen nicht besonders hilfreich. Wenn Coca Cola x Millionen „Likes“ hat, so ist das zur Verbreitung der Marke wertvoll. Jedoch würde ich exemplarisch nicht eine Kernbankensoftware abhängig der Likes anschaffen. Hier sind tiefere Informationen notwendig.

Die Empfehlungen bei LinkedIn sind ein weiteres Beispiel: Hier wird nicht „Like“ gedrückt, sondern ich muss qualifizieren, auf welcher Grundlage ich die Empfehlung ausspreche (Kunde, Kollege, Chef…) und mir die Mühe einer verbalen Umschreibung machen. Hier sind die Likes also nicht aufbauend auf der Schwarmintelligenz, sondern es stehen echte Menschen und deren Reputation dahinter.

4. Empirisch: Bis jetzt hat Facebook auch nicht geschadet

Eine einfache Rechnung ist die Betrachtung der Vergangenheit: Facebook hatte seine exponentielle Steigerung ab 2008. Im gleichen Zeitraum ist LinkedIn proportional gleich gewachsen.

LinkedIn vs Facebook Wachstum

LinkedIn vs Facebook Wachstum

Wenn man nominal sich das Wachstum anschaut, so ist facebook im Vorteil. Jedoch muss man sich vor Augen halten, dass LinkedIn einen eingeschränkteren Nutzerkreis aufweist – keine Kinder, Hunde, Senioren, Comic Helden etc. Wenn man das normiert, so egalisiert sich die Anzahl. Entscheidend ist jedoch, dass der Anstieg bei facebook bis dato keine Einbrüche bei LinkedIn zur Folge hatte.

5. Das Leben ist kein Wunschkonzert

Gerne hört man als Argument, dass LinkedIn keinen Spaß macht, und Facebook hätte es d`rauf, aus allen einen Spaß zu machen.

Leben vs wunschkonzert

Leben vs wunschkonzert

Wenn man ein multmillionen Projekt schon mal gegen die Wand gefahren hat, weiß, dass Business nicht immer Spaß bereitet.

Und wenn ich jemanden Suche, der SAP Bank Analyzer Erfahrung hat, ist mir herzlich egal, dass er der standfesteste Feierer beim letzten Aprés Ski war, viel mehr interessiert mich, ob auch Samba Kenntnisse vorhanden sind.

6. Bereits vorhandene Penetration

Die Anzahl der Markenfollower (Stichwort Coca Cola oder Nutella) sind brutal bei Facebook. Schaut man sich jedoch die Firmen (in meinem Beispiel die Dax 30 Konzerne an) so ergibt sich ein etwas ernüchterndes Bild:

Follower Dax 30 LinkedIn vs. Facebook

Follower Dax 30 LinkedIn vs. Facebook

Und ohne SAP würde es für facebook noch trauriger aussehen. So ist die Fanpage bei facebook durchaus etabliert, aber es könnte erst zu einer Konkurrenz für LinkedIn werden. Noch hat hier LinkedIn die Nase vorn und der Rang wird wohl kurzfristig erhalten bleiben. Siemens allein gewinnt bei LinkedIn wöchentlich über 1.000 Follower.

Ein weiteres Feld, was von LinkedIn schwer besetzt ist, ist der Stellenmarkt. Eine Suche nach Jobs bei LinkedIn verdeutlicht dieses: Sucht man eine Position bei Daimler in Deutschland, so werden über 1.000 Stellen angeboten. Diese sind zwar zum größten Teil via Simply Hired, aber woher diese kommen, ist letztendlich egal. Solche Kooperationen müssen erst noch aufgebaut werden.

7. Cocooning

Der entscheidende Faktor ist meines Erachtens die gewollte Trennung zwischen Privat und Berufsleben: Viele wollen gar nicht ihr Privatleben teilen oder, wenn man die Hierarchie weiter nach oben schaut, besteht sogar der Wunsch, sein Privatleben vor dem beruflichen Umfeld zu schützen.

Diese Trennung werden viele präferieren. Und eine Trennung über nur eine Plattform erscheint mir schwierig.

Epilog

Ich sehe zwar durchaus, dass facebook Richtung „Business“ sich weiter öffnet. Eine Gefahr für LinkedIn kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht erkennen. Und was in fünf Jahren ist, mag in der schnelllebigen Zeit keiner vorhersagen (Vor fünf Jahren wurde auch unisono erklärt, dass Konsumgütermarketing ohne Second Life undenkbar sein wird…. so kann sich alles ändern). Zwar ist der Vorsprung von LinkedIn nicht uneinholbar, aber doch stark.

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4 Kommentare
  1. Anne sagte:

    Hallo, ich wollte fragen, wie die Nutzerzahlen für LinkedIn in Deutschland aussehen. Zumindest bei den Answers finde ich recht wenig deutschsprachige Beiträge.

    Gruß,
    Anne

    • LinkedInsider sagte:

      Hallo,

      angemeldet sind in D aktuell 1,075,651. Bei den deutschsprachigen Answers findet man eigentlich schon einige, hast Du die GUI auf englisch? Dadurch, dass der F & A Bereich fest auf die Profile verzweigt, wird relativ wenig Unfug damit betrieben.

      Wie die Verteilung allerdings auf Unternehmen aussieht, kann man hier Anschauen:

      https://linkedinsiders.wordpress.com/2010/10/17/linkedin-vs-xing-dax-30/

      lG
      Stephan

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