LinkedIn Rechnungen richtig steuerlich absetzen
intro
Wenn man einen Blog über LinkedIn schreibt, ist der Blog schon nicht von purer Spannung gezeichnet. Wie kann man das noch steigern? Über einen Beitrag über die steuerliche Absetzung von LinkedIn Rechnungen. Für diejenigen, die nur die Basisvarianten von LinkedIn nutzen, ist der Beitrag uninteressant. Wenn man jedoch Premiumvarianten, egal ob Premiumprofil, Premiumunternehmensprofil oder DirectAds verwendet, kann es interessant sein, da man sich doch manchmal “durchwurschteln” muss. Noch ein Detail am Rande: Ich bin kein Steuerberater und die Aussagen, die ich treffe, sind ohne Gewähr.
Wo finde ich die Rechnungen?
Der einfachste Weg ist, in Ihre emails zu schauen. Sie bekommen nach jeder Transaktion eine Mail von LinkedIn. Diese stammt, je nach Spracheinstellung, von dem Account “LinkedIn Belege” (bei deutscher Spracheinstellung) oder “LinkedIn Receipts” (bei englischer). Heben Sie diese Mails gut auf, da die Transaktionen im LinkedIn Konto nur knapp ein Jahr (genauer 366 Tage) vorgehalten werden.
Das Online Transaktionssystem ist über Einstellungen zu finden: gehen Sie über die Einstellungen Ihres LinkedIn Kontos auf die erste Seite. Dort finden Sie die beiden entsprechenden Links:
- Rechnungsdaten verwalten
- Transaktionsübersicht anzeigen
Bei den Rechnungsdaten können Sie Ihre UmsatzsteuerID eingeben und Ihre Rechnungsadresse. Diese muss auch nicht mit ihrer Adreses oder der ihm zugeordneten Unternehmen identisch sein sondern kann frei gewählt werden. Wichtig ist die Hinterlegung einer Kreditkarte: Dieses ist die zur Zeit einzige akzeptierte Lösung für Transaktionen.
In der Transaktionsübersicht können die Abrechnungen von LinkedIn der letzten 366 Tage angezeigt werden und bei Bedarf ein Beleg bedruckt werden.
Die Belege sind historisiert: Das bedeutet, dass bei Änderung der Rechnungsadresse diese nicht rückwirkend berücksichtigt wird. Ältere Belege behalten den bei der Erstellung der Rechnung dann gültige Adresse.
Wie reiche ich den Beleg beim Finanzamt oder Arbeitgeber ein?
Egal wo Sie den Beleg einreichen, Sie werden oftmals einen Beleg benötigen. Über die Transaktionsübersicht können Sie Aktuelle ausdrucken (dafür gibt es extra den Button “Beleg drucken”), ältere können Sie aus den Mails ausdrucken.
Dollar und Euro
Während Stellenanzeigen und Silber-, Gold- und Platinunternehmensprofile bereits in Euro fakturiert werden, sind Premiumprofile und DirectAds noch in Dollar ausgewiesen. Für den Ausweis beim Finanzamt (und auch oft Arbeitgeber) reicht es oft nicht aus, eine “ungefähre” Abrechnung anzugeben. Daher kopiere ich für meine Belege immer einen Screenshot der Kreditkartenabrechnung immer zusammen. Tipp: Wenn Ihr Kreditinstitut ein Entgelt für den Auslandseinsatz nimmt, können Sie diesen damit zusammen geltend machen.
UmsatzsteuerID
Haben Sie eine UmsatzsteuerID? Geben Sie diese unter Rechnungsdaten mit an, so dass keine irische Umsatzsteuer fällig wird (immerhin 21 %!). Für Interessierte mehr Informationen hier.
Sonderfall DirectAds
Die DirectAds haben einen eigenen Transaktionsbereich. Dieses ist der Tatsache geschuldet, da diese auch von mehreren Anwendern betreut werden können. Wenn Sie DirectAds einmal verwendet haben, dort unbedingt auch die Unternehmensadresse pflegen, da manchmal von dort gezogen wird. Auch hier muss die UmsatzsteuerID, wenn vorhanden, getrennt eingegeben werden. Denken Sie auch daran, dass LinkedIn 5 $ Aktivierungsgebühr für die Aktivierung einer Kreditkarte eines Businessaccounts berechnet. Diese können Sie natürlich genauso nutzen.
LinkedIn Kosten für Arbeitnehmer
Für Arbeitnehmer bieten sich auch verschiedene Wege an. Der einfachste ist, dass der Arbeitgeber die Kosten übernimmt. Wenn dieses nicht der Fall ist, kann man die Kosten in den meisten Fällen zumindest steuerlich geltend machen.
Muss mein Arbeitgeber die Kosten übernehmen?
Die Frage lässt sich kurz und knackig beantworten: Nein. Ausnahme wäre, wenn der Arbeitgeber die Nutzung vertraglich verlangen würde. Also muss man die Übernahme im Einzelfall verhandeln. Hier hilft es, auf die Vorteile von LinkedIn zu verweisen.
Kann ich die Kosten für LinkedIn von der Steuer absetzen?
Im Regelfall: Ja. Hier gibt es zwei Wege. Zum einen (was der Regelfall ist) als Werbungskosten direkt von seinen normalen Einnahmen aus unselbständiger Arbeit. Wenn man hier keine Einnahmen hat (zum Beispiel ein Student), ist die Absetzung als Sonderausgaben denkbar. Hierbei handelt es sich um “Aufwendungen für die eigene Berufsausbildung oder Weiterbildung in einem nicht ausgeübten Beruf”.
Extro
Das deutsche Steuerrecht ist so eine Sache für sich. Ich hoffe, dass dieser Artikel etwas weiterhilft. Ich wurde zu diesem Artikel motiviert, da ich länger experimentieren musste, bis die Adresse meiner Fa. korrekt angezeigt wurde. Ich hoffe, der Artikel hilft einigen weiter, ich weiß selber, dass eine Abhandlung von Steuerrecht und LinkedIn nicht zwingend ein Garant für spannende und packende Blogliteratur darstellt. Aber für die meisten gilt, ein kostenloser Basisaccount reicht sowieso für den Alltagsbedarf eines durchschnittlichen Users aus.
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