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Archiv

Schlagwort-Archive: Privatssphäre


Vor kurzem habe ich bei Facebook meine Daten angefordert. Auf die Idee brachte mich der Wiener Student Max Schrems, der nach langem hin- und her sich diese beschafft hat. Eine Anleitung hierzu findet sich hier.

Heute erhielt ich eine Antwort von Facebook. Verwiesen ist hierin auf einen Link, wie man sich via seinen Konto ein Archiv erstellen lassen kann und herunterladen. Da Fecbook selber sagt:

“By offering this tool we are able to give you immediate access to your data at any time free of charge. We have included all the data that we believe necessary to comply with the requirements of data protection law in this download.”

Den Download kann man über die Kontoeinstellungen erreichen:

Archiv herunterladen

Danach wird man durch Anweisungen zum Download geführt:

Archiv herunterladen

Heraus kommt ein ZIP Archiv, dass man nach einer Zeit herunterladen kann. Bei mir, als nicht intensiver Nutzer von facebook, waren es immerhin 9 Megabyte.

Entzippt sieht das Ganze so aus:

Zip Datei

Wenn man über die im Root befindliche “Index” html geht, so findet man sich in der oben per Screenshot angezeigten Ansicht wieder. Die Datei ist klar strukturiert. Der Hauptaugenmerk liegt dabei bei der Pinnwand, die chronologisch bis zu den ersten Einträgen liegt. Davor ein Verzeichnis für persönliche Daten und welche für Photos, Videos, Freund und Nachrichten.

Die Frage, die sich stellt, ist das alles? Folgende Daten sind mir aufgefallen:

Wo sind die Likes?

Beispiel Unvollständig 7

Wenn ich in das Archiv schaue, finde ich keine Angaben über die “Likes” von mir. Die Verknüpfungen habe ich nicht gefunden.

Wo sind die Plugin Daten

Beispiel Unvollständig 6

Wenn ich mache Homepages aufrufe, besitzen diese personalisierte Daten von mir (wie im Beispiel die Seite von Thomas Hutter). Diese konnte ich auch nicht finden.

Wo sind die Rechnerdaten?

Beispiel Unvollständig 5

Jedem, der sich schon mal bei einem Bekannten oder in einem Internetcafé bei Facebook angemeldet hat, ist es sicherlich schon mal aufgefallen: Facebook weiß, an welchem Rechner man sich sonst so angemeldet hat. Wahrscheinlich weiß keiner so genau über die OS Verteilung Bescheid wie Facebook. Diese Daten habe ich auch nicht gefunden.

Wo sind die Applikationen

Beispiel Unvollständig 4

Eine der wichtigsten Angaben, die ich nicht gefunden habe: Die Applikationen, denen ich Zugriff gewährt habe, sowie dessen Betreiber. Die Angaben halte ich persönlich schon für wichtig.

Wo Sind die Applikationsdetails

Beispiel Unvollständig 4

Wo ich mir nicht sicher bin: Was speichern die Applikationen? In meinem Beispiel: BranchOut, dass ja recht umfangreich persönliche Daten einsammelt. Zwar geschieht das in der Domain von Facebook, aber hier könnten die Amerikaner tatsächlich nur Anbieter von Webspace sein.

Wo sind die Zahlungsverkehrsdaten?

Beispiel Unvollständig 2

Ich konnte in den Daten auch keine Angaben zu den Zahlungsverkehrsdetails finden, die in meinem Facebookaccount hinterlegt sind.

Wo sind meine Kommentare auf anderen Pinnwänden?

Beispiel Unvollständig 1

Kommentare, die ich auf anderen Fanseiten hinterlassen habe, habe ich auch in der ZIP Datei nicht gefunden.

Wo ist der Rest?

Es gibt noch mehrere Sachen, die ich vermisse. Allerdings wird es erst interessant, wo das Offensichtliche aufhört: Anmeldedaten- und dauer, Chatprotokolle, EinlogIPs und ähnliches wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch gespeichert. In welchem Umfang, kann man nicht erkennen.

Fazit

Insgesamt erscheint das Archiv nur einen oberflächlichen Einblick in die von Facebook gespeicherten Daten zu geben. Es wird nur das Offensichtliche zusammengefasst. Es könnte dem europäischen Recht nach Direktive 95/46/EG  vielleicht knapp entgegengekommen werden, eine allumfassende Auskunft nach § 34 BDSG stelle ich mir anders vor. Falls ich irgendwelche der Punkte im Archiv nicht gefunden haben sollte, entschuldige ich mich schon mal vorab.

Den Verweis auf das zur Verfügung gestellte ZIP Archiv halte ich für eine Nebelbombe. Mal sehen, was die Datenschützer nun sagen. Auf jeden Fall eine Annäherung seitens Facebook an den europäischen Raum.

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Nachdem im Oktober facebook die geschlossenen Gruppen eingeführt hat (s. netzwertig), ergänzt LinkedIn genau in die andere Richtung und führt zu den defaultmässig geschlossenen Gruppen offene ein.

In den letzten Tagen ist vielleicht einigen ein “Schlosssymbol” aufgefallen:

Neuer Gruppentyp "Offene Gruppen"

Neuer Gruppentyp "Offene Gruppen"

Hierzu habe ich keinen Blogartikel gefunden, in der “LinkedIn Groups” Gruppe ist aber eine interessante Diskussion mit Ian McCarthy, dem Produktmanager für Gruppen bei LinkedIn.

In Zukunft wird man offene Gruppen gründen können. Allerdings bezieht sich das ausschließlich auf die Obergruppen, Untergruppen werden privat bleiben.

Wenn man die Restriktionen offen einstellt, wird jedes LinkedIn Mitglied sich beteiligen können. Diese Gruppen werden dann auch bei Google indexiert. Allerdings ist ein anonymes posten nicht möglich, man muss LinkedIn Mitglied sein, um sich zu beteiligen.

Schon heute bekommt man bei Gruppengründung einen entsprechenden Hinweis:

Neuer Gruppentyp Hinweis auf offene Gruppen

Neuer Gruppentyp Hinweis auf offene Gruppen

Der Hinweis führt zu einer englischsprachigen Hilfeseite, wo man einige Informationen zu den offenen Gruppen erhält. Weiterführende Hilfe ist dort auch verlinkt.

Bestehende Gruppen können geändert werden, allerdings nicht manuell in der Verwaltung, sondern indem man sich mit LinkedIn über Mail in Verbindung setzt.

Danach werden alle bestehenden Gruppen in einen Bereich geschoben, der nicht offen ist und die Mitglieder über die Öffnung informiert. Somit ist sichergestellt, dass keine Beiträge, die im Vertrauen auf die Privatsspäre der Gruppe erstellt worden sind, publiziert werden.

Für die Mitglieder ist hierbei angenehm, dass die Zeitangaben des Posts “verwischt” werden (posted 1 day ago, 1 week ago etc.)

Nicht zuordnenbare Zeiteinteilung beim Posten

Nicht zuordnenbare Zeiteinteilung beim Posten

Fazit

Ich persönlich werde wohl keinen Gebrauch hiervon machen. Wer aber die Marketingreichweite der Gruppe benötigt, wird sich über die Optionen freuen. Da man auch differenzieren kann, dass die Untergruppen nicht öffentlich sind, kann man auch eigene Modell konstruieren, mit offener Obergruppe und dem eigentlichen Diskussionsbereich in dem geschlossenen Bereich.

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