
Heute bin ich auf einen interessanten Blogartikel gestoßen. Dieser stößt in das gleiche Horn, wie der Artikel Fire Your Social Media Consultant, den ich in vielen Punkten zustimmen würde und auch selber bereits verlinkt habe.
Ich kann die Intention der beiden Autoren verstehen: Der Begriff “Social Media Consultant” (oder ähnliches) ist nicht geschützt und hier finden sich viele selbsternannte Gurus wieder.
Die Spreu kann man schnell vom Weizen anhand Negativkriterien herausfiltern, wenn man sich mit der Materie beschäftigt hat. Zum Beispiel:
- Anzahl von Kontakten und Freunden ist kein Qualitätskriterium
- Niemand muss auf Facebook sein (vielleicht von Zynga abgesehen)
- Sie brauchen ihr Business nicht neu überdenken. Wenn Sie ein Geschäftsmodell haben das funktioniert, werden Sie das wegen Social Media nicht überdenken müssen.
Aber das ist genau die Art Artikel, die ich nicht schreiben wollte. Die Frage ist, wie man die passende Unterstützung findet.
Der erste Tipp wird weh tun:
Was wollen Sie überhaupt?
Social Media ist ein weites Feld und bietet viele Möglichkeiten. Die Suche nach der passenden Unterstützung wird vereinfacht, wenn man sich die Ziele vor Augen führt, die man erreichen möcht.

Hierbei sollte crossfunktional gedacht werden: Liegt der Hauptaugenmerk auf HR, sollte trotzdem Öffentlichkeitsarbeit und / oder Marketing mit eingebunden werden. Aber auch umgekehrt.
Wenn an diesem Punkt noch kein klares Konzept haben, ist das nicht weiter tragisch. Allerdings sollten Sie sich Unterstützung aus dem Bereich “Business Development” organisieren. Hierbei sollte bei entsprechenden Angeboten nicht zwingend dei Social Media Kenntnisse allein im Mittelpunkt stehen:
Wenn Sie noch nie ein Auto gekauft haben und nicht wissen, wofür es gut ist, dann dürfen Sie sich nicht wundern, wenn Sie zum BMW Händler gehen, maximal Auto für das zur Verfügung stehenden Geld verkauft bekommen.
Die Zielgruppe
Eine der wichtigsten Gedanken, die im Vorfeld durchgespielt werden sollte: Welche Zielgruppe möchte ich erreichen? Diese Frage bestimmt maßgeblich, wo und was realisieren sollte. Die beste Facebookseite hilft keinem weiter, wenn meine Kunden diese nicht wahrnehmen.
Auch sollte man vorsichtig sein, neue Zielgruppen zu erschließen. Dieses ist generell denkbar, potenziert aber die Schwierigkeiten, die man am Anfang hat: So ist nicht nur das Medium neu, sondern auch die zu erreichenden Personen. Das Bestandskunden zu halten günstiger ist als neue zu gewinnen, ist mehr als eine Binsenweisheit.
Wenn die Zielgruppe bekannt ist, ist ein wichtiger Schritt getan. Ist die Zielgruppe weniger bekannt oder eher als diffuses Mengengerüst bekannt, so sollte hier erst mal eine CRM Analyse erfolgen.
Authentisch bleiben
Den Einsatz von Social Media sollte strategisch geplant werden. Auf gar keinem Fall sollte Budget für hektische Aktivitäten, wie zum Beispiel den Kauf von Facebookfans ausgegeben werden, wie auch Spezialisten warnen. Die erzeugte Reichweite bringt auf Grund von AGB Verstößen die Fanseite in Gefahr und bringt sonst rein gar nichts.
Social Media integrieren

Hier sind die Schritte grob skaliert dargestellt, die notwendig sind. Oft wird mit Schritt drei begonnen: Dieses kann zum Erfolg führen… muss aber nicht. Um hier das Risiko zu minimieren, sollte man systematisch vorgehen. Hieraus kann man die Unterstützung ableiten, die man benötigt:

Wenn die Unternehmung nicht einschätzen kann, wo das kumulierte Wissen steht, kann man sich mit hoher Wahrscheinlichkeit in den ersten 10 % einsortieren: Hier sind Generalisten gefragt, die im Zweifel eher was von Ihrem Business als um Details einer Kampagne auf einem bestimmten Medium kennen.
Umso mehr eigenes Wissen bereit in der Unternehmung existiert, um so eher kann man sich auf die Spezialisten verlassen. Um auf das Beispiel mit dem Auto zurückzukommen: Wenn Sie zu einem BMW Händler gehen und sagen: Ich möchte gern ein Auto, so bekommen Sie halt einen BMW. Ist halt so. Und wenn Sie zu einem Facebookentwickler gehen und sagen, ich möchte gerne eine Fanpage, dann bekommen Sie diese dort auch. Und da ist dem Entwickler noch niemals ein Vorwurf zu leisten: Wer schlägt aus altruistischen Gründen einen Auftrag ab?
fazit
Eine Arbeit ist der Unternehmung nicht abzunehmen: Zu identifizieren wo man steht. Und wenn man die Erkenntnis hat, dieses nicht zu wissen, ist das auch kein Beinbruch. Allerdings sollte die Quintessenz dann sein, sich strategisches KnowHow zu holen. Dieses sollte auch am Besten im Wissen und mit Unterstützung des Senior Managements einhergehen, da sonst die Gefahr besteht, dass jeder Bereich sein eigenes Süppchen kocht.
Die ultimative Antwort auf die eigentliche Fragestellung bleibe ich übrigens schuldig. Ich kann nur auf die Klassiker verweisen: Referenzen einholen, Empfehlungen nutzen. Aber das sollte bei jedem Auftrag geschehen.
Aus eigener Erfahrung möchte ich zum Schluss die Agentur Akom360 und Roland Panter von der Wirtschaftsfaktor Sprache empfehlen, für die Leute, die über diesen Blog konkret auf der Suche und nicht abstrakt gestolpert sind.