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Xing, Akamai und der Patriot Act – Daten in der Cloud


Über Zufall bin ich auf eine interessante Diskussion in einem Xing Forum und über diesen Hinweis auf einen interessanten Blog Beitrag von Herrn Klaus Düll gestolpert.

Aber eins nach dem anderen: Wie aufmerksame Leser gemerkt habe, berichte ich viel über LinkedIn. In Deutschland besteht nun die Sondersituation, dass der Mitbewerber, die Hamburger Xing AG, in Konkurrenz steht. Diese nutzt (wie schon 2008 die VZ Netzwerke) das Standortargument Deutschland als Vorteil.

Dagegen kann man eigentlich nichts einwenden, hier hat die Xing AG “eigentlich” wirklich den Vorteil. Wer also nicht möchte, dass mittels Patriot Act Daten für amerikanischen Behörden einsehbar sind, ist auf Xing angewiesen (genauso wie er Ebay, Amazon, Facebook und Google meiden muss).

Ruft man nun sein Profil auf, so werden die Daten von einem bestimmten Host gesendet, dem Cloud Anbieter der Xing AG

Xing und AKAMAI IP

Folgt man der ausliefernden IP Adresse, so erkennt man die “Akamai Technologies European”. Aufgefallen war es über den Gesprächsverlauf, der mittlerweile abgestellt wurde, doch scheinen alle Daten über die Akamai Server zu laufen.

Akamai Storage

Zwar hat die Akamai eine deutsche Niederlassung, mit dieser sind die Server aber nicht gemeldet. Schaut man in das Handelsregister der Akamai, so ist der Eintrag auch recht überschaubar (25.000 € Grundkapital, kaum Geschäftsführer, keine Handlungsbevollmächtigte). Dieses lässt auf eine reine Vertriebsunterstützung schließen. Eigentümer der deutschen Niederlassung ist ausschließlich das in den USA ansässige Mutterunternehmen:

Gesellschafterliste AkamaiSomit hat die Aussage, dass die Xing AG nicht dem Patriot Act unterliegt, nach wie vor Wahrheitsgehalt……für die Nutzerdaten gilt dieses aber eher nicht.

Ich selber würde so eine Aussage nicht treffen wollen (dazu bin ich zu wenig Jurist), jedoch wurde diese von Microsoft getroffen, die ich in diesem Zusammenhang für glaubwürdig halte.

“Last month, in the wake of the launch of its Web-based Office 365 service, Microsoft confirmed for the first time that it might be compelled to hand over European customer data to US authorities and that it might not be able to tell customers about its actions.”

Microsoft selber sagt in Klarheit zu seiner Storage Lösung Office365, dass diese nicht garantieren können, Daten eventuell an die amerikanische Regierung ausgehändigen zu müssen. Somit werden amerikanische Provider bei solchen Content Storage Lösungen generell gemieden. Warum ausgerechnet Xing hier andere Wege geht, werden wir wohl hoffentlich erfahren.

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3 Kommentare
  1. klausduell sagte:

    Die Nutzung von Akamai ist mir nicht durch den Gesprächsverlauf aufgefallen sondern durch die Tatsache, dass alle Daten meines Profils durch Akamai ausgeliefert werden. Ein Artikel mit diesem Sachverhalt ist im oben verlinkten Artikel verlinkt. Die Werbung von XING mit deutschem Datenschutz ist grob irreführend – um es sehr höflich auszudrücken. Da – zumindest seit dem Zeitpunkt wo ich XING auf diesen Sachverhalt aufmerksam machte – Kenntnis über das Problem bei XING besteht, erfolgt diese Irreführung vorsätzlich. Dafür gibt es im deutschen Recht klare Bezeichnungen und klare Straftatbestände.

  2. Hallo Stephan ~ I am shocked ~ aus diversen Gründen.

    Auch wenn es nur eine Mutmaßung ist, glaube ich, dass diese Sache bzw. Geschäftsverbindung auf die noch ganz alte openBC-DNA (http://www.networkfinder.cc/netzwirkung/hat-ein-soziales-netzwerk-eine-network-dna) zurückzuführen ist, denn warum solle XING so etwas bewusst tun. Ich werde dazu leider auch schreiben müssen weil ein paar Grundannahmen so ins Wackeln gekommen sind, dass ich mich kaum traue Dich in die Rezensionsliste für das Buch aufzunehmen, soweit Du überhaupt Interesse daran hast!?

    LG aus Wien
    Dein MiSha

    • Hallo,

      na ja, Anhänge werden ja auch in der Amazon Cloud gespeichert. Allerdings scheint das nur ein Überlauf zu sein, ich habe das nicht gesehen, nur einen Screenshot. In so fern hat der Artikel durchaus Bestand. Was das mit Deiner Rezensionsliste zu tun hat, verstehe ich allerdings leider nicht, da brauche ich etwas mehr Input.

      Beste Grüße
      Stephan

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