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LinkedIn Official LogoXing legt immer großen Wert darauf, dass es kein Klon von LinkedIn ist. Ich denke, im Bereich der Gruppen legt LinkedIn darauf auch großen Wert. Waren die Gruppen zu OpenBC Zeiten das Argument für das deutsche soziale Netzwerk, ist das Produkt kaum Logo Xingmerkbar gepflegt und die Moderatoren ohne technische Unterstützung allein gelassen worden. Hinzu kommt die Problematik, dass Xing verlangt, dass Moderatoren Mitglieder verwarnen, aber nicht die Möglichkeit zulassen, dass alle Ihre Gruppenmitglieder anschreiben können.

Ausgangslage

spam xing 2Heute Morgen sah es in meinem Forum mal wieder so aus, wie rechts abgebildet. Wie schon gesagt, nur in meiner Gruppe. Ich habe den irrealen Namen mal verpixelt, da sonst die nächste Abmahnung seitens Xing ansteht. Auch andere Mitglieder beschweren sich über den immer noch zunehmenden Spam. Hinzu kommt das Problem, dass man auf der Startseite nicht mehr erkennt, in welchem Forum der Artikel steht. Hier ist dumpfe Fleißarbeit angesagt, die kaum einen Mod Freude bringt.

Ich habe mal bei LinkedIn geschaut. Das Gruppenprodukt von Xing ist in die Jahre gekommen und Bedarf dringend Erneuerung. Hier sollte die Chance ergriffen werden, den Mods zeitgemäße Hilfe an die Hand zu geben, damit die Moderation der Gruppe nicht in administrative Fleißarbeit ausartet. Innerhalb der Geschäftszeiten von Xing kann man auf Hilfe hoffen, am Wochenende oder abends ist diese nicht zu erwarten. Aber mit etwas technischer Unterstützung könnte bräuchte man diese auch nicht.

Was kann man tun

Hier ein paar Anregungen von LinkedIn (allerdings sind sogar die neuen Google+ Communities besser ausgestattet als die Gruppen von Xing)

1. Mods können Ihre Mitglieder immer anschreiben

Nachricht an MitgliederMods können bei LinkedIn Ihre Mitglieder über die Gruppenverwaltung immer anschreiben. Dieses geht auch dann, wenn das Mitglied keine Nachrichten zulässt. Und das ist auch gut so, dass eine Kommunikation immer möglich ist. Auch muss der Mod keine Premiummitgliedschaft haben.

2. Einzelne Mitglieder moderieren

Moderation erforderlich Auch möchte man nicht unbedingt immer zur Keule greifen und ein Mitglied der Gruppe verweisen. Hier gibt es die Möglichkeit, einzelne Gruppenmitglieder auf “Moderation” zu schalten: In diesem Fall wird ein neuer Beitrag eines Mitgliedes erst nur für den Mod sichtbar geschaltet. Wenn dieser den Beitrag freigibt, wird dieser im Forum für alle Gruppenmitglieder sichtbar. Ein guter Mittelweg, um jemanden zu zügeln, der etwas zu viel Werbung betreibt.

3. Flaggen

Tester 2 neuEine der wichtigsten Funktionen in der Gruppe ist das Flaggen. Hier kann ein Mitglied einen Beitrag als

  • Unangemessen
  • Werbung
  • Stellenanzeige

Melden. Der Mod bekommt dann einen Hinweis und kann reagieren. Wichtig: Durch die Meldung allein passiert noch nichts, sofern man es nicht anders eingestellt hat. Dieses wäre die zentrale Forderung für ein zeitgemäßes Gruppenprodukt.

4. Reiter für Werbung und Stellenanzeigen

Spam Prävention bei LinkedIn: Karten für Stellenanzeigen und Werbung aktivieren

Spam Prävention bei LinkedIn: Karten für Stellenanzeigen und Werbung aktivieren

Man kann in den LinkedIn Gruppen eigene Reiter für Werbung und für den Stellenmarkt aktivieren. Dieses hilft ungemein, um die Diskussionsforen sortenrein zu halten, ohne Mitglieder vergraulen zu müssen. Ich halte das für einen netten Zwischenweg. Neuerdings kann man sogar Stellenanzeigen von LinkedIn automatisch der Karte zuordnen lassen. Dieses funktioniert in Teilen auch ganz gut (zum Beispiel, wenn Recruiter ihre Stellenanzeigen im Stream teilen). Eine, wie ich finde, nette Ergänzung.

5. Crowdsourcing

Crowd SourcingDas Flaggen der Artikel kann man auch anderweitig nutzen. Der Fachbegriff lautet Crowdsourcing: Man kann als Moderator definieren, dass, wenn x Personen einen Beitrag als unangemessen melden, dieser automatisch gelöscht wird. Die Methode ist umstritten (wenn die Gruppenmitglieder wissen, wie viele man braucht, könnten diese sich gegen einen zusammenrotten), aber, die Bedenken sind typisch deutsch. Ich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht und es funktioniert. Hier ist die Mitarbeit der Gruppenmitglieder gefragt, aber diese kommt mit der Zeit auch. Bis jetzt wurden auch nur wirkliche Spamfälle gemeldet.

6. Mitglied und Beiträge löschen

Blockieren und löschen 2Beim Entfernen von Mitgliedern gibt es drei Stufen:

1. Entfernen
2. Entfernen und Blockieren
3. Entfernen, Blockieren und löschen

Bei der dritten Möglichkeit werden alle Beiträge des Mitgliedes gelöscht, was im obigen Beispiel ein Traum wäre. Mir ist die Kritik an dieser Vorgehensweise bekannt, so dass man mit so einer Funktion vorsichtig umgehen sollte.

7. Blockieren

Blockieren und löschenBei LinkedIn kann man auch ehemalige Mitglieder blockieren: Es kommt immer wieder vor, dass Spammer sich Zutritt verschaffen, ihren Werbemüll abladen und dann wieder aus der Gruppe austreten. Hier kann man alle LinkedIn Mitglieder blockieren, die mindestens einen Beitrag im Forum hatten.

8. Anzeige von neuen Mitgliedern

Tester 1 neuWenn sich jemand in einem Forum anmeldet, so wird angezeigt, wenn dieser keine Kontakte hat oder neues Mitglied bei LinkedIn. Darüber kann man viele Spammer erkennen.

9. Moderation von Mitgliedern

Mitglieder neu in GruppeMan kann auch definieren, dass Mitglieder die entweder neu bei LinkedIn oder neu in der Gruppe sind, moderiert werden. Die Beiträge von diesen werden nicht direkt nach Erstellung im Forum angezeigt, sondern müssen von einem Moderator freigeschaltet werden. Hierbei kann man definieren, für wie viele Tage ein Mitglied als neu gilt. Hier kann man einen Tag eingeben: Durch die Begrenzung der Anzahl der Gruppen eines Mitglieds sind die Spammer oft darauf angewiesen, sofort Ihre Werbung abzukippen. Gelingt das nicht per sofort, sind diese schon wieder weg.

ModerationskonzeptWeiterhin kann man bei LinkedIn kann auch definieren, was die Mitglieder dürfen. Dass fängt frei an bei “Jeder darf alles posten” und endet bei “Alles muss moderiert werden“. Hierbei gibt es verschiedene Abstufungen. So kann man nur Stellenanzeigen moderieren lassen, nur Werbung oder neue Diskussionsstränge. Der Moderator hat hier die freie Wahl, wie er in seinem Forum umgehen möchte. Allerdings: Wirklich harte Einschnitte stelle ich mir nur für riesige Gruppen als sinnvoll vor, ich selber habe davon keinen Gebrauch gemacht. Aber man könnte ja.

10. Gruppenregeln prominent darstellen

Gruppenregeln

Gruppenregeln

Ein CoC (Code of Conduct) kann sinnvoll sein. Sinnvoll ist es aber auch, dass die Gruppenmitglieder die Regeln erkennen. Bei LinkedIn kann man diese Regeln definieren. Hat man dieses getan, so wird zentral an obiger Stelle der entsprechende Link dauerhaft angezeigt. Die Gruppenregeln sind damit den Nutzern immer präsent und schnell erreichbar. Der beste CoC nutzt nichts, wenn er versteckt ist in irgendwelchen Unterforen, und nur gefunden wird, wenn man explizit danach sucht.

extro

Nach meiner persönlichen Wahrnehmung wird es höchste Zeit, dass etwas passiert. Die Gruppen sind in vielen Fällen schon extrem Werbe- und Recruiterlastig, inhaltliche Diskussionen werden immer seltener. Den Moderatoren könnte man durch ein zeitgemäßes Gruppensystem sehr helfen. In vielen Fällen ist aber auch schon Resignation zu spüren, was ich schade finde, da vor einigen Jahren die Gruppen einen klaren Mehrwert boten.

Stephan Koß/Google+
Autor: Stephan Koß

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Intro

google-plus-logo-buttonLetzte Woche war es soweit: Google+, das (noch) mit dem Ruf einer Geisterstadt kämpft, hat endlich seine Gruppen herausgebracht. Bei Google+ nennen sich diese “Google+ Communities”. Am ersten Tag wurde jeder, der sich mehr oder weniger aktiv mit Google+ beschäftigt, mit Gruppen (bzw. Community) Einladungen regelrecht geflutet. Wie sieht das Konzept aus?

Anlegen – einfach wie nie!

Wenn man bei Google+ eine Gruppe anlegen möchte, so findet sich auf der Seite Communities ein Button “Erstellen”. Die prominente Platzierung lädt gerade dazu ein, nicht nur in Gruppen zu stöbern, sondern eine eigene anzulegen:

Google+ Gruppe anlegenGoogle+ Gruppe anlegenWenn man sich an den Button heranwagt, so muss man sich einen Namen ausdenken, entscheiden, ob die Gruppe öffentlich oder geschlossen sein soll und ist danach…fertig!

Google+ Community erstellen

Google+ Community erstellen

Als Gründer von ein paar Gruppen habe ich noch nicht gesehen, dass es so anwenderfreundlich gestaltet werden kann. Man kann dann ein Logo hochladen, entscheiden, ob man Mitglieder zulassen will oder ob die Mitglieder automatisch in die Gruppe gelassen werden. Einen Beschreibungstext ist auch sinnvoll, damit die Gruppe über die Suche gefunden werden kann.

Viele Funktionen, die man aus Gruppen kennt, gibt es auch beim Start der Google+ Communities. Auch Gruppenevents kann man anlegen und ein Feature ist von besonderem Interesse: Man kann in der Gruppe HangOuts durchführen, also Videokonferenzen über das Google+ Netzwerk. Ansonsten wurde das Styling dem normalen Google+ Auftritt angepasst

Gute Chancen?

Die Gruppen haben ein paar Reize. Bei Google+ lief bis jetzt das gesamte Netzwerkleben in der Timeline statt. Gute Suchmöglichkeiten (von denen andere soziale Netzwerke träumen), die Unterstützung von Hashtags und Mentioning machten eine Sachdiskussion nicht nur mit bekannten Personen möglich.

Den Gruppen (oder Communities) gebe ich gute Chancen: Zum einen ist die Einfachheit gut gelöst. Zum anderen bietet Google+ viele Möglichkeiten über  öffentliche Nachrichten Personen, insbesondere Meinungsführer zu seinem Terrain, auf sich aufmerksam zu machen. Hier bietet Google+ viel Potenzial.

Die Gruppen sind nun eine Woche alt. Wer behauptet, Google+ wäre zu nerdlastig, dem sei gesagt: Die bis jetzt größte Gruppe, die ich nach einer Woche gesehen habe mit 14.000 Mitgliedern (wie schon gesagt, nach einer Woche!), ist eine Gruppe zu Star Wars……

Immer aktuell bleiben: G+


Erst mal ein gesundes und frohes 2012. Umfragen gibt es bei LinkedIn schon länger (seit nahezu drei Jahren, um es genauer einzugrenzen). Diese sind als App bei der LinkedIn Oberfläche eingebunden:

Umfrage (Poll) klassischer Einstieg bei LinkedIn

Diese stehen nur in englisch zur Verfügung.

Um Umfragen in den Gruppen zu nutzen, gibt es zwei Ansätze. Der eine ist neu und ermöglicht jedem Gruppenmitglied, eine “kleine” Umfrage zu starten:

Umfrage in LinkedIn Gruppe erstellen

Allerdings kann es sein, dass Umfragen in Gruppen entweder gar nicht oder nur für die Moderatoren möglich sind. Dieses lässt sich als Moderator konfigurieren:

Umfragen in Gruppen administrieren

Man kann also eine Umfrage direkt in der Gruppe starten oder über die App erstellen und später in der Gruppe verlinken.

Ich empfehle den zweiten Weg, da bei der Erstellung über die App statistische Auswertungen zur Verfügung stehen, die interessante Aufschlüsse zulassen. Als Beispiel eine Umfrage, die ich in meine Gruppe Projektmanagement promoted habe:

Umfragewerte

Hier kann man die Verteilung der Antworten auf

  • Geschlecht
  • Alter
  • Karrieregrad

erkennen. In meinem Beispiel sieht man, dass

  • Frauen entweder keine hohe Affinität zu Umfragen oder zum Projektmanagement haben
  • Das ältere Teilnehmer zur politisch weicheren Antwort neigen

Die Erstellung in der Gruppe geht zwar schneller, aber über den Umweg über die App hat man verschiedene Möglichkeit der Distribution: So kann man die Umfrage nicht nur über die Gruppe verteilen, sondern über verschiedene Kanäle. Am interessantesten hierbei sicherlich über Facebook:

Umfrage bei Facebook promoten

Eine weitere Möglichkeit ist, die Umfrage über den zur Verfügung gestellten embedded Code in seine Page oder seinen Blog zu integrieren:

Umfrage Embedded Code generieren

Auf der anderen Seite hat eine Umfrage in der Gruppe, den Vorteil, dass ausschließlich Gruppenmitglieder (so fern die Gruppe nicht komplett öffentlich ist) zur Verfügung steht: So kann man Meinungen und Stimmungsbilder direkt aus der Gruppe auffangen und verarbeiten.

Seien Sie emotional!

Bei der Umfrage können Sie durchaus etwas emotionalere Fragen stellen. So hat in meiner Bankengruppe bei LinkedIn jemand die Frage gestellt: “Investment-Banking – Zocken ohne Moral oder Nützliches Werkzeug der Wirtschaft?” Dabei überwiegte als Antwort zwar, dass Investment Banking nützlich sei (in einem Forum für Banker nicht weiter verwunderlich), jedoch führte die Art der Fragestellung zu einer interessanten Diskussion.

Auf jeden Fall (so oder so): Ausprobieren!

 

 (Update: Wer auf Grund des Gewinnspieles Antwort auf die Frage sucht, wie viele Gruppen bei Xing existieren, so lautet die aktuelle Zahl: 42.903)

Eigentlich hatte ich einen anderen Artikel für dieses Wochenende im Kopf. Allerdings ist mir aufgefallen, dass mein Blog seit Tagen verstärkt Traffic aufweist über Googlesuchen “Anzahl Gruppen Xing”, “Anzahl Gruppen LinkedIn”, “Vergleich Summe Gruppen” et cetera, et cetera. Daher schloss ich, dass es für solche Zahlen aktuell Bedarf gibt und so wollte ich meinen Artikel aus Mai 2011 auf einen neueren Stand bringen.

Woher dieser Bedarf kommt, weiß ich nicht. Das Barcamp in Hamburg schließe ich mal aus, da dort eher auf Metaebene agiert wird. Wenn jemand eine Idee hat, ich würde mich über einen Kommentar freuen.

Gruppen insgesamt

Insgesamt sieht ist in der Gruppenübersicht so aus:

Anzahl Gruppen in Summe Xing und LinkedIn Nov 2011

Anzahl Gruppen in Summe Xing und LinkedIn Nov 2011

Über eine Million Gruppen bei LinkedIn stehen knapp 43.000 Gruppen bei dem Hamburger Pendanten zur Zeit gegenüber.

Die geringere Anzahl lässt sich nicht ausschließlich über die größere Anzahl an Mitgliedern erklären (das wäre ja auch nur Faktor 12), sondern hat auch historische Gründe: Zum einen hatte Xing bis 2006 eine “Ein Thema eine Gruppe” Policy, zum anderen werden Gruppen auch noch heute manuell nach Sichtung durch Personal genehmigt. Dieser Prozess ist bei LinkedIn automatisiert.

Wie sind die Gruppen thematisch verteilt?

Die Cluster, die gebildet werden, sind nicht identisch, so dass man keinen 1:1 Vergleich vornehmen kann. Daher die Übersichten isoliert:

Verteilung Gruppen auf LinkedIn Nov 2011

Verteilung Gruppen auf LinkedIn Nov 2011

Ganz vorne weg sind die Fachgruppen mit zur Zeit über 300 Tsd. Stück. Im Vergleich hierzu die Verteilung bei Xing:

Verteilung Gruppen auf Xing Nov 2011

Hier sind die absoluten Zahlen kleiner: Zum einen, da es nur über 40.000 Gruppen gibt, zum anderen ist eine wesentlich höhere Anzahl von Oberkategorien vorhanden.

Hier eine Gegenüberstellung der “Heimatsprachen” Englisch vs. Deutsch”:

Anzahl Gruppen Xing und LinkedIn Deutsch Englisch Nov 2011

Anzahl Gruppen Xing und LinkedIn Deutsch Englisch Nov 2011

(Achtung: Deutsch und Englisch ist nich maßstabsgerecht). Da man die absoluten Zahlen nicht gut lesen kann, noch mal als Tabelle:

LinkedIn Xing
Englischsprachige Gruppen 912.368 6.491
Deutschsprachige Gruppen 3.960 33.050

Interessant ist, wenn man andere Sprachen vergleicht:

Anzahl Gruppen Xing und LinkedIn Andere Sprachen Nov 2011

Anzahl Gruppen Xing und LinkedIn Andere Sprachen Nov 2011

Fazit

Insgesamt sind die Gruppen stärker bei LinkedIn vertreten als bei Xing. Allerdings sind die deutschsprachigen unterrepräsentiert. Wenn jemand mit dem Gedanken spielt, eine deutschsprachige Gruppe zu instanziieren, so ist jetzt (noch) der richtige Augenblick. Auch wenn die Gruppen teilweise durch Timeline und anderes ersetzt wurden, so können Sie immer noch wertvolle Inhalte liefern.

Funktional ist LinkedIn im Vergleich eine Freude. Features wie Crowdsourcing oder “Spam” Knopf vereinfachen die Moderation und die aktuell eingeführten Statistiken helfen auch.

Dir gefällt einer meiner Artikel? Ich halte den Blog werbefrei, über ein kleines Dankeschön freue ich mich trotzdem jederzeit….

Vor zwei Monaten hatte ich untersucht, wie die die DAX 30 Unternehmen bei Xing und LinkedIn mit ihren Mitarbeiter vertreten sind.

Aber sind die DAX 30 Unternehmen allein stellvertretend genug für deutsche Unternehmen? Daher habe ich mal weitere 80 Unternehmen auf deren Mitarbeiterpenetration auf LinkedIn und Xing untersucht. Wer übrigens die Usability von LinkedIn für nachteilig hält, der soll mal versuchen EADS Deutschland auf Xing zu finden.

Bei den weiteren Unternehmen habe ich mich für die

  • M Dax Unternehmen (50 Stück)
  • Tec Dax Unternehmen (30 Stück)

entschieden. Auch hätte ich ja beispielsweise den Hamelner Mittelständler für Automationstechnik, Lenze mit 68 Profilen auf Xing, wählen können, fand aber, dass eine gewisse Größe für einen Vergleich doch zuträglich ist.

Auch muss ich zugeben, dass diese Untersuchung eine bestimmte Perspektive enthält: Was ist Business? Für alle, die Business darin definieren, dass ein einzelner seine Tätigkeit stundenweise an jemanden anderen verkauft, für den ist diese Untersuchung eher uninteressant. Damit hätten wir eine Analyse, wie Xing und LinkedIn die gelben Seiten verdrängen. Das war aber nicht meine Intention. Mir ging es darum, die Chancen für zum Beispiel Projektgeschäft oder für das Recruiting zu ermitteln. Und hier ist man halt abhängig von Unternehmen mit einer gewissen kritischen Größe.

So weit mir bekannt ist, ist dieses die größte Erhebung zum Vergleich, die bis jetzt statt gefunden hat. Berücksichtigung fanden hierbei

  • 110 Unternehmen und
  • 343.811 Mitarbeiterprofile

Die Technik

Die Technik ist dieselbe geblieben. Ich würde gern eine detailliertere Analyse vornehmen, leider ist die Suche von Xing hierzu zu sehr eingeschränkt. Deswegen bin ich über die Unternehmenspräsenzen der Unternehmen bei LinkedIn und Xing gegangen:

LinkedIn Vergleich Herleitung

LinkedIn Vergleich Herleitung

Hier im Bispiel zu Symrise. Symrise kennt eigentlich jeder, der Joghurt oder Fertigkuchen ist, Tee trinkt oder ähnliches. Der kleine Hersteller aus Holzminden ist einer der führenden Hersteller für Geschmacksstoffe.

Über diese Seite kann man erkennen a) wie viele Mitarbeiter von einem Unternehmen bei dem jeweiligen Netzwerk sind und b) wie viele Follower diese haben.

Übrigens: Alle Grafiken sind im Anschluss noch mal als PDF bereitgestellt, damit man sich diese genauer anschauen kann.

Welche Firmen haben wo die meisten Mitarbeiterprofile?

Als erstes zur einfachsten Disziplin. Wer hat wo mehr Mitarbeiterprofile? Hier haben wir nahezu eine Pattsituation zwischen Xing und LinkedIn:

LinkedIn Xing Vergleich Anzahl Firmen zusammen

LinkedIn Xing Vergleich Anzahl Firmen zusammen

Verteilt auf die drei untersuchten Felder (DAX, MDAX und TecDAX) ergibt sich folgende Differenzierung:

LinkedIn Xing Vergleich Anzahl Firmen getrennt

LinkedIn Xing Vergleich Anzahl Firmen getrennt

Interessant wird es bei der nächsten Disziplin:

Wie viele Mitarbeiterprofile finden sich wo – der 1,6 Faktor

Im folgenden eine nähere Untersuchung, wieviele Mitarbeiter nominal in welchem Business Netzwerk vertreten sind:

LinkedIn Xing Vergleich Anzahl Profile zusammen und Getrennt nach Index

LinkedIn Xing Vergleich Anzahl Profile zusammen und Getrennt nach Index

Was interessant hierbei ist: unabhängig, welchen Index man genauer betrachtet, der Faktor zwischen LinkedIn und Xing ist immer irgendwie 1,6 (Also auf 1 Xing Profil kommen 1,6 LinkedIn Profile). Die Verhältnisse sind immer ähnlich:

Mitarbeiterprofile Übersichtstabelle

Mitarbeiterprofile Übersichtstabelle

Hierbei ist es auch interessant zu sehen, was sich seit Anfang Oktober getan hat:

LinkedIn Vergleich Wachstum DAX 30

LinkedIn Vergleich Wachstum DAX 30

So haben die DAX 30 Firmen bei Xing bereits zwei Prozent dazugewonnen, bei LinekdIn sogar über 4 %.

Das passt auch zu den Gesamtzahlen: So hat Xing im November 140.000 neue Mitglieder gewonnen zu haben (dank Fernsehwerbung). Im gleichen Zeitraum hat LinkedIn einen Nettozuwachs von 366.000 Mitgliedern in Deutschland verzeichnet. Rechnet man noch hinzu, dass die LinkedIn Zahlen bereinigt sind von Abgängen, kann man daraus ableiten, dass das Wachstum doppelt so hoch war.

Und unsere Nachbarn? In Österreich sieht die Verteilung der größten 10 Unternehmen wie folgt aus:

Xing und LinkedIn für die Unternehmensreichweite

Sollte Xing und LinkedIn für die Unternehmenspräsentation mit einem vernünftigen Unternehmensprofil gepflegt werden?

LinkedIn Vergleich Follower 110

LinkedIn Vergleich Follower 110

Die Zahlen sprechen eigentlich für sich und benötigen kaum einen weiteren Kommentar. So haben von den “Nicht DAX Unternehmen” nur sieben ein folgbares Unternehmensprofil mit durchschnittlich 257 Abonnenten, bei LinkedIn haben 75 Unternehmen aus M- und TecDax ein Unternehmensprofil mit durchschnittlich knapp 460 Follower.

Kritik

Die Zahlen benötigen von daher etwas kritischen Abstand, da bei Xing die Normalisierung von Datenbanken noch keinen Einzug gehalten hat. So müssen auf die Xing Zahlen immer ein kleiner Prozentsatz für Leute, die die Rechtschreibung ihres Unternehmens nicht beherrschen und somit ein eigenes Unternehmensprofil für diese angelegt wird, aufgeschlagen werden.

Fazit

Aus diesen Zahlen kann man einiges ableiten. Im Kern spricht ja nichts dagegen, bei beiden ein Profil zu haben und zu pflegen. Wenn man dieses nicht möchte, muss man erst überlegen, wen man präferiert:

Xing

ist zu bevorzugen, wenn man

  • als Freiberufler sich präsentieren möchte
  • Kostengünstig viel Kaltakquise betreiben möchte
  • als Ersatz für eine Präsentation in den gelben Seiten
  • Freiberufler sucht
  • Zur automatisierten Ausbringung von Massenwerbesendungen

LinkedIn ist jedoch zu bevorzugen

  • bei der Suche nach Fach- und Führungskräften
  • wenn man ein Unternehmensprofil anlegen möchte
  • (umgekehrt aus dem zweiten Vorteil von Xing) wenn man nicht außerhalb seines Netzwerkes angesprochen werden möchte

Hervorzuheben wäre auch die Stabilität von LinkedIn. Suchaufträge von mir werden konstant seit über einen Jahr ausgeführt. Eigentlich könnte ich jetzt schreiben, dass das Rennen spannend wird, aber eigentlich ist es schon vorüber.

Ach ja, zum Abschluss, möchte jemand raten, wie viele Profile der kleine Hamelner Spezialist für Automationstechnik, der 68 Profile bei Xing hat, bei LinkedIn zu verzeichnen hat? Wer den Artikel gelesen hat, kann es sich an den Fingern abzählen, für den Rest die Lösung hier…..

Und: Wie sich beide gegen Facebook halten können, steht noch mal ganz woanders.

–> Hier noch mal der Link zu dem PDF.

Nachdem im Oktober facebook die geschlossenen Gruppen eingeführt hat (s. netzwertig), ergänzt LinkedIn genau in die andere Richtung und führt zu den defaultmässig geschlossenen Gruppen offene ein.

In den letzten Tagen ist vielleicht einigen ein “Schlosssymbol” aufgefallen:

Neuer Gruppentyp "Offene Gruppen"

Neuer Gruppentyp "Offene Gruppen"

Hierzu habe ich keinen Blogartikel gefunden, in der “LinkedIn Groups” Gruppe ist aber eine interessante Diskussion mit Ian McCarthy, dem Produktmanager für Gruppen bei LinkedIn.

In Zukunft wird man offene Gruppen gründen können. Allerdings bezieht sich das ausschließlich auf die Obergruppen, Untergruppen werden privat bleiben.

Wenn man die Restriktionen offen einstellt, wird jedes LinkedIn Mitglied sich beteiligen können. Diese Gruppen werden dann auch bei Google indexiert. Allerdings ist ein anonymes posten nicht möglich, man muss LinkedIn Mitglied sein, um sich zu beteiligen.

Schon heute bekommt man bei Gruppengründung einen entsprechenden Hinweis:

Neuer Gruppentyp Hinweis auf offene Gruppen

Neuer Gruppentyp Hinweis auf offene Gruppen

Der Hinweis führt zu einer englischsprachigen Hilfeseite, wo man einige Informationen zu den offenen Gruppen erhält. Weiterführende Hilfe ist dort auch verlinkt.

Bestehende Gruppen können geändert werden, allerdings nicht manuell in der Verwaltung, sondern indem man sich mit LinkedIn über Mail in Verbindung setzt.

Danach werden alle bestehenden Gruppen in einen Bereich geschoben, der nicht offen ist und die Mitglieder über die Öffnung informiert. Somit ist sichergestellt, dass keine Beiträge, die im Vertrauen auf die Privatsspäre der Gruppe erstellt worden sind, publiziert werden.

Für die Mitglieder ist hierbei angenehm, dass die Zeitangaben des Posts “verwischt” werden (posted 1 day ago, 1 week ago etc.)

Nicht zuordnenbare Zeiteinteilung beim Posten

Nicht zuordnenbare Zeiteinteilung beim Posten

Fazit

Ich persönlich werde wohl keinen Gebrauch hiervon machen. Wer aber die Marketingreichweite der Gruppe benötigt, wird sich über die Optionen freuen. Da man auch differenzieren kann, dass die Untergruppen nicht öffentlich sind, kann man auch eigene Modell konstruieren, mit offener Obergruppe und dem eigentlichen Diskussionsbereich in dem geschlossenen Bereich.

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