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Der kalkulierte Shitstorm – Ansgar Heveling im Dienste des Handelsblattes


Letztens habe ich im Rahmen des Shitstorms (oder besser gesagt “Shitstörmchen”) der Ing-Diba in einem kleinen Artikel darüber ausgelassen, dass ein gesunder Shitstorm noch keiner Unternehmung geschadet hätte.

Genau die beschriebenen Mechanismen müssen der Online Redaktion des Handelsblattes auch aufgefallen sein. Zumindest erscheint die Publikation des Gastkommentares von Ansgar Heveling so. Wer ihn nicht kennt, seines Zeichen Bastian Pastewka Duplikat mit Mandat für die CDU im Bundestag.

Über den Inhalt des Artikels, der im Handelsblatt online nachzulesen ist, gibt es inhaltlich nicht viel zu berichten (eigentlich sollte ich ihn auch gar nicht verlinken). Es ist eher polemisch und scheint eine imaginäre Netzgemeinde (wer das genau sein soll, weiß ich auch nicht) daran erinnern zu wollen, dass die wahre Macht nach wie vor die Legislative sei, zu der dieser Herr gehört. Mehr möchte ich auf den Text gar nicht eingehen.

Was darauf kam war berechenbar: Ein Shitstorm, wo sich verschiedene Menschen via Twitter oder Blogs über der Herrn hermachten und genau das taten, was Zweck war: Ihm und dem Handelsblatt aufmerksam schenken. Den (aus meiner Sicht) besten Blogbeitrag las ich allerdings im Blog bei Thomas Knüwer.

Die Vorgehensweise des Handelsblattes dabei erscheint logisch. Hier erst mal die Ausgangslage:

Trends Handelsblatt Stern FAZ

Hier die Vergleiche der Zugriffszahlen vom Handelsblatt im Vergleich zu FAZ.Net und Stern (Grundlage hierbei waren Zahlen aus Google DoubleClick AdPlanner).

Und ein Shitstorm zu erzeugen ist relativ einfach: Man suche sich ein populäres, emotionales Thema, was die netzaffine Kundschaft interessiert und nutze eine Persönlichkeit, eine konträre Meinung zu vertreten.

Themen gibt es genug (Raubkopien, Urheberrecht, Patente, Apple). Und B-Promis findet man auch immer wieder, so fern diese schon aus dem Dschungelcamp schon zurück sind.

Diese Symbiose ist nicht neu, auch vor etlichen Jahren gab es MdBs die exemplarisch die Eingemeindung Mallorcas (Dionys Jobst) oder die zeitliche Begrenzung von Ehen forderten (Gabriele Pauli).

Der Nutzen liegt hierbei bei beiden Seiten im gleichen Nenner: Reichweite, Reichweite, Reichweite.

Dass das Handelblatt nicht wusste, wie der Gastkommentar wirkt, kann ich mir kaum vorstellen: Gerade vor ein paar Tagen erschien dort von Jens Koenen ein Artikel, der die Mechanismen beschrieb.

Don`t Feed The TrollMir bleibt nur der Rat, der auch mehrfach bei Twitter beschrieben wurde: Don`t feed the Troll. Allerdings bin ich mir nicht sicher, wer der Troll in diesem Fall ist: Ansgar Heveling oder das Handelsblatt selber.

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