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In letzter Zeit macht (neben Pinterest) eine App auf Facebook von sich reden: BranchOut. Hält sich Facebook als eigenständiges Karriereportal zurück, so ist die Steigerung der Zugriffszahlen enorm. Letztes Jahr hatten wir bereits BranchOut ausprobiert, doch damals (vor einem Jahr) waren nur Innovatoren unterwegs.

Zuerst ein paar Zahlen, wie sich BranchOut entwickelt hat:

Zugriffszahlen BranchOutMan achte auf die Steigerung: Die Zugriffszahlen sind nur seit Oktober 2011. Da die Daten von BranchOut über AppData (wo es mittlerweile auf Platz 31 der Apps liegt)  ermittelt sind, ist die Vergleichbarkeit mit dem Klassiker von Google nicht vollumfänglich möglich. Wenn man es tut, so sieht es so aus:

Zugriffszahlen BranchOut im Vergleich

Auch Basicthinking schreibt, dass BranchOut mit Xing auf Augenhöhe ist.

Wie nutze ich BranchOut?

Als erstes ist die Anmeldung. Hierzu muss man zwingend bei Facebook sein. Hier die App suchen:

BranchOut App suchenDanach hinnavigieren und sich anmelden:

BranchOut beginnenNach einem “Continue” und dem obligatorischen Erlauben, dass BranchOut so ziemlich alles darf, kann man beginnen:

BranchOut StartWichtig: Will man sein Facebook Netzwerk zu BranchOut einladen? Das sollte man später gezielt tuen, ich empfehle hier erst mal ein “Skip”.

Danach sollte man sein BranchOut Profil pflegen. Praktisch: Man kann sein LinkedIn Profil als PDF speichern und dieses bei BranchOut hochladen.

BranchOut Lebenslauf importierenBis Juli 2011 ging das via API, ist allerdings gekappt worden. Dass der PDF Import so problemlos klappt, scheint die Rache von BranchOut zu sein.

Privatsphäre?

Eine Sache, die gerade die Deutschen interessieren würde, ist die Privatsphäre. So kann man jeden kontaktieren. Was sie meisten nicht wissen werden: Es wird standardseitig ein öffentliches Profil bei BranchOut angelegt. Dieses kann nur in den Tiefen der Einstellungen geändert werden:

Privacy settings

Aber: Viele werden das gar nicht wissen.

Was kann ich damit nun tun?

Eigentlich ist BranchOut ähnlich wie LinkedIn, nur reduziert auf Jobs und Karriere. Man kann Menschen kontaktieren oder nach Jobs suchen.

Personensuche

Der Unterschied ist, dass es sehr stark auf das Netzwerk abzielt. Ohne ein Netzwerk ist es nur eine weitere Plakatwand für Job Postings. Auch sind die Suchen sehr rudimentär und man ist auf die Algorithmen von BranchOut angewiesen.


Das Jahr 2011 geht zu Ende und entlässt uns in ein spannendes 2012. Startete das Jahr mit Details der großen im Social Business. Was passierte 2011 so alles? Natürlich mit einem kleinen Einschlag von LinkedIn.

Januar

Im Januar präsentiert LinkedIn, einen IPO zu landen. So zumindest lautete die erste Reutersmeldung.

Februar

Der Marktführer im Bereich soziale Netzwerke ist Facebook. Mit BranchOut auf deutsch will Facebook gegen die Marktführer im Bereich der Stellenanzeigen und im Recruiting punkten.

März

Mitte März hat LinkedIn erstmals über 100 Millionen Mitglieder. Zum Vergleich: Gegen Jahresende 2011 liegen die Mitgliederzahlen bei weltweit 146.875.963, also knapp unter 150 Millionen angemeldeten Benutzern. In Deutschland sind es knapp über 1,5 Millionen gegen Jahresende.

Mai

LinkedIn hat seine erste Notierung am 19.05.2011

Juni

Im Juni hat Xing seinen Relaunch…. scheint aber keinen gestört zu haben. Der Augenmerk liegt eher auf Google+, der ab Ende Juni per Einladung Leute in sein Netzwerk lässt.

Juli

Nach BranchOut versucht auch Monsters mit BeKnown bei Facebook ein Karriereportal zu launchen. Bei dem Versuch blieb es auch, an Stelle einer Anbindung an Monsters gibt es nur eine App, die das Netzwerk einladen will, ohne nennenswerten Mehrwert zu schaffen.

Das Ergebnis am Jahresende:

BranchOut BeKnown Deutschland 2011 Während sich BranchOut mausert, ist BeKnown fast vollständig in Vergessenheit geraten und liegt mit 170.000 Besuchern im Monat / weltweit kaum noch im nennenswerten Bereich.

Die Social Media Welt versucht statt dessen, den Fortschritt von Google+ zu beobachten.

August

LinkedIn eröffnet ein Büro in München und ist damit erstmals in Deutschland vertreten.

September

Der September ist eher mit Details gespickt:

  • LinkedIn verbessert die Alumnifunktion und integriert diese auf dem Unternehmensprofil
  • Facebook kündigt die neue Timeline an und lässt Entwickler bereits darauf schauen
  • Google+ öffnet sich für Interessierte, bietet neue Funktionen und verwirrt die Netzgemeinde durch ein Pseudonymverbot

Oktober

Wieder dominieren Facebook und Google+ die Social Media Gemeinde. Nachdem ein österreichischer Student die Herausgabe aller Daten erstritten hat, bietet Facebook nun die Möglichkeit, seine Daten als ZIP Archiv herunterzuladen. Allerdings sehr unvollständig.

Google+ kann mittlerweile (gerüchteweise) 50 Millionen Nutzer verzeichnen. Xing erweitert seine Mitgliedschaftsstaffel.

November

Im November basteln wieder alle an ihren Plattformen. LinkedIn erweitert seinen Profildienst um Ehrenämter und bietet umfangreiche Statistiken für seine Gruppen.

Google+ erweitert seinen Service  um Unternehmensprofile.

Dezember

Der Dezember ist alles andere als ruhig. SchuelerVZ irritiert die Nutzergemeinde mit einer Mobbing App und schafft es dadurch, in den Focus zu rücken.

Marc Zuckerberg verstärkt die Gerüchte um einen IPO von Facebook und es wird suggeriert, dass Facebook 100 Mrd. $ wert sein könnte.

Das Interessanteste ist jedoch, das So.Cl, Microsofts erweiterter Suchdienst, sukzessiv geöffnet wird. Als erweiterter Suchdienst könnte sich So.Cl in den Suchmarkt drängen mit Funktionen, die es so noch nicht gab. Allerdings vergleichen viele in der Netzgemeinde So.Cl mit Google+ oder Facebook. Die eigentliche Richtung, in der So.Cl vordringt, erkennen eher wenige.

…und 2012?

wird es auf jeden Fall spannend bleiben. Besonders Google+ könnte sich interessant weiter entwickeln, manche munkeln von 400 Mio. Nutzern Ende 2012.

LinkedIn hat in Deutschland seine Zugriffe (laut DoubleClick AdPlanner) naherzu verdoppelt. Und Xing will 100 neue Mitarbeiter einstellen. Auf jeden Fall wird es eine Menge zu berichten geben.

ICH WÜNSCHE EIN GESUNDES UND TOLLES 2012!!!!!


Heute wurde ich via Retweet auf eine aktuelle (Oktober 2011) Pressemeldung von Monsters auf die Facebook App “BeKnown” aufmerksam gemacht:

Monsters WerbungLieben Dank an Michael, der mich darauf auferksam gemacht hat. Der Text liest sich wirklich nett. Zeit, sich mal wieder dem Mantra, Facebook würde das zukünftige Karriereportal werden, zu beleuchten.

Selbstbewusst wird in der “aktuellen” Pressetext der Monsters AG phrophezeit:

Die Vergangenheit: Xing und LinkedIn
Diese Beiden kennt man: das amerikanische Netzwerk LinkedIn ….

Zeit mal wieder in die Apps zu schauen. BeKnown hatte ich bereits im Juni mal näher angeschaut. Allerdings war ich etwas ernüchtert, da man ausschließlich in seinem Netzwerk posten kann…. dazu aber sein ganzes Netzwerk einladen soll. Den Nutzen konnte mir der Kundenservice damals auch nicht erklären.

Ein Blick heute auf mein “BeKnown” Profil zeigt, dass mein Netzwerk die App von Monsters noch nicht zu würdigen weiss:

Monsters Statistik

Dazu muss man allerdings wissen, dass beide Kontakte sich bei meinem Stellenausschreibungstest im Frühsommer angemeldet haben. 

Zusätzlich gibt es auch als App Branchout auf Facebook. Wie ist hier mein Netzwerk vertreten:

BranchOut Connections

Schon besser als bei BeKnown. Aber sechs Kontakte, die bei BranchOut angemeldet sind, sind im Verhältnis zu etlichen Recruitern und Social Media Trainern / Beratern, die sich bei mir in der Freundesliste befinden, auch nicht wirklich viel.

Aber was zählt, ist nicht mein empirisches irrelavantes Netzwerk, sondern messbare Kennzahlen. Zum Vergleich habe ich mir mal die Jobangebote aus Berlin angeschaut (in der Hoffnung, dass hier eine kritische Größe erreicht wird):

Jobs on facebook

Im Vergleich dazu auf Xing und LinkedIn:

Berlin Jobs

Insgesamt ergibt sich folgender Vergleich (wobei LinkedIn gekappt ist, da die Statistik maximal 1.000 Treffer anzeigt):

Stellenangebote Berlin im Vergleich

Bleibt noch Facebook selber. Hier haben etliche Unternehmungen Fanpages, die auch gut frequentiert werden. Das Ranking kann man sich als App direkt Facebook anschauen (Lieben Dank an Eva Ziels, die mir das verraten hat):

Karrierepages im Ranking

Karrierepages im Ranking

(Dieser Chart ist nicht von mir und ist über Facebook als App generierbar).

Allerdings haben die Karriereseiten ein ähnliches Problem wie Stellenanzeigen (ob digital bei Monsters oder klassisch per Print): Die Kandidaten müssen aktiv nach ihr suchen.

Die Identifikation von Bewerbern hingegen, die nicht aktiv suchen, ist ohne entsprechende Suchhilfsmittel ungleich schwerer. Und die Gruppen (die zur Eingrenzung dienen können) werden immer schwächer in ihrer Ausbreitung.

Wann mischt sich Facebook ein?

Erstaunlich ist, dass Facebook diesen Markt Subunternehmern überlässt und nicht selber aktiv wird. Allerdings scheint Facebook im Moment eher mit sich selber (siehe neue Timeline) oder der Abwehr neuer Konkurrenten (Google+) beschäftigt zu sein.

Ob Facebook das Geschäftsfeld nicht doch noch für sich selber findet, bleibt abzuwarten.

Auch kann Monsters im Moment noch gelassen sein:

Suchen nach Kanal

Die Onlinestellenbörsen sind hier noch unangefochten (s. Whitepaper) an erster Stelle und werden diesen Platz auch vorerst nicht abzugeben. Trotzdem erscheinen mir die Onlinestellenbörsen etwas wie die Dinosaurier des HR, die den Meteoriteneinschlag noch nicht wahrgenommen haben.

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