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Web 2.0 eine Männerdomäne?

Wenn man sich in verschiedenen sozialen Netzwerken bewegt, so hat man immer wieder erneut das Gefühl, dass es sich um eine weitere Männerdomäne handelt. Dieses Gefühl nahm ich zum Anlass, mal mit den Bordmitteln, die jeder zur Verfügung hat, zu untersuchen, wie es denn wirklich aussieht.

Ein erster Test wäre es, bei Xing, LinkedIn oder auch andere Netzwerke einen beliebigen Nachnamen, der häufig vorkommt (beispielsweise Schmidt oder Müller) in die Suche einzugeben. Dieser Test zeigt auch, woher eine Wahrnehmung herrühren könnte:

Schmidts bei Xing und LinkedIn

Schmidts bei Xing und LinkedIn

Zu sehen sind die jeweils ersten zehn Treffer bei LinkedIn und Xing auf die einfache Suchanfrage zu „Schmidt“,“Deutschland“. Die rosa markierten sind weibliche Personen.

[Ich habe die Ergebnisse stark gestreetviewed, damit nicht mir völlig unbekannte Personen hier in meinem Blog ungefragt dargestellt werden].

Diesen Versuch kann man eigentlich mit beliebigen, ausreichend normal verteilten Nachnamen wiederholen: Ob Schmidt, Meier, Müller oder Schulze, immer wieder kommen in den ersten Suchergebnissen vorrangig männliche Kollegen. Allerdings ist dieser Versuch zweidimensional: Es wird hierdurch nicht nur die Häufigkeit dargestellt, sondern auch die Dimension des Rankings.

  • Bei LinkedIn: Anzahl Kontakte, Anzahl Empfehlungen
  • Bei Xing: Vollständigkeit des Profils, Existenz eines Profilphotos, Aktivitätsindex

Die Verteilung

Die Verteilung Männer zu Frauen sieht bei Xing und LinkedIn wie folgt aus:

Profilverteilung mw von Xing und LinkedIn

Profilverteilung mw von Xing und LinkedIn

Quellen. LinkedIn: Analyse Tool, Xing: Mediadaten der Agentur (hier).

Hier hat LinkedIn einen leichten Vorsprung. Dieses erklärt sich allerdings schnell in der besseren Parametrisierbarkeit für Kontaktanfragen und ähnliches. Empirisch nicht relevant, aber eine Bekannte (zufälligerweise sehr gut aussehend) hat ihr Profilphoto gelöscht, weil sie von den ganzen Kontaktanfragen genervt worden war.

Interessant hierbei: Die Verteilung ist (zumindest bei LinkedIn) nahezu altersunabhängig ähnlich:

Männer und Frauen bei LinkedIn nach Alter

Männer und Frauen bei LinkedIn nach Alter

[Übrigens: Wenn jemand auf die Idee kommen sollte, aus den Einzelsäulen die Gesamtsumme der deutschen LinkedIn Nutzer zu ermitteln, dem sei gesagt, dass scheinbar knapp 100.000 „asexuelle“ Mitglieder zu existieren scheinen.] 

Aber: Profil bedeutet nicht gleich Aktivität, daher kommen wir zum Thema

Aktivität

Die Aktivität könnte man auch mit den Bordmitteln der sozialen Netzwerke messen. Problem ist hierbei, dass so eine Messung sehr zeitintensiv, fehleranfällig und schlecht untereinander vergleichbar wäre. Daher habe ich mich in diesem Umfeld eines bekannten Hilfsmittels bedient: Google. Die zahlen habe ich dort wie im Beispiel gesammelt:

Männer und Frauen bei Xing in D

Männer und Frauen bei Xing in D

Somit ergeben sich für die Netzwerke

  • LinkedIn
  • Xing
  • facebook
  • StudiVZ

In Deutschland folgende Zahlen:

Männer und Frauen bei SN in D

Männer und Frauen bei SN in D

oder graphisch dargestellt:

Männer und Frauen bei SN in Deutschland (Graphisch)

Männer und Frauen bei SN in Deutschland (Graphisch)

Man sieht deutlich: Die Zahlen schwanken zwischen 27 % (Xing) und 34 % (LinkedIn). Aber alle Ergebnisse sind weit von einer pari Verteilung entfernt.

Sicherlich könnte man jetzt verargumentieren, warum Frauen weniger bei Social Networks vertreten sind. Allerdings sieht man diese Zahlen in etwas anderen Licht, wenn man beliebig andere Webseiten auch so analysiert:

Websides Gender Analysis Allgemein

Websides Gender Analysis Allgemein

Oder wieder graphisch:

Websides Gender Analysis Allgemein (Graphisch)

Websides Gender Analysis Allgemein (Graphisch)

Die vier Seiten habe ich willkürlich gewählt, zeigen aus meiner Sicht einen schönen Streifzug durch die Web 1.0 Landschaft.

Der Autobahn Effekt

Hier könnte meines Erachtens Google, dass ja Echtdaten analysiert, an die Grenzen stoßen. Als Beispiel: Wenn man während der Urlaubszeit seine Zeit auf der Autobahn verbringt, dann fahren in 9 von 10 Familienkutschen die Männer, warum auch immer. Diesen Effekt kann man jederzeit beobachten: Wenn ein Pärchen, ein Ehepaar etc. gemeinsam fährt, so ist es häufig der Mann (Bei meiner Frau und mir ist das übrigens genauso, ohne dass ich jetzt fanatischer Autofahrer wäre).

Genau solche Effekte können bei der Google Messung auch eine Rolle spielen: Frauen benutzen den Rechner eher, Männer spielen damit. Und das Google Konto gehört oft….. dem Mann. Ob Google diese Effekte herausskalieren kann, weiß ich nicht.

Somit kommen wir wieder zu der ersten Spontananalyse, die Suche nach dem Nachnamen. Hier zeigt sich, dass die Damen auf den hinteren Rängen mehr werden. Was dann zu den Profilmengen korrespondiert.

Fazit

tatsächlich scheint das Internet wirklich männlich dominiert sein (unabhängig ob Social Networks oder allgemein). Aus den Zahlen würde ich folgende Faustregeln ableiten wollen:

  • 60/40 bei Profilen: Von hundert Social Network Profilen sind 60 Männer
  • 70/30 bei Aktivität: Von hundert Social Network Aktivitäten stammen 70 von Männern.

Gerade im Bereich des Selbstmarketing und Profildarstellung kann die Damenwelt noch einiges nachholen – Potenzial ist ja vorhanden.

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6 Kommentare
  1. Simon sagte:

    Wenn du den Werbeanzeigenmanager bei Facebook verwendest, wirst du sehen, dass das Verhältnis, auf das du verweist nicht ganz korrekt ist. Ebenfalls kann ich mir nicht vorstellen, dass StudiVZ so männerlastig ist. In der Mediadaten PDF der VZ’s ist diese Verteilung auch nicht erkennbar. Evtl. liegt das eher daran, dass Frauen ihre Profile öfters restriktiver im Bezug auf die Datenschutzeinstellungen einstellen und somit Bots, wie der von Google, die Profile nicht korrekt zählen können.

  2. LinkedInsider sagte:

    Hallo Simon und lieben Dank.

    Ich vertraue den Google Nutzungszahlen auch nicht uneingeschränkt. Aber es bestätigt meine (empirisch irrelevanten) persönlichen Erfahrungen. Auch habe ich ja versucht, die Zahlen zu relativieren. Jedoch war es die mir bekannte Möglichkeit, mehrere zu vergleichen.

    Liebe Grüße
    Stephan

  3. LinkedInsider sagte:

    Hallo Günter,

    lieben Dank für den Hinweis. Der Pressetext von ComScore scheint wirklich widersprüchlich zu sein. Die Frage ist ja nun, wer hat recht? Gerade bei den Google Verkehrszahlen ist sicherlich gebührender Abstand gefragt. Aber der Effekt, dass, immer wenn es um Aktivitätsinicies es geht, Männer vorrangig vorweg gelistet werden, lässt sich auch nicht bestreiten.

    Liebe Grüße
    Stephan

  4. Mark sagte:

    Vielen Dank! Eine wertvolle Info-Sammlung. Hilft mir echt weiter 😉

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