Mythen um LinkedIn (1): Es verdient sein Geld mit Abschottung
Um LinkedIn ranken sich einige Mythen, die man beleuchten könnte. Eine wurde von Herrn Stefan Groß-Selbeck im Juni 2011 in einem Interview mit netzwertig.com neu genährt.
“Das Geschäftsmodell des Wettbewerbers baut stattdessen darauf auf, den Zugang zu den Nutzerprofilen zu verkaufen, die sonst nicht einsehbar sind.”
Diese Aussage sollte man mal etwas genauer betrachten. Als Beispiel, um dieses zu prüfen habe ich mir neue Mitglieder aus dem Bankensektor anzeigen lassen:
Diesen Screenshot habe ich selber erstellt. Aber: Ich selber hab einen großen Business Account. Warum sehe ich also bei neuen Mitgliedern, genau wie Basismitglieder bei LinkedIn nur anonymisierte Profile? Der Grund ist ganz einfach:
Der Unterschied liegt also eher in einer Philosophiefrage als am Geschäftsmodell: Auch mit einem gößeren Account bin ich nicht in der Lage, alle Profile namentlich anzeigen zu lassen.
Im ersten Beispiel hingegen habe ich nur Neumitglieder anzeigen lassen. Diese haben im Regelfall nur ein oder zwei Kontakte: Hier ist es Zufall, wenn sich diese Leute bereits in meinem Netzwerk befinden.
Allerdings: Wenn man bei LinkedIn eine Stellenanzeige aufgibt, so bekommt man Kandidaten vorgeschlagen, unabhängig vom Kontaktgrad. Hier wird die Netzwerkregel aufgelöst. Bei Xing hingegen bekommt man auch Vorschläge, die man ohne Abschluss einer Premiummitgliedschaft auch nicht anschreiben darf (auch wenn man gerade 470 € für eine Stellenanzeige ausgegeben hat).
Die Unterschiede sind dahingehend also marginal.
Fazit
Bei LinkedIn ist man eher abhängig davon, ein gutes Netzwerk aufzubauen. Und übrigens (Gleiches Interview):
“Bei Xing hingegen hat jedes Basismitglied Zugriff auf alle zehn Millionen Profile.”
Wenn man 216 Kontakte bei LinkedIn hat und diese wiederum auch 216, kommt man diesen vollen Zugriff bei LinkedIn auch.


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