Marketing für KMU: vergesst Facebook, blogt!
Wenn es um die Nutzung von Internet und gerade sozialen Netzwerken geht, steht immer wieder Facebook im Mittelpunkt des Interesses. Kein Wunder, wirbt Facebook über seinen Börsenprospekt des gerade anstehenden IPO mit 901 Millionen Nutzern. Aber ist Facebook damit wirklich das Medium, was jeder nutzen sollte?
Gerade verkündete Sascha Lobo auf der Eröffnung der re:publica, dass Facebook das 36,5 fache an Pageviews im Vergleich zu klassischen Medien Deutschlands hätte. Eine Zahl die mindestens so imposant wie falsch ist. Allein Spiegel und Bildzeitung zusammen kommen auf
einen höheren Wert, als das “1/36,5″-tel. Danach habe ich nicht weiter recherchiert. Aber gerade bei den Netzgrößen ist es schon regelmäßig üblich, über Twitter zugerufenen Werte als wahr zu deklinieren, das hatten wir letztens schon einmal. Der Vergleich hinkt auch deswegen, da der Traffic woanders stattfindet (Ebay, Amazon und vor allem Google (ohne +) etc.). Aber ich schweife ab…..
Facebook erste Wahl?
Den Traffic, den Facebook hat, kann und darf man nicht unterschätzen. Aber: Wenn ich eine kleine, spezialisierte Dienstleistung habe stellt sich die Frage, ob meine Zielgruppe dort tummelt und wenn ja, ob sie auch Informationen dort über das Produkt und / oder Dienstleistung sucht. Man muss ich immer vor Augen halten: Auch über 20 Mio. Nutzer in Deutschland sind eben nur 40 % der Internetnutzer:
So stellt die Entscheidung, sich bei Facebook zu engagieren mit derselben gleich, die anderen 60 % der möglichen Nutzer auszuschließen.
Wenn man sich dafür entschieden hat, dass auf Facebook genug Nutzer vorhanden sind, stellt sich die Frage, ob auch die Informationen sinnvoll verteilt werden: Suchen meine Kunden das Produkt / die Dienstleistung auch dort oder ergibt sich Akquisepotenzial aus den “likes” und Teilen von Inhalten? Um den Punkt vor Augen zu führen: Wo suchen Sie denn spezielle Informationen? Haben Sie schon eine Fachfrage direkt über Facebook gesucht? Hier sollte man niemals Google aus den Augen verlieren.
Blog als günstige Alternative
Eigentlich kann man eine einfache Formel nennen: Um so spezieller, desto Blog. Mit einem Blog kann man seine Zielgruppe direkt erreichen, man muß keine Werbegelder für “likes” ausgeben.
Wichtig aber: Machen Sie sich Gedanken, was für Ihre Nutzer interessant sein könnte. Der PR Doktor Kerstin Hoffmann hat das letztens praktisch umschrieben:
Was nützt es meinen Empfängern?
Das heißt: Bloggen Sie Sinnvolles, was Ihre Kunden suchen. Man kann sich das so vorstellen: Jeder in einer Unternehmung sollte über das Produkt bloggen… außer der mit Marketing beauftragten. Stellen Sie Spaxschrauben aus Holz her? Bloggen Sie über die Vorteile und wo man diese einsetzt. Sie Coachen Fußballer mit rot-grün Schwäche? Erzählen Sie von Praxisfällen, wo Sie helfen konnten. Mit einem Blog können auf Dauer Nischen besetzt werden, was KMU oft tun.
Blog ergänzen
Den Blog sollte man praktischerweise flankieren. Hier bieten sich Google+ (wegen der SEO Wirkung), LinkedIn Unternehmensprofil an. Aber der Blog wird auf Dauer auch so gefunden werden. Allerdings sollten regelmäßig aktuelle Artikel eingestellt werden. Diese können (und sollen) eher kurz sein. Ein Rhythmus hilft, regelmäßigen Nutzern eine Basis zu bieten. Über soziale Netzwerke können Sie auch Journalisten über Artikel in Ihren Blog empfehlen. So werden Sie auf Dauer als Experte in ihren Fachbereich wahrgenommen.
Extro
Ich wollte nur eine sinnvolle Alternative, gerade für kleine Unternehmer aufzählen. Über Blogs kann man keine Riesenzielgruppen, dafür aber sehr Spezielle erreichen. Facebook ist mittlerweile eine Königsdisziplin im Social Web geworden. Ohne Budget und Zeit kann man hier höchstens was über sein Netzwerk erreichen, dass man sowieso hat. Gerade wurde sogar eine DIN SPEC publiziert, in der genau die klassischen Fehler gemacht werden. Am besten, man holt sich zu Beginn Unterstützung, und diese beginnt bereits bei der Wahl der Medien.
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