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Business Netzwerke in Deutschland 2011 – Sieben Meinungen zu Xing und LinkedIn

Experten

Die Welt der Sozialen Netzwerke ist sehr volatil. Spätestenst seit dem Start von Google+ sollte das jedem aufgefallen sein. Daher habe ich vier Fragen an verschiedene Social Media Experten gestellt, damit man sich hieraus ein Bild ableiten kann. Dieses waren Nicole Y. Männl, Steffen Klaus, Jürgen Kuri, Johannes Lenz, Nico Lumma, Joachim Rumohr und Jens Schlüter. Die Fragen waren einheitlich:

  1. Denken Sie, dass Businessnetzwerke in Zukunft wichtiger werden?
  2. Ist Deutschland diesbezüglich bereits ausreichend vernetzt?
  3. Nutzen Sie (persönlich) lieber Xing oder LinkedIn?
  4. Wird sich die Social Media Landschaft (im Businessumfeld) durch die Öffnung eines eigenen Büros in München verändern?

[Update: Als Achter im Bunde habe ich nun Mnauel Koelman noch hinzugefügt]

Nicole Y. Männl

Nicole Y. Männl

Nicole Y. Männl: Bekannt unter 0511web.de als Autobloggerin, mit einem “Hybrid-Blog” mit ihren Lieblingsthemen – Cars, E-Car-Rallyes + Social Web (twitter, Facebook, Google+ und weitere). Freiberuflerin (Bereiche Social Web, CM-Systeme wie TYPO3 + WordPress), Beratung, Konzepte, Umsetzung, Schulungen sowie Vorträge/Workshops zu diesen Themen unter enypsilon.de. Organisiert in Hannover das BarCamp, den WebMontag und die WP Blogger und ist auf ähnlichen Veranstaltungen auch als aktive Teilnehmerin anzutreffen.

a) Denken Sie, dass Businessnetzwerke in Zukunft wichtiger werden?

“Businessnetzwerke sind immer wichtig – sowohl in der Vergangenheit als auch in der Zukunft. Die Frage ist doch, was macht ein Businessnetzwerk aus? Welche Ansprüche habe ich und kann das Netzwerk diese Ansprüche erfüllen, wenn ich genügend aktiv bin?

Wenn es passt, kann mein Businessnetzwerk sogar Twitter, Facebook oder Google+ sein (plus mein Blog), das kommt auf die Branche und meine Dienstleistungen bzw. Angebot und Nachfrage an. Freiberufler sind da oft auch freier in der Auswahl ihrer Netzwerke und wie sie sich dort präsentieren.

Businessnetzwerke, die nicht drauf achten, dass die Forenkommunikation sauber verläuft, die “Kontaktspamming” nicht bekämpfen und nur noch “Verkäufer und Anbieter” aber keine “Kunden” mehr haben, werden uninteressanter werden und damit weniger wichtig.

Die Frage heißt also nicht: werden Businessnetzwerke wichtiger, sondern wo halte ich mich verstärkt auf und bringe mich ein? Erfolgsorientiert, das als Voraussetzung. Über reine Präsenzprofile spreche ich jetzt nicht.

Einzelne Personen (mit denen ich mich austauschte, übrigens auf Google+), die in einem Businessnetzwerk sind, sehen immmer weniger den Sinn, sogenannte Premiumgebühren zu zahlen. Warum? Weil der Mehrwert nicht (mehr) stimmt. Der Trend zur Basismitgliedschaft ist absehbar und setzt sich mehr und mehr durch. Zahlen würde auch ich nur etwas, wenn ich die Dienste der Plattform zum Recruiting etc. als “größere Firma” nutzen würde, also einen echten Mehrwert erhalte. So bin ich mittlerweile bei LinkedIn und XING “nur” noch Basismitglied, weil ich verstärkt auch andere Netzwerke nutze und die Zusatzfunktionen nicht “benötige”.

Mein Lieblingszitat über “die Relevanz von Sozialen Netzwerken” von der re:publica in einem Interview bei 3sat Neues: “Dort wo meine Freunde sind, bin auch ich”, möchte ich bei Businessnetzwerken ergänzen um: “Dort wo meine potentiellen Kunden sind, da bin auch ich.” Soweit zur Wichtigkeit.”

b) Ist Deutschland diesbezüglich bereits ausreichend vernetzt?

“Was sagen Zahlen und Statistiken aus, wie kann man diese werten? Was heißt überhaupt Vernetzung? Facebook hat in Deutschland 20 Mio. aktive Nutzer (Stand Juli) lt. http://allfacebook.de. Aktiv bedeutet aber nur, dass sich diese 20 Mio. einmal im Monat einloggen (mindestens). Der Aktivitätsindex wäre viel interessanter, nicht das Login-Verhalten einmal im Monat. Daher kann ich das – hier nur am Beispiel Facebooks – nicht allumfassend beurteilen.

Ich sehe – mittlerweile – auch bei mir eine relative (!) Vernetzungsmüdigkeit aufkommen, d. h. wenn ich mit jemandem schon über Facebook verbunden bin, warum sollte ich nun noch XYZ dazu nehmen? Wenn ein Kanal genügt, warum noch einen zweiten/dritten/vierten parallel? Also “gewinnen” die Kanäle, wo man sich einfach vernetzen, aber dennoch “seriös” private Nachrichten austauschen kann. Für mich ist da Google+ momentan ein aufstrebendes Netzwerk, da auch “wichtige und interessante Leute” dort anwesend sind, mit denen man nicht unbedingt eine synchrone Kontaktbestätigung forcieren muss.

Meine Antwort: ICH fühle mich manchmal noch nicht mal “ausreichend” vernetzt, obwohl ich sicherlich in verschiedenen Netzwerken weit über dem Durchschnitt liege. Aber es kommt eben nicht auf die Quantität an. Wenn in einer bestimmten Branche oder in einem Thema nur 10 Leute relevant sind, dann reicht es, wenn sich diese 10 Leute vernetzt haben und sich aktiv austauschen. Vernetzung ist somit relativ zu sehen, immer steigerungsfähig, aber je höher der Vernetzungsgrad ist, desto mehr werden die Personen in den eigenen Netzwerken zu “weak ties”, denn man kann sich nur mit einer gewissen Anzahl an Personen qualitativ austauschen. Letztlich also eine Frage des eigenen Anspruchs und somit nicht pauschal mit Ja oder Nein zu beantworten. “

c) Nutzen Sie (persönlich) lieber Xing oder LinkedIn?

Ich benutze beides, wobei ich bei XING seit Anfang 2005 angemeldet bin, bei LinkedIn erst seit Ende 2006. Wenn ich eine Visitenkarte bekomme, dann frage ich immer, ob die Person auf XING und/oder LinkedIn (manchmal auch Facebook) ist. Je nach Antwort kontaktiere ich die Person dort, wo es ihr lieber ist. Selten bis nie auf beiden Plattformen gleichzeitig. Ich freue mich immer über Kontaktanfragen von Personen, mit denen ich mich z. B. auf Facebook austausche, die mich in Ihre Businessnetzwerke aufnehmen möchten. Das passiert gefühlt auch halbe/halbe, vielleicht noch ein bisschen häufiger bei XING. Auch nach Personen suchen (seltener) starte ich bei XING, wenn kein Erfolg, dann gehe ich zu LinkedIn. Wenn ich einen Blogartikel “promoten” möchte, dann nehme ich auch beide Plattformen. Sehr selten nutze ich die Foren/Gruppen bei XING oder LinkedIn, nur noch, wenn es um ein mir wichtiges Thema geht.

Hier ist also keiner wirklicher Gewinner oder Verlierer, ich passe mich dem Nutzungsverhalten meiner Umgebung flexibel an, was das Kontaktieren oder den Austausch angeht.

d) Wird sich die Social Media Landschaft (im Businessumfeld) durch die Öffnung eines eigenen Büros in München verändern?

In der Pressemitteilung von LinkedIn steht ja: “Die Schwerpunkte liegen dabei auf Kundenbindung, strategischen Partnerschaften mit Unternehmen sowie Marketing und Vertrieb.”. Also wird es sicherlich erstmal darum gehen, mehr Firmen ins LinkedIn-Boot zu holen, ansprechbar zu sein, Präsenz und Erreichbarkeit zu zeigen. Das ist dann weniger “Social” in den Auswirkungen – zunächst einmal.

Das konkrete Business-Social-Media-Konzept und weitere Pläne sind mir jetzt nicht bekannt, es kommt doch dann auf die (angesprochenen) Firmen an, wie sie reagieren und aktiv werden, um eine Veränderung zu erwirken.

Mir persönlich reichte immer der persönliche, virtuelle Kontakt über die LinkedInsider Nico und Konstantin, um mein Feedback zu geben oder Fragen zu stellen, so dass sich für mich nichts ändert. Aber ich bin ja auch als Freiberuflerin nicht die Zielgruppe des Büros in München. :-)

Steffen Klaus

Steffen Klaus

Steffen Klaus: Steffen bloggt regelmäßig unter Suxess 24. Ansonsten arbeitet er im Social Media Kontext und bietet Seminare, Vorträge und Inhouse Schulungen zu diesem Themenkomplex. Spezialisiert ist er auf Seminare, die nicht standardisiert sondern individualisiert sind. Er beschäftigt sich mit dem professionellem Einsatz von Social Networks.

a) Denken Sie, dass Businessnetzwerke in Zukunft wichtiger werden?

Sie sind es heute schon, nur ist das den wenigsten bewusst. Zwar sind schon viele bei Business-Netzwerken angemeldet, deren Bedeutung und wie sie diese für persönliches Streben nutzen können, ist bisher nur den wenigsten bewusst.

b) Ist Deutschland diesbezüglich bereits ausreichend vernetzt?

Ich denke es besteht hier noch sehr viel Nachholbedarf, auch wenn mir hierzu keine empirischen Daten vorliegen. Aus Erfahrung kann ich jedenfalls sagen, dass die wenigsten ihre Potenziale kennen, und die sie kennen, nutzen sie nicht. Obwohl wir doch seit dem Milgram Experiment wissen, dass wir alle über maximal sechs Ecken (Klicks) miteinander vernetzt sind. Nach wie vor bekommen wir Kaltanrufe von Menschen, die wir nicht kennen, die uns aber etwas verkaufen wollen. Solange so noch Business gemacht wird, solange gibt es Nachholbedarf in Netzwerkarbeit.

 c) Nutzen Sie (persönlich) lieber Xing oder LinkedIn?

Ich war von Anfang an großer Fan von XING, damals noch OpenBC. Auf XING konzentrierten sich bis 2009 meine größten Aktivitäten. Bei LinkedIn hatte ich nur ein rudimentäres Profil, eine Art Visitenkarte – mit der typisch amerikanischen USAbility kam ich einfach nicht zurecht. Mittlerweile nutze ich aber verstärkt auch LinkedIn für mein berufliches Weiterkommen und merke das die Qualität mitunter sehr viel höher ist, als ich es von anderen Business-Netzwerken kenne. Persönlich merke ich auch die steigende Attraktivität von LinkedIn in Deutschland. Obwohl ich bei LinkedIn im Gegensatz zu XING nur mit einem sehr ausgewählten Kreis an Kontakten verknüpft bin, steigen stetig meine Kontakte im zweiten und dritten Grad. Das sind nämlich auch die entscheidenden Kontakte. Den das reine Sammeln direkter Kontakte bringt meines Erachtens nicht viel. XING hat für mich etwas den Fokus auf Business verloren und hat es meines Erachtens versäumt, die besetzte Nische weiter ausz  ubauen. Stattdessen setzte man mit dem Relaunch, im wahrsten Sinne des Wortes, auf Mainstream.

d) Wird sich die Social Media Landschaft  (im Businessumfeld) durch die Öffnung eines eigenen Büros in München verändern?

Ob sich die Social Media Landschaft gleich ändern wird, kann ich nicht beurteilen. Ich finde es jedenfalls gut, dass LinkedIn die Wichtigkeit des deutschen Marktes nicht verkennt und dass es mit der Eröffnung des Büros in München einen lokalen Ansprechpartner gibt. Wir Deutsche wollen eben gern an der Hand geführt werden. Und ich denke viele XINGler wünschen sich auch einen adäquaten Wettbewerber oder sogar eine Alternative zum Platzhirsch. So kann sich keiner auf seinen Lorbeeren ausruhen.

Jürgen Kuri

Jürgen Kuri

Jürgen Kuri ist stellvertretender Chefredakteur bei dem Standard im IT Bereich, der c`t. Er ist dort seit 1996 (man erinnert sich, die Zeit, als alle vier Wochen eine telefonbuchstarke Ausgabe vor dem Briefkasten stand) und im Social Media Bereich immer anzutreffen, wie den re:publica oder auf der CeBit. Bekannt ist er für seine Ausführungen wie zum Beispiel zur Netzneutralität.

a) Denken Sie, dass Businessnetzwerke in Zukunft wichtiger werden?

Neben ein oder zwei großen, allgemeinen Social Networks werden sich vor allem spezialisierte Netzwerke halten können. Dazu gehören sicher Businessnetzwerke. Ob dies allerdings allgemeine Businessnetzwerke sein können, daran habe ich zweifel – zu schnell ufert das aus und versumpft in einer Art Spam-Netzwerk. Möglicherweise müssen sich die Netzwerke noch stärker Funktionen überlegen, um einzelne Berufsgruppen oder besondere Anliegen über beispielsweise die netzinternen Gruppen hinaus noch besser zu unterstützen – oder sogar Ableger für spezielle Anforderungen an Businessnetzwerke zu befriedigen.

b) Ist Deutschland diesbezüglich bereits ausreichend vernetzt?

Was allgemeine Businessnetzwerk angeht: wohl ja. Ich halte das mögliche Wachstum für Xing oder LinkedIn für derzeit recht begrenzt. Da werden sich eher gegenseitig die Mitglieder abgejagt.

c) Nutzen Sie (persönlich) lieber Xing oder LinkedIn?

Weder noch. Mein Xing-Profil (zuletzut sogar ein Premium-Profil) habe ich löschen lassen, da das Netzwerk für mein Profil zu einer Spam-Schleuder wurde – wenn man PR-Mitteilungen nicht nur per Mail, sondern auch noch per Xing-Mitteilung bekommt, darüber hinaus kaum noch Relevantes passiert, ist irgendwann Schluss. Und LinkedIn hat für mich bislang noch keinen besonderen Nährwert gegenüber Facebook und Google+ gehabt.

d) Wird sich die Social Media Landschaft (im Businessumfeld) durch die Öffnung eines eigenen Büros in München verändern?

Sicher. LinkedIn wird mit diesem Standort Xing sehr starke Konkurrenz auf dem Heimatmarkt machen – oder dies zumindest versuchen. Gerade bei Social Networks ist die Situation noch keineswegs stabil, auch nicht bei Businessnetzwerken – es ist die Frage, ob sie das je sein wird. Lange hielt man Facebook für chancenlos gegen StudiVZ – und heute?

Johannes Lenz

Johannes Lenz

Johannes Lenz ist Digital Consultant Corporate Communications bei GREY. Privat bloggt er auf http://johanneslenz.de, bei Twitter findet Ihr ihn unter @johanneslenz und bei Google+ via http://gplus.to/johanneslenz. Beruflich ist er bekannt durch den Blog bei GREY.

a) Denken Sie, dass Businessnetzwerke in Zukunft wichtiger werden?

Schwer zu sagen. Ich gehe davon aus, dass sie ein ähnliches Gewicht wie derzeit besitzen werden, wenn es ihnen gelingt, das eigene Innovationstempo weiterhin hochzuhalten. Dies ist gerade auch vor dem Hintergrund des Aufkommens von Google + zu verstehen. Auch Facebook darf man in diesem Zusammenhang nicht außer Acht lassen.

b) Ist Deutschland diesbezüglich bereits ausreichend vernetzt?

Ich glaube nicht. Grob addiert sind wahrscheinlich 5 Millionen Menschen Mitglieder bei Linkedin oder Xing in Deutschland. Das heißt, da ist noch Potential nach oben. Nur: Man muss den Menschen auch erklären, warum es für sie Sinn macht, darin aktiv zu sein. Und bei der Kommunikation dieser Botschaft muß man andere Wege gehen als bisher!

c) Nutzen Sie (persönlich) lieber Xing oder LinkedIn?

Ich persönlich nutze lieber Linkedin als Xing. Erstens weil ich die Netzwerk-Philosophie des „Blauen Riesen“ der offenen Vernetzung teile und zweitens weil meines Erachtens für Nutzer Power in Linkedin steckt, die auch in Deutschland nach und nach deutlich werden wird.

d) Wird sich die Social Media Landschaft  (im Businessumfeld) durch die Öffnung eines eigenen Büros in München verändern?

Nun, die physische Präsenz von Linkedin in München wird in Hamburg bei den „Grünen“ schon ein wenig Nachdenklichkeit erzeugt haben. Allerdings wird es dabei auch bleiben. Letztlich wird es künftig für Linkedin einfacher sein, Kunden vor Ort anzusprechen. Ansonsten muss Linkedin weiterhin innovativ voranschreiten und klar aufzeigen, wo sein Mehrwert für Kunden und Nutzer gegenüber Wettbewerbern liegt. Gelingt dies, hält das Wachstum an und auch die Akzeptanz bei den Nutzern steigt.

Nico Lumma

Nico Lumma

Nico Lumma arbeitet als Director Social Media bei Scholz & Friends in Hamburg, ist stolzer Vater zweier Kinder und glücklich verheiratet mit seiner Frau, bloggt seit etlichen Jahren auf lumma.de und ist seit 1995 nicht mehr offline gewesen. Er ist aktiv in der SPD, war Ständiger Sachverständiger der Enquete Kommission „Verantwortung in der medialen Welt“ und von der Zeitschrift Tomorrow zu den Top 20 Web 2.0 Pionieren in Deutschland gewählt worden.

a) Denken Sie, dass Businessnetzwerke in Zukunft wichtiger werden?

Ich glaube, daß die Vernetzung im Business-Bereich immer relevanter wird, ich bin mir nicht so sicher, daß wir dafür dezidierte Business-Netzwerke brauchen. Google+ kann mE gut anstatt einen Business-Netzwerkes genutzt werden: http://lumma.de/2011/07/25/google-wer-braucht-noch-xing-und-linkedin/

b) Ist Deutschland diesbezüglich bereits ausreichend vernetzt?

Deutschland ist sicherlich noch nicht ausreichend vernetzt im Business-Segment, obwohl dies natürlich von Branche zu Branche unterschiedlich ist.

c) Nutzen Sie (persönlich) lieber Xing oder LinkedIn?

Ich nutze XING immer noch häufiger und lieber als LinkedIn, finde aber, daß beide Plattform eine merkwürdige Usability haben.

d) Wird sich die Social Media Landschaft (im Businessumfeld) durch die Öffnung eines eigenen Büros in München verändern?

LinkedIn wird XING massiv unter Druck setzen und immer mehr Nutzer werden sich die Frage stellen, ob ein Premium-Account bei XING wirklich notwendig ist.

Joachim Rumohr

Joachim Rumohr

Joachim Rumohr ist bekannt durch seine Xing Trainings. Diese führt er selber durch und betreibt eine Page hierzu mit Tipps und Tricks und hat ein Buch zu diesem Thema publiziert.

a) Denken Sie, dass Businessnetzwerke in Zukunft wichtiger werden?

Ja, ich denke das Businessnetzwerke weiter an Bedeutung gewinnen werden. Dies sieht man auch an den weiterhin steigenden Nutzerzahlen.

b) Ist Deutschland diesbezüglich bereits ausreichend vernetzt?

Diese Frage kann man nicht für Deutschland als Land stellen, sondern nur für jeden einzelnen Nutzer von Businessnetzwerken. Und da gibt es noch jede Menge Mitglieder, die sich noch nicht einmal annähernd so vernetzt haben, wie es Ihnen derzeit möglich wäre.

c) Nutzen Sie (persönlich) lieber Xing oder LinkedIn?

Ich nutze aufgrund meiner Ausrichtung ausschließlich XING und damit meine ich nicht meine Tätigkeit als XING-Experte, sondern als Unternehmer, der sich auf den deutschsprachigen Raum konzentriert.

d) Wird sich die Social Media Landschaft  (im Businessumfeld) durch die Öffnung eines eigenen Büros in München verändern?

Es gab schon viele Pressemeldungen in Bezug auf LinkedIn und den deutschen Markt. Ob die darin jeweils gesteckten Ziele jetzt durch die Eröffnung eines Büros eher erreicht werden und dies dann zu einer Veränderung der gesamten Landschaft führt glaube ich nicht.

Jens Schlüter

Jens Schlüter

Jens Schlüter ist Experte in Sachen Unternehmenskommunikation. Hierbei hat er sich auch viel um den Themenkomplex Social Media beschäftigt. Er blogt direkt in seiner Onlinepräsenz Jensschlueter.de

a) Denken Sie, dass Businessnetzwerke in Zukunft wichtiger werden?

Ich denke ja, allerdings werden sie sich verändern, da größere Unternehmen nach wie vor zögerlich mit der Thematik umgehen, auf der anderen Seite jedoch für Einzelunternehmer, Berater etc. die Grenzen fast erreicht sind.

b) Ist Deutschland diesbezüglich bereits ausreichend vernetzt?

Ausreichend ja, aber nicht sehr effektiv. Internationale Netzwerke wie LinkedIn sind den deutschen Markt betreffend sehr zurückhaltend. Hier sehe ich noch Potenzial.

c) Nutzen Sie (persönlich) lieber Xing oder LinkedIn?

Sowohl als auch. Beide Plattformen haben Vor- und Nachteile und „könnten“ durchaus nebeneinander existieren.

d) Wird sich die Social Media Landschaft (im Businessumfeld) durch die Öffnung eines eigenen Büros in München verändern?

Warum sollte sie? Ein „Büro“ ändert nichts an grundsätzlichen Marketingproblemen des Unternehmens in Deutschland. Erst einmal muss man bei LinkedIn verstehen, wie der Deutsche „tickt“ … das ist XING bisher immer besser gelungen.

[Update: Manuel Koelman]

Denken Sie, dass Businessnetzwerke in Zukunft wichtiger werden?

a) Ich denke es wird ein stückweit ein “aufeinander zu gehen” von Business und “privaten” Netzwerken geben. Zur Erklärung: Der “Kampf” der großen Web-Firmen wird in Zukunft eher darum gehen, Identitäten und Interessen jedes Einzelnen sowie Beziehungen zu anderen zu kennen. Mit diesen werden sich die Nutzer auf unterschiedlichen Plattformen – allgemein, themenspezifisch, privat oder geschäftlich – aufhalten. Der Wert liegt aber im “beherbergen” der Identitäten, Interessen und Beziehungen. Dieser Bereich wird sich in Zukunft konsolidieren bzw. vermutlich noch stärker monopolisieren.

Ist Deutschland diesbezüglich bereits ausreichend vernetzt?

b) Deutschland hat im Bereich Business-Netzwerke immer noch ziemlichen Nachholbedarf. Ich sehe da noch sehr viel Potential.

Nutzen Sie (persönlich) lieber Xing oder LinkedIn?

c) Ich nutze Xing und LinkedIn in etwa gleich häufig.

Wird sich die Social Media Landschaft (im Businessumfeld) durch die Öffnung eines eigenen Büros in München verändern?

d) Um in Deutschland Fuß zu fassen ist es sicherlich sinnvoll eine Vor-Ort-Präsenz zu haben. Ich denke, dass LinkedIn in Deutschland mittelfristig das führende Business-Netzwerk werden wird. Der Wechsel der Mitglieder erfolgt aber träger als bei privaten Netzwerken. Daher wird es noch ein wenig Zeit in Anspruch nehmen. Andere amerikanische Unternehmen haben gezeigt, dass ein Büro in München die Entwicklung beschleunigen kann.

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2 Kommentare
  1. JWD sagte:

    Westerbarkey, Jan: arbeitet als Familienvater in einem Familienunternehmen und möchte Medienkompetenz und Markenbotschafter für seine Mitarbeiter als neue Freiräume und Angebot verstehen.

    Denken Sie, dass Businessnetzwerke in Zukunft wichtiger werden?

    Ich glaube, dass beim derzeitigen medialen Angebot es immer mehr darauf ankommt, sich zu fokussieren. Dem Export-orientierten Mittelstand ist es nicht zuzumuten, in Frankreich auf viaDeo, in Deutschland auf Xing und in der Türkei auf SalamBC zu setzen. Hat man sich auf LinkedIn konzentriert, die Mitarbeiter und Personal-Buchhaltung geschult – hebt man ein unglaubliches Potenzial! Ich habe viele Abi- und Studienkontakte erst durch LinkedIn wiedergefunden, da „zu meiner Zeit“ noch dBase Listen und/oder Visitenkarten üblich waren. Besonders durch Smartphones und die zahlreichen LinkedIn-APIs sehe ich heute schon, wie Telefonbuch-Reichweiten zunehmen. Wichtig ist sicherlich auch, durch die Führungskräfte unsere Begeisterung für LinkedIn unseren Mitarbeitern vorzuleben!

    Ist Deutschland diesbezüglich bereits ausreichend vernetzt?

    In Deutschland gibt es m.E. außer bei studentischen Verbindungen kein „old boys network“ oder eine gelebte Alumni-Kultur. Obwohl ich immer häufiger Visitenkarten mit QR-Codes auf LinkedIn-Gruppen in letzter Zeit erhalte. Auf Wunsch stellt Westaflex beispielsweise heute schon Berufs-Zeugnisse auf LinkedIn aus…. Unternehmen sollten verstehen, dass es auf Business Netzwerken nicht um sie, sondern um Kontakte ihrer Mitarbeiter geht.

    Geschäft wird „von Menschen für Menschen“ betrieben. Wird also ein Dienstleister gesucht hat wer-liefert-was ausgedient.

    Ich persönlich sehe ein riesiges Potenzial für LinkedIn als Nachfolger für studiVZ oder die Vernetzung der Wirtschafts-Junioren. Meines Erachtens sollte sich LinkedIn u.a. bei Barcamps engagieren. Denn bei Personalvakanzen wird demnächst nicht mehr ge-googelt, sondern LinkedIn gesucht!

    „Mein Haus, mein Boot, meine Kinder“-Netzwerke, wie facebook gehören zur Kategorie Fanseiten. Und G+ spielt bei der Nutzung der Google Apps for business derzeit überhaupt nicht mit…..
    (google.com/a) Link

    Nutzen Sie persönlich lieber Xing oder LinkedIn?

    Bei dieser Frage bin ich befangen, da ich Xing eine persönliche Lektion in Sachen Kunden-Unhöflichkeit als Premium Mitglied verdanken und ihm jegliche Firmen-Kundenorientierung abspreche. Es ist für Sachbearbeiter und Selbstständige, die sich gelegentlich auch persönlich treffen wollen, allenfalls geeignet. Verbandskontakte, Fach- und Führungskräfte findet man dort nicht!
    (http://www.atmensietiefdurch.de/aus-aller-welt/internet-technik/ende-einer-xing-freundschaft/) Link

    LinkedIn begeistert als Visitenkarten-Ersatz mit seiner Android-App, sowie der Möglichkeit sein Profil in vielen Sprachen zu erstellen. Darüberhinaus zeichnet es sich durch Community-Manager aus, die ihren Namen verdienen! LinkedIn ist erste Wahl und wird automatisch empfohlen – was soll ein facebook Kontakt im Geschäftsumfeld?! LinkedIn strahlt Kompetenz und Seriosität aus.

    Im Sinne unser Firmenreputation sind wir gern LinkedIn-Referenz und haben dies Xing gerichtlich untersagt.
    (http://www.nordbayern.de/nuernberger-nachrichten/wirtschaft/erlanger-richter-verwiesen-xing-in-die-schranken-1.1229209) Link

    Wird sich die Social Media Landschaft durch den Standort München verändern?

    Es sind ja nicht viele Fragen, die man beim Start in/mit einem Geschäftsnetzwerk hat… ich möchte jedoch sie jedoch nicht über ein FAQ-Ticketsystem mir selbst beantworten, sondern lieber jdm. anrufen können. Dafür sind wir gern bereit unseren Mitarbeitern einen Account zu bezahlen.

    Ich halte die Wahl von München als Standort wirtschafts-strategisch richtig, mit dem bewussten Abstand zu Hamburg…. So kann sich ein eigenes Profil aufbauen und man hat – nicht nur zum Oktoberfest – einen Anlaufpunkt.

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