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Quo Vadis Xing – Wohin geht die Reise

Heute ist der lang erwartete Geschäftsbericht der Xing AG in Hamburg erschienen.

Kurze Zusammenfassung: Außer das ein überhaupt kleiner Gewinn ausgewiesen wird, keine nennenswerten Überraschungen.

Xing Premium

Xing Premium

Die Anzahl der Premiummitgliedschaften ist um 137.000 gestiegen und wird als Erfolg gefeiert: „Nach Einschätzung des Managements kann weltweit kein Wettbewerber einen vergleichbaren Zuwachs an zahlenden Mitgliedern verzeichnen.“ Die Frage, die darauf folgt: Reicht das?

Das Abstellen auf die Premiummitgliedschaften ist sicherlich sinnvoll. Vorrangig daher, da das Einführen von Werbung eher als gescheitert betrachtet werden sollte: 2 Millionen € Einnahmen aus Werbung für ein ganzes Jahr? Oder anders ausgedrückt: Wenn es der Xing AG gelingt, die Einnahmen aus der Werbung zu verdoppeln, wäre das Gehalt des Vorstandes bezahlt. Der Markteintritt von Facebook in Deutschland wird hierbei die Rahmenbedingungen nicht erleichtern. Um so eher muten die Akquiseversuche der Xing AG über Portale wie „Moneten sichern„, wo man für das Anlegen eines Accounts bei Xing 0,80 Cent erhält, verzweifelt an.

International stellen sich die Zahlen wie folgt dar: 42 der 44 Millionen Euro Umsatz wurden im DACH Raum erzielt, oder Umkehrschluss: die Xing AG wird international kaum wargenommen. Obwohl zum Beispiel in Spanien die Basismitglieder Nachrichten schreiben dürfen, zieht der Konkurrent LinkedIn davon:

Xing LinkedIn Spanien

Xing LinkedIn Spanien (Quelle: Google Analytics)

Trotz der Steigerung der Mitglieder in Spanien konnte die Aktivität auf der Plattform kaum messbar erhöht werden. In Italien wurden die Konsequenzen gezogen und das dortige Büro geschlossen.

Es wurde auch die kommunikative Linie angepasst: Sprach man in den vergangenen Berichten noch vom führenden B2B Netzwerk in Europa, so wird jetzt nur noch auf die Führungsposition in Deutschland abgestellt.

Um so mehr muss es für die Xing AG schmerzlich sein, dass im Vergleich zu LinkedIn die Wahrnehmung im B2B Bereich durch die Medien verstärkt vernachlässigt wird: Selbst in Deutschland muss die Xing AG dem internationalen Platzhirschen LinkedIn weichen:

Xing LinkedIn Nachrichten in D

Xing LinkedIn Nachrichten in D

Bleibt als letztes eine Betrachtung der Personalpolitik. Zwar ist es gelungen mit Marc-Sven Kopka jemanden zu rekrutieren, der nach AOL und WestLB genügend Erfahrung mit Unternehmenskrisen gesammelt haben dürfte.  Andererseits verließen in kurzen Abständen Burkhard Blum, ehemaliger COO, Lars Hinrichs und aktuell, Silke Schippmann die Xing AG. Gerade letztere stellt einen herben Verlust dar, war Sie doch die zentrale Person im Community Management und hielt erfolgreich den Kontakt zu vielen „Power Usern“.

Bleibt nun dem neuen Anteilseigner Burda zu wünschen, dass das Investment strategisch ist. Bei 0,6 % im Verhältnis zum eingesetzten Kapital (250.000 € Ertrag zu 36 Mio €) wäre eine Anlage in ein Sparbuch sonst effektiver gewesen.

Ich bin gespannt, wohin die Reise geht. Die Etablierung der Kompetenzkarte zeigt, dass eigene Innovationen durchaus möglich sind. Dieser Weg sollte weiter beschritten werden.

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